Optimistisch für Emerging Markets
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily
vom 21. April 2011, 20:30 Uhr
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Ostern steht vor der Tür! An der Börse kehrte der Optimismus gestern mit einem Paukenschlag zurück. Die meistens deutlich über den Erwartungen liegenden Quartalszahlen der US-Unternehmen, sorgten an der Wallstreet für Optimismus.
Obwohl die Wallstreet für Aktienmärkte wie China, eigentlich nur insofern Bedeutung haben sollte, als dass China weiterhin auch stark vom US-Konsum abhängt, wird die Tendenz und das Anlegervertrauen nach wie vor von der Stimmung der US-Investoren bestimmt. Das große Manko dieser jetzigen Aufwärtsbewegung ist allerdings, dass sich der kurzfristige Optimismus der Anleger viel zu stark verbessert hat. In einigen Umfragen wurden sogar Spitzenwerte erreicht, die es in den letzten Jahren nicht mehr gegeben hat. Dieser Optimismus sorgt zwar zunächst für gute Kursgewinne, trägt aber schließlich auch zu einem zurückgehenden Kaufinteresse bei. Denn wer soll noch Aktien kaufen, wenn alle schon optimistisch sind und bereits gekauft haben? Eine kurzfristige Gegenbewegung nach unten ist also jederzeit möglich. Auch die Staatsverschuldung bleibt ein Thema. Die neuerlichen Probleme Spaniens - letzten Donnerstag musste der Sparkasse CAM wieder einmal mit 3 Mrd. ausgeholfen werden - und dass nach Moody's auch S&P die Aussichten für US-Staatsanleihen skeptischer beurteilte, sind Faktoren, die nicht unbedingt zur Verbesserung der Lage beitragen.
Andererseits sehe ich weiterhin keine unmittelbaren Probleme für die Weltkonjunktur und den Wachstumstrend der Emerging Markets. Vor einem Jahr hatte ich immer wieder betont, dass ich neue Allzeithochs in den wichtigsten Emerging Markets erwarte, bevor ich mit der nächsten größeren Krise rechne. Diese Allzeithochs wurden noch nicht erreicht. China bspw. müsste sich bis zum nächsten Allzeithoch rund verdoppeln. Auch bewertungstechnisch - die Markt KGVs liegen durchweg bei 10 bis 15 - lägen 50% bis 100% Gewinn über die nächsten 2 Jahre durchaus im Rahmen der Möglichkeiten.
Deshalb bin ich, was die mittel- (6 bis 24 Monate) und langfristigen (2-5 Jahre) Aussichten betrifft, weiterhin optimistisch für hohe Anlagequoten in den Emerging Markets. Kurzfristig sehe ich kaum Gefahren, die üblichen 5-10% Rückschläge einmal ausgenommen. Doch diese kurzfristigen Korrekturen lassen sich kaum vorhersehen und sollten deshalb nicht Bestandteil einer Anlagestrategie sein.
Herzliche Grüße
Ihr Andreas Lambrou