Optionen: Rezepte für jede Marktlage
Alexander Hahn in Investoren Wissen zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 9. Januar 2009, 16:00 Uhr
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Wie ich bereits gestern ankündigte, werde ich Ihnen in nächster Zeit einige Rezepte verraten, mit denen Sie Optionen auf eine Weise werden einsetzen können, die wahrscheinlich den wenigsten von Ihnen geläufig ist. Ich weiß, dass es immer eine gewisse Überwindung kostet, sich in solche Themen einzuarbeiten. Im Zuge dieser Artikelserie werde ich, da Optionsscheine ja letztlich auf Optionen basieren, immer wieder weitere Informationen auch zu Optionsscheinen geben. Wundern Sie sich also bitte nicht, wenn keine separaten Artikel zu Optionsscheinen erscheinen.
Mir ging es vor Jahren selbst so wie wahrscheinlich den meisten von Ihnen. Als ich fast schon "gedrängt" wurde, mich mit Optionen zu befassen, waren meine Gedanken meist "Das ist zu unübersichtlich." oder "Das ist zu kompliziert und nur was für Profis.". Ich denke, Sie wissen, was ich meine.
Inwzischen ist es jedoch so, dass ich Optionen wirklich zu lieben und schätzen gelernt habe und diese keinesfalls mehr missen möchte. Es ist sogar so weit, dass ich mir ein Anlegen an der Börse ohne Optionen überhaupt nicht mehr vorstellen könnte! Dies mag vielleicht für den ein oder anderen von Ihnen extrem klingen, aber Fakt ist, dass Optionen vielerorts Lücken schließen, welche Sie mit "herkömmlichen" Finanzinstrumenten selten derart gut abdecken können (natürlich gibt es eine Reihe von Zertifikaten aber Optionen sind hier doch nochmals vielseitiger und weitaus transparenter).
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich möchte Sie ermuntern, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, auch wenn sie vielleicht anfangs etwas schwieriger erscheinen mag. Seien Sie nicht skeptisch und löschen Sie meinen Daily, sondern legen Sie sich den Artikel beiseite, wenn Sie ihn vielleicht nicht gleich völlig verstehen und lesen ihn zu einem späteren Zeitpunkt nochmals oder schreiben mir Ihre Fragen. Ich helfe gerne.
Für heute, vor dem Wochenende, möchte ich damit beginnen, einfach zwei grundsätzliche Begriffe zu klären, welche wir ab Montag brauchen werden:
Direktionales Trading vs. Spread-Trading
Eigentlich verbirgt sich hinter diesen Begriffen nicht viel. Direktionales Trading ist, vereinfacht gesagt, wenn Sie auf eine Entwicklung in eine gewisse Richtung setzen. Dies kann sein, dass Sie auf steigende Kurse bei Aktien setzen, fallende Kurse bei Anleihen, etc. Letztlich zählt, dass Sie darauf setzen, dass etwas steigt oder fällt, also sich in eine bestimmte Richtung bewegt.
Beim Spread-Trading setzen Sie, vereinfacht gesagt, auf eine Differenz zwischen zwei Kursen bzw. Werten. Dies kann verschiedenste Ausprägungen haben und in diesem Bereich gibt es sehr viele Strategien.
Das Schöne an Optionen ist, dass mit diesen beides möglich ist. Was Sie bisher alle von Optionen und Optionsscheinen kennen ist direktionales Trading. In anderen Worten: Glauben Sie ein Kurs wird fallen, wählen Sie einen Put oder Put-Optionsschein, glauben Sie ein Kurs wird steigen, greifen Sie zu einem Call oder Call-Optionsschein. Letztlich profitieren Sie hier von einem Hebel und damit eben geringerem Eigenkapitaleinsatz.
Spread-Trading bietet Ihnen ganz verschiedene Möglichkeiten. Sie können z.B. auf fallenden Zeitwert setzen. Was Ihnen früher vielleicht einmal die Optionsschein-Trades vernichtet hat, wird jetzt die Quelle Ihrer Gewinne! Dies ist nur eins von sehr vielen möglichen Beispielen. Gleichzeitig können Sie mit fortgeschrittenen Optionsstrategien teilweise auch weniger günstige Aktientrades Stück für Stück "reparieren" (nicht ganz einfach, aber auch hier gibt es Strategien).
Was bisher eher ein Spielfeld weniger Optionsprofis und Kenner war, würde ich Ihnen gerne ebnen und näher bringen. Damit geht es am Montag los!
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