Ölpreis konsolidiert
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohöl als Geldanlage
vom 9. Oktober 2009, 20:00 Uhr
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Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Die Aktienmärkte entwickelten sich in dieser Woche wieder deutlich freundlicher. So legte der DAX im Vergleich zur Vorwoche rund 4,4% zu. Der Nikkei schloss mit 2,9% im Plus gegenüber der Vorwoche und der Shanghai Composite legte nach Eröffnung der Börsen, nach einwöchiger Pause aufgrund der Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag rund 4,4% zu gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche. Der Dow Jones notiert aktuell mit rund 3,5% im Plus gegenüber der Vorwoche.
Während das Statistische Bundesamt für Deutschland weiterhin relativ erfreuliche Daten meldet (so ist laut Bundesamt im August die Erzeugung im produzierenden Gewerbe, nach vorläufigen Berechnungen um 1,7% gestiegen, nach einem Minus von 1,1% im Vormonat; zudem sind die Auftragseingänge der Deutschen Industrie im August stärker als erwartet um 1,4% gegenüber dem Vormonat angestiegen), deuten dagegen insbesondere neueste Indikatoren aus den USA und Japan eine Verlangsamung der Erholung an. Während in den USA im August zum ersten Mal seit Januar die Auftragseingänge für langlebige Güter eingebrochen sind, zeigt sich die Wachstumsrate im japanischen Maschinenbau deutlich schwächer als erwartet. Hier wurde zwar ein Plus von 0,5% für August ausgewiesen, doch der Konsens hatte zuvor ein Wachstum in Höhe 2,1% prognostiziert.
Auf der anderen Seite beginnt die Berichtssaison in den USA - wie im Vorquartal - wieder äußerst positiv. Von bislang 31 S&P Unternehmen, haben 74% mit ihren Ergebnissen die Prognosen übertroffen. Dies ist ein Aspekt, welcher wiederum die Risikorallye unterstützt und Druck auf die US-Währung ausübt.
Der USD konnte nach den Rückschlägen zur Wochenmitte hin heute morgen zunächst wieder etwas fester in den Handel starten. Dabei scheint diese Bewegung heute sogar leicht abwegig, wenn man weitere Faktoren wie das starke Plus im chinesischen Aktienmarkt bedenkt.
Die neusten FED-Kommentare dürften wohl ebenso wenig als ausschlaggebender Faktor für diese Bewegung gewertet werden. Obwohl der Zeitpunkt der Kommentare - betrachtet man den Kontext - sicher nicht schlecht gewählt war, haben die FED-Offiziellen jede Kontroverse vermieden und im Grunde nichts Neues verlauten lassen. So gab FED-Chef Bernanke lediglich zu Protokoll, dass man die Geldpolitik natürlich einmal straffen werde und im Grunde auch bestrebt sei endlich Luft aus der FED-Bilanz abzulassen - sofern, ja sofern die konjunkturelle Erholung dies zulässt. Das übliche Wenn...Dann also! Nach wie vor sieht man allerdings die Notwendigkeit dieser Maßnahmen noch nicht gegeben, oder anders: nach wie vor wird eine lockere Geldpolitik benötigt. Im Grunde versichert die FED also nur ein weiteres Mal, dass man sich der Inflationsgefahren einer lockeren Geldpolitik bewusst sei und selbstredend im entscheidenden Moment eingreifen wird. Als hawkish würde ich die Kommentare der FED soweit noch nicht bezeichnen, obgleich mit der australischen RBA mittlerweile eine der großen Notenbanken damit begonnen hat die Zinsen anzuheben.
Mein Eindruck ist jener, dass die Märkte gegenwärtig von zwei gegensätzlichen Kräften bestimmt werden - zum einen die positive Berichtssaison, welche die Risikomärkte unterstützt und Druck auf den USD ausübt. Zum anderen die schwächeren Konjunkturdaten, welche eher eine risikoaversivere Haltung unterstützen.
EUR/USD der von 1,4814 gestern bis auf 1,4672 heute fiel, notiert aktuell bei 1,4707 und scheint weiterhin im Bereich um 1,47 zu konsolidieren.
Energie
Die Rohölpreise können sich in dieser Woche weiterhin stabil halten. Die Marke um die 70 US-Dollar bleibt für WTI weiterhin ausschlaggebend. Auf Preisrücksetzer bis auf 69 US-Dollar folgen rasch neue Preisanstiege, mit einem gestrigen Hoch bei 72,58 US-Dollar pro Barrel.
Dies obgleich die Fundamentalen weiterhin Schwächen aufweisen. Zwar hat die Internationale Energieagentur ihre Ölnachfrage-Prognose für das aktuelle, sowie das kommende Jahr ein weiteres Mal angehoben (die Agentur prognostiziert für 2009 einen Nachfragerückgang um 1,7 Millionen Barrel pro Tag und für 2010 ein Wachstum um 1,4 Millionen Barrel pro Tag), doch dies ist vor allem dem Nachfragewachstum in den Emerging Markets zuzuschreiben (wobei hier allerdings, beispielsweise in China, ein deutlicher strategischer Lagerbestandsaufbau besteht). In den westlichen Industrienationen dagegen gibt es weiterhin keine Anzeichen für eine Erholung der Nachfrage. Zudem prognostiziert Oil Movements für die vier Wochen bis zum 24. Oktober einen Anstieg der OPEC-Exporte um 160.000 Barrel pro Tag.
Vielmehr werden die Ölpreise auch weiterhin durch die Risikorallye, also in Korrelation zu den Aktienmärkten getrieben, ebenso wie durch die USD-Schwäche. Auch wachsende Inflationserwartungen tragen ihr Übriges dazu bei.
WTI zur Lieferung im November notiert aktuell bei 71,82 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im November notiert aktuell bei 70,01 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Metalle
Edelmetalle
Der Goldpreis hat am Donnerstag ein neues Allzeithoch bei 1.061 US-Dollar pro Feinunze erreicht.
Auch hier gelten nach wie vor die gleichen Bedingungen: USD-Schwäche, Inflationserwartungen, sowie tatsächlich auch die Risikorallye unterstützen die Goldpreisentwicklung.
Am Freitag gibt der Goldpreis nach Gewinnmitnahmen und einem wieder etwas stärkeren USD wieder leicht ab.
Aktuell notiert Gold bei 1.047,30 US-Dollar pro Feinunze an der COMEX. Der London Gold Fix PM wurde heute bei 1.051,50 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt.
Basismetalle
Die Industriemetalle können bis Freitag deutlich zulegen - auch hier wirken die gleichen Indikatoren unterstützend: USD-Schwäche und wachsende Inflationserwartungen, steigende Aktienmärkte und wachsende Risikofreude.
Konjurmetall Kupfer erreicht am Donnerstag ein 3-Wochen-Hoch bei 2,85 US-Dollar pro Pfund.
Dies obgleich die fundamentalen Kriterien nach wie vor Schwäche beweisen. So geht die Internationale Copper Study Group von einem wachsenden Überschuss im kommenden Jahr aus. Die Gruppe prognostiziert für 2010, dass das Kupferangebot die Nachfrage um 539.000 Tonnen übersteigen dürfte. Für 2009 prognostiziert die Gruppe einen Angebotsüberschuss in Höhe von 368.000 Tonnen.
Am Freitag müssen die Metallpreise allerdings wieder abgeben, nachdem der USD erneut zwischenzeitliche Stärke beweist.
Aktuell notiert Kupfer bei 2,80 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.
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