Olympic Dam: Eine der größten Minen der Welt steht still
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Rohstoffe
vom 9. Oktober 2009, 17:00 Uhr
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Olympic Dam ist der größte unterirdische Bergbau Australiens mit multimineralischem Erz. In seinen Tiefen schlummern die viertgrößten erschlossenen Kupfervorräte der Welt, das fünftgrößte Golddepot und das größte Uranvorkommen. Zehn Prozent aller australischen Exporte stammen aus dieser Mine, allein die Royalties belaufen sich auf 50 Mio. US. In jüngster Zeit gab es Verhandlungen, diese Elefantenmine sogar noch weiter auszubauen. Für 15 bis 20 Mrd. USD sollte sie zu einem Tagebau umgebaut werden, der dann eine der größten Anlagen der Welt geworden wäre.
BHP Billiton kann den Schaden verkraften
BHP Billiton ist ein so riesiges, weltweit operiernedes Unternehmen, dass sogar diese gigantische Mine nur weniger als ein Prozent von deren Gewinn ausmacht. Zudem werden voraussichtlich Versicherungen den größten Teil des Schadens und des Produktionsausfalls zu bezahlen haben, dessen Höhe noch nicht genau zu beziffern ist. Daher reagierte auch der Kurs der Aktie von BHP kaum auf die Nachrichten.
Die Metallpreise zucken bereits nervös
Die Preise der aus der Mine geförderten Metalle reagierten jedoch bereits deutlich auf die Nachrichten. Immerhin sprechen wir hier über 1,1% der jährlichen Kupferproduktion weltweit. Allerdings erwarte ich im Bereich dieses Industriemetalls bisher noch keine wirklich gravierenden Auswirkungen, solange es nicht zusätzlich zu Streiks in den südamerikanischen Elefanten-Minen kommt (die in nächster Zeit drohen könnten). Denn der Kupfermarkt ist zur Zeit nicht so eng, dass er diesen Ausfall über eine begrenzte Zeit nicht aushalten könnte.
10% der Uranproduktion weltweit ist betroffen
Anders sieht es jedoch bei der Uranproduktion aus. Hier steht der Name Olympic Dam immerhin für rund 10% der weltweiten Produktionskapazität. Dieser relativ unelastische Markt hat schon in den vergangenen Jahren gezeigt, zu welchen riesigen Reaktionen er fähig ist. Also reagierten einige Akteure ziemlich nervös und Aktien der Konkurrenten wie Cameco, Energy Resources of Australia oder Uranium One fangen bereits an, aus ihren zuletzt etablierten Seitwärtsbewegungen auszubrechen. Mit welche Aktien im Bereich der Explorer bzw. Entwickler Sie von dem Unglück bei BHP Biliton profitieren könnten, erfahren Sie bei meinem Kollegen Martin Stephan im "Wahrer Wohlstand", der bereits heute seine Leser mit einer Eilmeldung über das zu empfehlende Vorgehen informiert hat.
Für Spannung ist am Rohstoffmarkt immer gesorgt
Bisher sieht es so aus, dass der Unfall auf Olympic Dam nicht so dramatische Folgen haben wird wie damals der Wassereinbruch, der Cigar Lake überschwemmte. BHP hofft noch, dass etwa ein Drittel der normalen Förderung über einen zweiten Versorgungsschacht abgewickelt werden kann, bis der Hauptschacht in einigen Monaten repariert sein wird. Der Vorfall zeigt uns aber wieder, wie angespannt selbst kurz nach der Finanzkrise die Lage an den Rohstoffmärkten weiterhin ist. Der Verbrauch ist schon wieder so hoch, dass größere Produktionsausfälle kaum kompensiert werden können und schnell zu rapiden Preissteigerungen führen können. Für Spannung ist an den Rohstoffmärkten also immer wieder gesorgt.
Nach diesem Krimi wünsche ich Ihnen nun aber erst einmal ein geruhsames Wochenende. Herzliche Grüße, bis Dienstag, Ihre
Daniela Knauer