Optionen auf Gold
Dominique Braun in Investors Daily
vom 19. August 2010, 18:00 Uhr
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ich habe vor einiger Zeit hier an dieser Stelle schon mal angemerkt, dass es viele Zuschriften von Ihnen als Leserinnen und Leser in der Vergangenheit gab, in denen Sie mich gebeten haben die Grundsätze von Optionen zu erklären. Damit möchte ich heute anfangen und Beispiele dazu mit dem Edelmetall Gold verwenden.
Grundsätzlich können Sie zwischen zwei wesentlichen Optionsarten unterscheiden: Call- und Put-Optionen. Call-Optionen werden auch bullishe Optionen genannt, denn bei dieser Optionsart geht man eher von steigenden Preisen aus. Put-Optionen werden hingegen auch bearishe Optionen genannt, denn dort geht man eher von fallenden Preisen aus.
Wenn wir von Optionen sprechen, die an der Börse gehandelt werden, dann sind diese Optionen standardisiert. Erst einmal beziehen sich diese Optionen auf ein Basisgut, z.B. auf einen Index, eine Aktie, einen Rohstoff oder z.B. auf das Edelmetall Gold. Zudem ist der zugrundeliegende Preis zum Kauf oder Verkauf des Basisguts vorher festgelegt und auch wie lange die Option von der Laufzeit her läuft.
Kauf eines Calls - Recht zum Kauf
Es gibt insgesamt vier Varianten um Optionsgeschäfte durchzuführen. Die erste ist der Kauf einer Calloption. Damit erwirbt sich der Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht, das zugrundeliegende Basisgut zu einem bestimmen Preis zu erwerben. Das wichtige ist hierbei, dass der Käufer ein Recht auf Lieferung hat aber keine Pflicht.
Nehmen wir an, der Goldpreis notiert derzeit bei 1.200 Dollar pro Unze und Sie gehen davon aus, dass sich der Goldpreis über die kommenden sechs Monate um weitere 200 Dollar verteuern wird. Sie würden sich gerne das aktuelle Preisniveau sichern um in sechs Monaten das Gold physisch zu erwerben. Sie kaufen dann eine Call-Option mit einem Basispreis von z.B. 1.200 Dollar und einer Laufzeit von sechs Monaten. Egal wo der Goldpreis in sechs Monaten notiert, Sie haben das Recht auf eine Lieferung von Gold zu dem Preis von 1.200 Dollar pro Unze. Sollte der Preis von Gold in sechs Monaten unterhalb von 1.200 Dollar liegen, werden Sie das Optionsrecht wahrscheinlich nicht ausüben. Notiert der Goldpreis aber z.B. bei 1.500 Dollar pro Unze, macht es durchaus Sinn die Option auszuüben.
Verkauf eines Calls - Pflicht zum Verkauf
Schauen wir uns nun die andere Seite an: Sie sind Verkäufer einer Call-Option und damit haben Sie kein Recht, aber eine Pflicht, das zugrundeliegende Basisgut zu einem festgelegten Preis an den Käufer der Call-Option zu verkaufen bzw. zu liefern. Also der Käufer einer Call-Option hat ein Recht und der Verkäufer eine Pflicht.
Kauf und Verkauf von Putoptionen
Das gleiche hinsichtlich der Rechten und Pflichten gilt auch bei Putoptionen. Der Käufer einer Putoption erwirbt sich das Recht das zugrundeliegende Basisgut zu einem bestimmten Basispreis zu verkaufen, also zu liefern. Der Verkäufer einer Put-Option hat hingegen die Pflicht das zugrundeliegende Basisgut zu dem festgelegten Preis zu kaufen.
Jeder, egal ob Käufer oder Verkäufer einer Call- oder Putoption, kann sich seinen Rechten oder Pflichten entziehen, indem die eingegangene Position mit einer Gegenposition glattgestellt wird. Die meisten Optionsgeschäfte kommen auch gar nicht zur Ausübung, sondern werden von Marktteilnehmern überwiegend für spekulative Zwecke, und teilweise nur kurzfristig genutzt, um bei dem Kauf einer Calloption an steigenden und bei dem Kauf einer Putoption an fallenden Kursen zu profitieren.
Europäische vs. Amerikanische Option
Hinsichtlich der Ausübungsrechte und Laufzeit der Option gibt es zwei verschiedene Arten von Optionen. Auf der einen Seite gibt es die sogenannte amerikanische Option. Bei dieser Optionsart kann das Optionsrecht während der gesamten Laufzeit ausgeübt werden. Bei einer europäischen Option geht dies hingegen nur am Laufzeitende.
An dieser Stelle möchte ich auf eine Sache hinweisen, was den Optionshandel auf Gold betrifft. Wenn Sie beispielsweise eine Option auf Gold an der US-Börse CME handeln, dann ist das zugrundeliegende Basisgut nicht physisches Gold, sondern eine bestimmte Anzahl von Terminkontrakten auf Gold.
In meinem nächsten Beitrag hier an dieser Stelle werden wir mit diesem Thema fortfahren. Ich wünsche Ihnen jetzt noch einen guten und erfolgreichen Tag.
Mit besten Grüßen
Dominique Braun
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von W Maurer (19.08. 2010 19:17 Uhr):
Noch unklar ist mir folgendes: Wenn meine Kaufoption am Ende der Laufzeit "in the money" ist, und ich nichts unternehme: verfällt sie dann, oder wird sie automatisch glattgestellt, d.h. bekomme ich dann automatisch den inneren Wert ausbezahlt?
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