Ölversorgung: Sehr beunruhigender Ausblick
Profit Radar
vom 7. August 2009, 19:00 Uhr
ENL5462
Ich komme zurück auf den letzten Profit Radar über einen wahrscheinlichen Ölpreisschock aufgrund der derzeit viel zu niedrigen Investitionen, die eigentlich dringend notwendig wären. Die internationale Energie-Agentur (IEA) liefert deshalb einen Ausblick, der beunruhigender nicht sein könnte. In ungewohnter Offenheit warnt sie vor einem neuen Schock. Und zwar vor einem Schock in dreifacher Hinsicht: Energieknappheit, Preisexplosion und eine Niederlage bei der Bekämpfung der Erderwärmung.
Das muss nicht nächste Woche sein, und auch nicht nächsten Monat - aber zumindest der Ölpreisschock ist sehr wahrscheinlich. Das sieht auch die IEA so. Fatih Birol, der Chefökonom der Energiebehörde, sieht aber schon bald „substanzielle Energieprobleme" auf uns zukommen: „Je schneller die wirtschaftliche Erholung kommt, desto wahrscheinlicher wird dieses Szenario werden."
Wie sehr die westlichen Regierungen Angst vor einem wieder stark steigenden Ölpreis haben, zeigen die jüngsten Bemühungen, gegen sogenannte Ölspekulanten vorzugehen. Sowohl der britische Premier Brown als auch der französische Präsident Sarkozy forderten vor wenigen Tagen in einem Schreiben ein gemeinsames Vorgehen der Regierungen gegen den „gefährlich schwankenden" Ölpreis.
Selbstverständlich ist gegen ein Verbot von Manipulationen des Ölpreises nichts einzuwenden. Aber seien wir doch mal ehrlich: Zum einen ist es immer einfacher und bequemer, auf Spekulanten zu schimpfen, als zum Beispiel selbst ein fundiertes Klimaschutz-Programm vorzulegen.
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