Ohne Strategie können Sie IMMER 100% verlieren
Tom Firley in Investors Daily
vom 10. September 2009, 18:00 Uhr
ENL5454
falls Sie jetzt noch auf Schnäppchenjagd gehen möchten, warten Sie bitte charttechnische Einstiegssignale ab. 20-Tage-GD (kurzfristig) oder 256-Tage-GD (mittelfristig) und die Überwindung von wichtigen Widerständen sind hier die Kern-Kriterien. Sie werden auf diese Weise zwar so gut wie nie zu Tiefstkursen einsteigen (können), laufen aber auch nicht Gefahr in ein (weiter) fallendes Messer zu greifen.
Viele Anleger machen den Fehler, eine Aktie als günstig einzustufen, nur weil sie besonders weit gefallen ist. Nehmen wir einmal an, Sie beobachten eine Aktie, die vor ein paar Wochen bei 100 Euro stand. Danach fiel sie 10% Prozent, also auf 90 Euro. Sie denken sich: „Gut, dass ich bei 100 Euro noch nicht eingestiegen bin, jetzt ist sie günstiger."
Die Aktie fällt dann weiter auf 70 Euro, also von Ihrem Beobachtungspunkt bei 100 Euro 30%. Dann sagen Sie sich: „So, weiter fällt sie nicht mehr, jetzt steige ich ein." Sie kaufen die Aktie also bei genau 70 Euro.
Leider fällt die Aktie aber ein weiteres Mal um 20 Euro, also auf 50 Euro. Und jetzt der springende Punkt: Von 100 Euro aus gesehen, ist die Aktie weitere 20% gefallen (nominal von 70 auf 50). Von Ihrem Kaufkurs allerdings bei 70 Euro liegen Sie mit der Aktie aber bereits über 28% im Minus (20 Euro Verlust geteilt durch Kaufkurs bei 70).
Und das ist noch ein harmloses Beispiel. Halten Sie sich einfach vor Augen, dass es immer wieder einen tieferen Kurs geben kann (theoretisch bis auf Null). Aktuell Escada und Arcandor, vor einigen Jahren Deutsche Telekom und Infineon sind solche Beispiele. Die Aktien der beiden letztgenannten Unternehmen mussten Kurs-Einbußen hinnehmen, die sich der Anleger nicht einmal in den schlimmsten Albträumen ausmalte. Daher
Die so genannten Schnäppchenkurse
Wenn Sie also von Aktien zum Schnäppchenkurs lesen, dann passen Sie wirklich ganz genau auf, welche Aktie Ihnen da empfohlen wird und ob sie zumindest ansatzweise die Chance hat, einen neuen Aufwärtstrend zu beginnen. Lassen Sie sich auch nicht von einem „traumhaften" KGV ins Bockshorn jagen. Diese Maßzahl kann ein interessantes und vor allem zusätzliches Kriterium sein, allerdings NIE ein alleiniges Kauf- Kriterium. Ich hoffe, Sie erkennen:
Egal, wie weit eine Aktie schon gefallen ist, Sie können bei JEDEM Einstieg 100% Ihres Kapitals verlieren; vollkommen gleichgültig, ob die Aktie vorher bereits 10, 30, 50 oder 99 Prozent abgeben musste.
Ich wiederhole: Erst abwarten, dann zuschlagen.
Und die Stopp-Strategie nicht vergessen... Dann sind Total-Verluste so gut wie ausgeschlossen.
Viel Erfolg an der Börse wünscht
Ihr
Tom Firley