Ölpreise unter Druck
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 23. August 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
Wochenrückblick
Angesichts dessen, dass ich am Freitag - aufgrund eines wichtigen Termin den ich wahr nehmen musste - leider keinen Wochenrückblick veröffentlichen konnte, gibt es stattdessen, wie versprochen, heute eine angepasste aktuelle Fassung.
Aktienmärkte
Die Aktienmärkte entwickelten sich in der vergangenen Woche überwiegend schwächer. DAX, Nikkei und Dow Jones notierten mit Abschlägen zwischen 0,8 und 1,7%. Und auch heute setzt sich eine eher schwächere Tendenz fort. Der Shanhghai Composite Index dagegen legte gegenüber dem Schlusskurs vom 13.08. rund 1,38% zu.
Konjunkturdaten
Wie in der vergangenen Woche bekannt gegeben wurde, sind die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland im August um 7,2 Punkte auf 14 Punkte gesunken. Ein weiterer Indikator der darauf hindeutet, dass das starke Wachstum im 2.Quartal wohl nicht aufrecht erhalten werden kann. Zudem wurde ein Rückgang der deutschen Einzelhandelsumsätze für Juni bekannt gegeben. Diese sanken im Vergleich zum Vormonat um 0,5% nominal und 0,3% real. Allerdings liegen die Umsätze um nominal um 5,3% und real um 4,7% höher als im Vorjahresmonat. Am Montag wurde ein Rückgang des deutschen Einkaufsmangerindex für das Verarbeitende Gewerbe im August von 61,2 Punkten im Vormonat auf 58,2 Punkte veröffentlicht. Erwartet worden war ein Stand von 60 Punkten.
In Europa haben sich die Verbraucherpreise im Juli mit beschleunigtem Tempo erhöht. Die Inflationsrate der Eurozone stieg von 1,4% im Juni auf 1,7%. Wie die EZB bekannt gab, ist das Leistungsbilanzdefizit der Eurozone im Juni von 7,4 Milliarden Euro im Vormonat auf 4,6 Milliarden Euro gesunken. Am Montag wurde der Stand des europäischen Einkaufsmangerindex für das Verarbeitende Gewerbe im August ermittelt. Der Index weist für die Eurozone einen Stand von 56,1 Punkten aus. Erwartet worden war ein Stand von 56,2 Punkten.
Aus Japan wurde ein leichter Anstieg des BIP im 2.Quartal gemeldet. Das BIP stieg um 0,1% gegenüber dem Vorquartal. Revidiert weist der Index der japanischen Frühindikatoren einen Anstieg auf 99 Punkte aus, nach zuvor ausgewiesenen 98,9 Punkten. Die gesamtwirtschaftliche Aktivität in Japan weist für Juli einen leichten Anstieg von 0,1% gegenüber dem Vormonat aus.
Aus den USA ermittelte die FED New York in der vergangenen Woche einen Anstieg des Empire State Manufacturing Index auf 7,1 Punkte. Auch wurde ein Anstieg der US-Industrieproduktion im Juli um 1% ermittelt. Prognostiziert worden war nur ein Anstieg um 0,6%. Die Kapazitätsauslastung lag bei 74,8 %. Die US-Erzeugerpreise sind im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,2% gestiegen, in der Kernrate um 0,3%. Enttäuschend zudem die US-Baubeginne. Wie das US-Handelsministerium bekannt gab, sind die US-Baubeginne im Juli auf 546.000 gestiegen. Erwartet worden war aber ein Wert von 560.000, nach (wie immer nach unten revidierten) 537.000 im Vormonat. Die Baugenehmigungen sanken auf 565.000 im Juli - das entspricht dem niedrigsten Level seit Mai 2009. Erwartet worden war hier ein Wert von 580.000. Am Donnerstag wurde ein erneuter Anstieg der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gemeldet. Die Anträge stiegen um 12.000 auf 500.000 - das entspricht dem höchsten Stand in 9 Monaten. Erwartet worden war ein Rückgang auf 478.000. Die Zahl der Erstanträge in der Woche zuvor wurde um 4.000 auf 488.000 nach oben revidiert. Ähnlich deutlich drifteten auch Erwartung und Realität bezüglich der Frühindikatoren für das Verarbeitende Gewerbe in der Region Philadelphia auseinander. Der Philly-FED-Index sank im August von + 5,1 Punkten im Vormonat auf - 7,7 Punkte. Zuvor wurde ein Anstieg auf + 7 Punkte erwartet. Am Montag wurde ein Rückgang des Chicago FED National Activity Index von -0,12 auf -0,70 im Juli ermittelt.
Devisen
Angesichts der überaus enttäuschenden Daten aus den USA, aber auch der schwachen Indikatoren aus Europa und Deutschland, verstärkte sich in der vergangenen Woche zusehends eine pessimistische Grundhaltung, die wiederum sowohl die Aktienmärkte, als auch in enger Korrelation den Euro belastet und im Umkehrschluss die so genannten Safe Haven Währungen, wie JPY oder CHF, aber auch USD unterstützt. EUR/USD, der am Mittwoch zeitweilig noch über 1,29 notierte, sank zum Ende der Woche bis auf unter 1,2700. Am Montag setzt sich der Druck auf die Einheitswährung fort, mit dem Tief bei 1,2646. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,2673. Zum Druck auf die Einheitswährung trugen auch Kommentare seitens Bundesbank-Chef Weber bei. Dieser, sonst nicht für derartige Äußerungen bekannt, glaub, es sei nicht weise, zu schnell vom aktuellen Kurs der expansiven Geldpolitik abzurücken.
Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Energie
Auch die Ölpreise standen vor allem zum Ende der vergangenen Woche unter Druck, was sich auch am Montag fortsetzt. WTI zur Lieferung im Oktober notierte am Dienstag noch zeitweilig über 76 USD, gab aber bis Freitag auf 73,45 US-Dollar pro Barrel im Tief ab.
Die Ölpreise reagieren vor allem auf die vorherrschende sich verfestigende pessimistische Grundhaltung. Die Sorge um die Entwicklung der US-Wirtschaft und einen eventuellen Rückfall in die Rezession belasten die Ölpreise ebenso, wie erste Anzeichen dafür, dass sich auch die chinesische Ölnachfrage rückläufig zeigt. Platts zufolge ist die chinesische Ölnachfrage im Juli um 5,6% gegenüber dem Vormonat auf 8,47 Millionen Barrel pro Tag gefallen.
Aktuell notiert WTI zur Lieferung im Oktober bei 72,98 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im Oktober notiert aktuell bei 73,45 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Metalle
Edelmetalle
Der Goldpreis ist in der vergangenen Woche weiterhin stabil gestiegen und erreichte am Donnerstag in der Spitze zeitweilig die 1.240 US-Dollar pro Unze.
Hier wirken die pessimistische Stimmung und Konjunktursorgen unterstützend für das Safe Haven Instrument Gold. Vor allem die Nachfrage seitens der Investoren zieht wieder an, wie ein erneuter Anstieg der Netto-Long-Positionen seitens der Spekulanten im Goldmarkt zeigt.
Am Montag muss Gold, in Korrelation zur USD-Stärke wieder ein wenig abgeben...
Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.225,60 US-Dollar pro Feinunze in New York.
Der London Gold Fix PM wurde heute bei 1.226 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt.
Basismetalle
Auch die Industriemetallpreise mussten zum Ende der vergangenen Woche nachgeben, angesichts der überaus schwachen Konjunkturdaten aus den USA und einer wachsenden Konjunkturpessimistischen Stimmung, sowie der USD-Stärke.
So fiel der Kupferpreis von 3,24 US-Dollar pro Pfund am Mittwoch, bis auf 3,29 US-Dollar pro Pfund im Schluss am Freitag.
Während generell risikoaversives Verhalten belastend wirkt, wirken wiederum in einigen Fällen allerdings die fundamentalen Rahmenbedingungen entgegen. So meldet heute Shanghai zum ersten Mal in 3 Wochen einen Rückgang der Kupfer- und Zinkbestände, was wiederum etwas Optimismus auf die chinesische Nachfrageseite bringt.
Kupfer notiert aktuell bei 3,29 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.
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