Omen einer Rezession
Bill Bonner in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 09. Januar 2008 08:30 Uhr
ENL5454
Und was ist noch passiert, während ich weg war?
Es sieht so aus, als sei es nur mehr desselben.
Zuletzt erfuhr ich in den Nachrichten, dass die Wirtschaft wirklich schwächer wird. Die Arbeitslosigkeit hatzugelegt und liegt bei 5%. Das ist kein Grund zur Sorge, doch es geht in die falsche Richtung.
“Die Klänge der Arbeitslosigkeit warnen die Wirtschaft“, heißt es in einer Schlagzeile der New York Times.
Es ist das “letzte Omen einer Rezession”, fügt die LA Times hinzu.
Das neue Jahr wurde entkorkt. Ich schnuppere etwas. So ziemlich genau das, was ich erwartet hatte… der leichte Geruch von Fäulnis. Und dann ist da noch ein leichter Hauch von Reiswein… Ja, es ist der Sushi-Wahnsinn… die Auslese die in Japan zwischen 1990 und 1907 produziert wurde.
Nur einen Augenblick noch… ich werde das erklären.
In Amerika beginnt das Jahr 2008 als ein Jahr mit einem Ölpreis von 100 Dollar… einem Goldpreis von 850 Dollar… fallenden Aktienkursen… einer Arbeitslosenzahl von 5%... und einem Dollar der kaum mehr als anderthalb Euro wert ist.
Die kleinen Länder Malta und Zypern haben sich dazu entschlossen, beim Euro mitzumachen. Die Investoren überall auf der Welt, die Drogendealer und die Zentralbanker scheinen die gleiche Wahl zu treffen.
Und habe ich das schon erwähnt? Die Aktien sind am Dow am vergangenen Freitag um 256 Punkte gefallen. Der Index liegt bei unter 13.000 Zählern.
Was soll man davon halten?
Zum einen würde ich sagen, dass es so aussieht, als würde die Wirtschaft auf dem Weg in Richtung der gefürchteten Synthese von Inflation und Deflation sein, die man als Stagflation bezeichnet. Die Rohstoffpreise steigen. Gold steigt. Öl ist gestiegen… Immer weiter nach oben… und doch kam die Wirtschaft in letzter Zeit morgens kaum aus den Federn.
Den Verbrauchern geht das Geld aus. Und die Kapitalanlagen – die Sorte von Anlagen, bei denen die Leute gerne sehen, wenn sie im Preis steigen – fallen stattdessen.
Dann möchte ich noch darauf hinweisen, dass es nicht das erste Mal ist, dass die Vereinigten Staaten unter einer Stagflation leiden. Zum ersten Mal passierte es in den Siebzigern. Die Inflation hat zugenommen, während die Wirtschaft eingebrochen ist und der große Paul Volcker wurde hinzu gerufen. Er hat die Anforderungen an die Reserven angehoben… hat die kurzfristigen Zinssätze auf 20% steigen lassen… und die Inflation beendet.
Und das war damals und jetzt ist heute. Damals hatten die Vereinigten Staaten weniger Schulden als heute.
Und heute ist die Inflation nicht das, was die Staatsvertreter fürchten – heute ist es eine Deflation.
Sie konnten sie am Beispiel Japan in den vergangenen 18 Jahren beobachten. Das Letzte, was sie heute sehen wollen, ist ein deflationärer Einbruch im Stile Japans. Amerikas hohe Verschuldung, das Leistungsbilanzdefizit, die Verbraucher-Kredit-Wirtschaft könnten das nicht ertragen. Also tun sie alles Menschenmögliche, um das zu verhindern. Und wenn es zu einer Stagflation kommt, dann geht es ihnen nicht um den Teil mit der „-flation“, es ist das „Stag-“, was ihnen Kopfzerbrechen bereitet.
Und so können wir vermutlich bei den Verantwortlichen mit weiteren Bemühungen rechnen, den Dollar zu schwächen… und das wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zur Folge haben, dass die Preise für Öl, Rohstoffe, Gold… und die Verbraucherpreise steigen. Und das ist nicht der Pfad, der von Volcker genommen wurde.
Vielmehr ist es der Pfad, der – machen Sie sich auf etwas gefasst – von den Japanern genommen wurde.
Ja, liebe Leser, in meinem unablässigen Bemühen, den Nachrichten voraus zu sein, habe ich ein Hühnchen herausgezogen… mir seine Innereien angesehen… und viel schleimiges Durcheinander erblickt. Das, was die Volksvertreter am meisten fürchten, ist ein Konjunktureinbruch im Stile Japans…
Doch es ist die Politik der Bank of Japan und des japanischen Finanzministeriums, die von ihnen verfolgt wird. Anstatt die Inflation zu zermalmen, pumpen sie sie noch weiter auf. Anstatt eine Rezession in Gang zu bringen… halten sie sie weiter auf. Anstatt den Dollar zu schützen… versuchen sie ihn zu zerstören.
Wenn sie säen, was die Japaner gesät haben, welche Ernte werden sie dann wohl einfahren? Ich weiß es nicht, aber ich kann es kaum abwarten, das herauszufinden.
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