Ölpreis in Asien auf über 92 US$
Volkmar Michler in Profit Radar
vom 26. Oktober 2007 19:00 Uhr
ENL5454
Haben Sie gestern Abend die neue Sendung mit Harald Schmidt und Oliver Pocher gesehen? Die Premiere nach der Neubesetzung war nach meiner Einschätzung das schlechteste was ich in der letzten Zeit von der Harald-Schmidt-Show gesehen habe. Dafür, dass ich hier monatelang am Konzept gebastelt und geprobt wurde, war die live aufgezeichnete Sendung (im Gegensatz dazu sendet die 3satBörse, in der ich weiterhin regelmäßig auftreten werde, tatsächlich live) völlig belanglos.
Schmidt arbeitete sich eher bemüht an aktuellen Themen ab. Nur beim Thema Sprompreiserhöhung blitzte seine bewährte Mischung aus Zynismus, Witz und Schlagfertigkeit durch. Warum wir denn etwas gegen Strompreiserhöhungen hätten, sagte er etwa sinngemäß, wir könnten uns doch schon bald auf billigen Atomstrom aus dem Iran freuen.
In der Tat haben die geopolitischen Risiken den Ölpreis in neue Höhen befördert. Dahinter steckt der Konflikt der Türkei mit den Kurden, der auf irakischem Gebiet ausgetragen wird. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Die andere lautet: Die Lagerbestände, vor allem in den USA, sind niedrig, und die Nachfrage ist weiterhin ungebremst hoch. Auch wenn die weiterhin anhaltende Kredit- und Immobilienkrise in den USA Rezessionsängste schürt, spiegelt sich das nicht im Ölpreis wider.
Auch wenn der IWF aufgrund dieser Krise die Wachstumsprognose für die USA deutlich von 2,8% auf 1,8% für das nächste Jahr nach unten korrigiert hat, hat selbst diese Verlangsamung des Wachstums noch keine Auswirkung auf den Ölpreis.
Dies hat auch damit zu tun, dass der IWF die Weltwirtschaft auch das nächste Jahr noch in einer sehr stabilen Verfassung sieht. Die Prognosen wurden lediglich von 5,2% BIP-Wachstum auf 4,8% nach unten korrigiert. Für China fällt die Abschwächung marginal aus.
Mit anderen Worten: Die Nachfrage nach Öl wird trotz Verlangsamung sehr hoch bleiben. Um genau zu sein: sie wird noch weiter zunehmen. Denn auch eine Verlansamung des Wachstums bedeutet, dass wir weiterhin über eine Zunahme des Verbrauchs reden. Peter Beutel, Präsident einer Beraterfirma, belegt die dramatische Situation mit Zahlen: “Nach den neuesten Daten des US Department of Energy kommen wir zurück zu einem der wichtigsten fundamentalen Faktoren: Das Angebot an Öl hinkt der Nachfrage täglich um 1,8 Millionen Barrel hinternehr.”