Optionsstrategien: Bull Call Spread in der Ausübung
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 6. März 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Hallo liebe Leser,
und recht herzlich Willkommen zu einer weiteren Ausgabe mit den Spread-Strategien. In der letzten Ausgabe haben wir angefangen uns mit dem Bull Call Spread zu beschäftigen.
Sie erinnern sich: wir haben fest gehalten, dass ein Bull Call Spread aus einem Long Call (d.h. aus dem Kauf eines Calls) und einem Short Call mit höherem Strikepreis (d.h. aus dem Verkauf eines Call mit höherem Ausübungspreis) besteht, wobei die beiden Calls sich auf das gleiche Underlying und den gleichen Ausübungsmonat beziehen.
Wir haben folgendes Beispiel zur Veranschaulichung herangezogen:
Kauf 50er Call Mai auf Aktie X zu 2 Euro.
Verkauf 60er Call Mai auf Aktie X zu 0,50 Euro.
Was passiert nun, wenn der Spread bis zur Ausübung gehalten wird?
Grundsätzlich gibt es nun drei mögliche Szenarien die geschehen können: Aktie X könnte unterhalb beider Strikepreise notieren, zwischen beiden Strikepreisen oder über beiden Strikepreisen.
Unterhalb:
Wenn Aktie X bei der Ausübung unter 50 Euro notiert, dann verfallen beide Call-Optionen wertlos. Damit beträgt der Gesamtverlust der Position 1,50 Euro ( Kauf 50er Call zu 2 Euro - Verkauf 60er Call zu 0,50 Euro).
Dazwischen:
Wenn Aktie X am Ausübungstag zwischen 50 und 60 Euro notiert, dann verfällt der 60er Call wertlos.
Der Trader ist in diesem Moment eigentlich Long Stock und zwar effektiv zu einem Preis von 51,50 Euro. Warum? Nun bei Ausübung des 50er Calls, würde der Trader zu 50 Euro Aktie X kaufen. Hinzuzurechnen sind dann noch die 1,50 Euro die der Trader effektiv für die Position bezahlt hat.
Daraus wird ersichtlich, dass der Break Even dieser Position bei 51,50 Euro liegt. Notiert Akte X also unter 51,50 Euro birgt die Position einen Verlust. Notiert Aktie X über 51,50 Euro wird die Position zu einem Gewinn.
Oberhalb:
Jedoch: die Gewinne der Position sind limitiert.
Das lässt sich sehr einfach erklären: wenn Aktie X über 60 Euro notiert, dann befinden sich beide Optionen in the money. Wenn der 50er Call ausgeübt wird, dann kauft der Trader Aktie X zum Preis von 50 Euro. Um sie dann allerdings zu 60 Euro wieder anzudienen, er verkauft Aktie X also zum Preis von 60 Euro.
Daraus ergibt sich nun ein Gewinn von 10 Euro. Allerdings müssen die zuvor getragenen Kosten von 1,50 Euro abgezogen werden. Somit ergibt sich ein Nettogewinn von 8,50 Euro.
So viel für heute einmal, liebe Leser. Am kommenden Mittwoch wollen wir uns dann damit beschäftigen, welche Vorteile sich aus einem Bull Call Spread ergeben und schließlich warum und wann ein Bull Call Spread das Mittel der Wahl ist.
Somit wünsche ich Ihnen zunächst ein schönes Wochenende und bis Mittwoch.
Liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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