Optionsstrategien: Bear Call Spread in der Ausübung
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 20. März 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Hallo liebe Leser,
und wieder einmal freue ich mich Sie Herzlich bei den Optionsstrategien Willkommen heißen zu dürfen. Seit der letzten Ausgabe beschäftigen wir uns nun mit dem Bear Call Spread. Wir haben festgehalten, dass der Bear Call Spread im Vergleich zum Bull Call Spread die andere Seite der Medaille ausmacht. Mit einem Bear Call Spread verkaufen wir den Call Spread.
Noch einmal zur Wiederholung:
Ein Bear Call Spread wird gebildet durch einen Short Call und einen Long Call mit höherem Strikepreis.
Als Beispiel haben wir folgende Daten genutzt:
Verkauf 50er Call (Mai) auf Aktie X zu 2 Euro
Kauf 60er Call (Mai) auf Aktie X zu 0,50 Euro
Was bedeutet, dass wir den Spread zu 1,50 Euro verkaufen.
Wie beim Bull Call Spread sind auch hier nun drei verschiedene Szenarien möglich, wenn der Bear Call Spread bis zur Ausübung gehalten wird:
Wenn Aktie X unterhalb der beiden Strike-Preise notiert:
Im Gegensatz zum Bull Call Spread, ist dieses Szenario beim Bear Call Spread, das zu favorisierende. Denn in diesem Fall verfallen beide Calls wertlos (soll heißen: der 50er Call wird dem Trader nicht angedient, aber auch der zur Absicherung eingesetzte 60er Call verfällt). In diesem Fall beträgt der Gewinn die vollen 1,50 Euro, welche der Trader durch den Spread verdient hat.
Wenn Aktie X zwischen beiden Strike-Preisen notiert:
Dann ist zunächst einmal der 50er Call in the money und wird dem Trader angedient. Der Break Even liegt in diesem Fall bei 51,50 Euro (Short-Strike-Preis plus die 1,50 Euro Prämie). Wenn der Break Even überschritten wird, dann ist die Position im Verlust.
Wenn Aktie X oberhalb der beiden Strike-Preise notiert:
Dann notieren beide Calls in the money und werden ausgeübt. Das bedeutet: Aktie X wird zum Preis von 50 Euro verkauft und gleichzeitig zum Preis von 60 Euro gekauft.
Das resultiert zunächst einmal in einem Verlust von 10 Euro. Hiervon sind allerdings noch die 1,50 Euro an Prämie (die der Trader dadurch, dass er die Position eingegangen ist verdient hat) abzuziehen.
Das heißt, auch bei diesem Spread sind folglich nicht nur die Gewinne (im Beispiel bei 1,50 Euro) sondern vor allem auch die Verluste limitiert. Und zwar im vorliegenden Fall auf 8,50 Euro.
So viel für heute liebe Leser. Ab dem kommenden Mittwoch wollen wir uns dann damit beschäftigen welche Vorteile sich aus einem Bear Call Spread ergeben und vor allem wann (das heißt bei welchen Erwartungen) ein Bear Call Spread überhaupt eingesetzt wird.
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende und wir lesen uns am kommenden Mittwoch an dieser Stelle wieder.
Bis dahin und liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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