Ohne billiges Geld werden die Spekulationsblasen platzen
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 12. Mai 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
Es gibt eine Sache, die erscheint nicht in den Schlagzeilen. Natürlich nicht, sie hat es noch nicht in die Schlagzeilen geschafft, weil sie bis jetzt noch nicht wirklich passiert ist.
Aber ehe ich anfange das zu erklären, wende ich mich den Dingen zu, die es in die Schlagzeilen geschafft haben.
Die Aussichten haben sich sowohl für Amerika als auch für Großbritannien schlagartig verändert", schreibt James Bartholomew im Telegraph, die neusten Inflationszahlen in den USA liegen deutlich höher als von den meisten Leuten erwartet..."
Mr. Bartholomew versuchte die letzten Entwicklungen bei Rohstoffen und bei den Entwicklungsmärkten zu erklären. In Anbetracht der höheren Inflationszahlen - angekündigt durch die Spitzen bei den Rohstoffpreisen - haben die Investoren angefangen zu glauben, dass die Zentralbanken nun vielleicht anfangen würden, die Zinssätze verstärkt anzuheben.
Höhere Zinssätze in der aktuell stark verschuldeten Welt müssen zu Problemen führen - es sieht nicht gut aus für die Spekulanten. Es gibt Ausnahmen. Vermutlich hat kein einziges Unternehmen mehr Geld durch ZIRP (Zero Interest Rate Policy - Gemeint sind die zinslosen Kredite in Japan) gemacht, als Goldman Sachs.
Was den amerikanischen Immobilienboom am Leben hielt, waren die günstigen Kredite, sagt Evans-Pritchard. Und was die günstigen Kredite am Leben hält, ist ZIRP oder die amerikanische Variante von ZIRP: CBCPI Credit Below the Price of Inflation. (Kredite unter der Inflationsrate).
Jetzt fehlt nur noch, dass die Europäer ihre Leitzinsen weiter erhöhen. Und daran arbeitet man. Die EZB hat gewarnt: die Gefahr einer bevorstehenden Inflation steigt, es gibt keinen Zweifel, dass eine weitere Anziehung der Geldpolitik notwendig ist."
Und damit geht wohl auch die Politik des billigen Geldes in Europa ihrem Ende entgegen. Ohne billiges Geld kann sich jeder selbst ausrechnen, dass die Blasen irgendwann enden werden - so wie alle Spekulationsblasen enden ... schlecht.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Franz Steinbauer (12.05. 2011 08:00 Uhr):
Die großen Zentralbanken stecken in einer Zwickmühle. Leitzinsen HINAUF bedeutet, dass die Aktienindizes einbrechen werden, dass die Banken Probleme bekommen werden und dass die Finanzierung der Staatsverschuldung teurer wird. Zinsen UNTEN halten bedeutet, dass die Inflation anziehen wird. Es gibt hier keinen bequemen Ausweg. Meiner Vermutung nach wird die Politik der Zentralbanken eine Art von "Durchwurschtln" sein. Das bedeutet, dass sie zwar die Leitzinsen etwas erhöhen werden, aber nicht in dem Ausmass wie es notwendig wäre, um die Inflation zu stoppen. Das Ergebnis einer solchen Politik ist Stagflation und die ist auch kein sehr wünschenswerter Zustand.
Antworten - Kommentar von Dr Heinemann (12.05. 2011 13:46 Uhr):
Liebe Leser, ich habe eine Frage an Sie alle: Wann machen wir uns endlich Gedanken um unseren, nein den Euro. Er ist nicht unser Euro! Es sollten die Gedanken sein, die Banker, EZB, Regierungen aller Euro-Länder ins Gefängnis bringen. Es reicht, wie man uns betrügt. Ich gebe Ihnen hier eine Information zur Kenntnis, um die mich der ehemalige BDI-Präsident bat: "PRESSEMITTEILUNG Hans-Olaf Henkel zur Diskussion über einen möglichen Austritt Griechenlands aus dem Einheitseuro Berlin, den 9. Mai 2011 „Es ist zu begrüßen, dass Professor Sinn den möglichen Austritt Griechenlands ins Gespräch bringt. Bisher hatte sich die deutsche Wissenschaft darauf beschränkt, die negativen Folgen eines „Weiter so“ in unterschiedlicher Weise zu beschreiben, aber eine echte Alternative hatte noch niemand angeboten“, erklärt Henkel. „Die hysterische Reaktion auf Sinns Vorschläge zeigt überdeutlich, dass sowohl einige seiner Kollegen, als auch die meisten Vertreter der Wirtschaftspresse und der Politik die Diskussion über eine Abkehr vom Einheitseuro weiterhin mit einem Tabu belegen wollen.“ Zwar sei auch er der Meinung, dass ein Austritt Griechenlands zu starken Verwerfungen führen könne, aber er hoffe, dass nun eine nüchterne Diskussion über Alternativen zum Einheiteuro auch in Deutschland geführten werden, „In Finnland, Holland, im angelsächsischen Bereich, selbst in Spanien, ist eine solche Diskussion längst im Gange“, so Henkel. Eine weitere Alternative sei der von ihm vorgeschlagene koordinierte Ausstieg Deutschlands und einiger anderer Länder aus dem Einheitseuro, verbunden mit der Gründung einer eigenen Gemeinschaftswährung (Arbeitstitel: „Nordeuro“). Für die verbleibenden ca. 12 Länder solle der Euro erhalten bleiben. Man dürfe sich zudem nicht wundern, so Henkel weiter, wenn mit immer neuen „Rettungsschirmen“, die zu Lasten Deutschlands und einiger anderer Länder aufgespannt würden, die jeweilige Bevölkerung nicht nur mit wachsendem Unbehagen gegen den Einheitseuro, sondern auch gegen das „Projekt Europa“ reagiert. Es zeige sich immer deutlicher, dass sich eine kleine Anzahl von nördlichen „Geberländern“ einer größeren von „Nehmerländern“ gegenübersieht und finanziell ausgeliefert ist. „Das Geheimtreffen in Luxemburg zeigt auch“, so Henkel, „dass in den südlichen Ländern nicht nur die Bereitschaft, sondern auch die Fähigkeit, sich dem Diktat aus Sparkurs, wachsender Arbeitslosigkeit und Verlust der eigenen Steuerbasis zu beugen, drastisch abnimmt. Immer lauter wird auch dort der Ruf nach eigenen Wegen zur Wiedererlangung der Wettbewerbsfähigkeit. Nicht nur Griechenland und Portugal, auch Spanien und Italien werden ohne eine vom Einheitseuro abgekoppelte flexiblere Währung, mit eigenem Wechselkurs und ihrer Wirtschaftssituation angepassten Zinssätzen keine Chance haben, jemals ihre Wettbewerbsfähgikeit wiederherzustellen.“ Es würde immer klarer, dass der Einheitseuro nicht zu weniger, sondern zu mehr Spannungen innerhalb der Länder des Euroraums führe. Dem Ausstieg Griechenlands aus dem Einheitseuro, wie er von Prof. Sinn in Erwägung gezogen wird, sei sein Plan auf jeden Fall vorzuziehen. „Dem Schreckensszenario des Sturms auf die Banken in Athen würde so die Grundlage entzogen, die Möglichkeit, wenigstens einen Teil ihrer Staatsschulden in Euro zurückzuzahlen, bliebe erhalten“. Vor allem könnten so die Nordländer ihr finanzielles Schicksal wieder selbst in die Hand nehmen. Henkel fordert Politik, Wirtschaftswissenschaftler und Medien auf, sich mit der von ihm vorgeschlagenen Alternative eines gemeinsamen Austritts einiger „Nordländer“ aus dem Einheitseuroraum zu befassen. Auch die Deutschen sollten sich nicht länger weismachen lassen, dass in zwei deutlich unterscheidbaren Wirtschafts- und Finanzkulturen das Festhalten an einer Einheitswährung, „koste es was es wolle“, ohne Alternative sei. „Die Meinung, dass wir vom Euro am meisten profitierten, haben unsere Politiker von denen der Nehmerländer einfach übernommen. Sie stimmt nicht“, so Henkel. „Wir profitieren vom Binnenmarkt, nicht vom Euro. Die Abhängigkeit unserer Exporte vom Euroraum ist seit Einführung des Einheitseuros sogar gesunken“. Zwar würden deutsche Exporteure vom Aufwertungseffekt eines Nordeuros negativ beeinflusst, inzwischen sei Deutschland aber auch Importvizeweltmeister geworden, ca. 45% aller deutschen Exporte würden vorher importiert. „Dem Aufwertungseffekt durch Einführung eines „Nordeuros“, muss man andere positive Effekte gegenrechnen, wie billigere Importe, günstigere Energiekosten und eine insgesamt niedrigere Inflationsrate“, so Henkel. Für undemokratisch, ja skandalös, hält Henkel die Einführung eines europäischen Zentralstaates als „Nebenprodukt von Eurorettungspaketen durch die Hintertür“. Man könne das wollen, dann müsse die Politik das aber auch klar auf den Tisch legen. „Wo bleibt der Bundestag?“, fragt Henkel, „Hatte er mit der Aufgabe der D-Mark eine Währungsunion in einem Europa der Vaterländer oder eine Transferunion in einem Vaterland Europa beschlossen?“" Soweit eine weitere Stimme. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag. Ihr Dr. H.
Antworten- Antwort von Peter Harting (12.05. 2011 22:25 Uhr):
Professor Hankel hat auf diese Gefahren, die jetzt in den Südländern Tatsache hin, lange vor Einführung des Einheitseuros hingewiesen. Dieser Mann war in der Politik bekannt; aber der deutsche Sentimentalismus in der Politik hat meistens das schlechtere Ende ergriffen, und wenn mal das gute erwischt wurde, lässt man sich hinterher von denen, die auf die Nase gefallen sind, beschimpfen und die Schuld zuweisen. Henkel oder Hankel oder Sarrazzin oder Merz oder Althoff oder Raffelhüschen oder oder oder, wer immer die Wahrheit in er breiten Öffentlichkeit ausspricht, wird vom niedergemacht im Lande der Rechthaberei. Die Deutschen richten die Gewalt gern gegen ihr eigenes Bestes.
- Antwort von Peter Harting (12.05. 2011 22:25 Uhr):