Ölpreis: hält die 75 USD-Marke?
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 13. August 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
Rohstoffe Wochenrückblick: Agrarrohstoffe und Ausblick
Soft Commodities
Nachdem die Weizenpreise am vergangenen Freitag nach der massiven Übertreibungsphase und den förmlich explodierenden Preisen deutlich eingebrochen war, zeigten sich die Preise in dieser Woche eher mit einer gewissen Seitwärtstendenz.
Am Donnerstag konnten die Preise allerdings zwischenzeitlich noch einmal deutlicher zulegen, nachdem das USDA seine neuesten Prognosen vorgestellt hatte.
Das USDA prognostiziert nun, nach den Wetterkatastrophen, für die weltweite Weizenernte in 2010/11 einen Rückgang um 15,3 Millionen Tonnen auf 645 Millionen Tonnen. Für Russland prognostiziert das USDA einen Rückgang der Exporte auf 3 Millionen Tonnen, nach 18,5 Millionen Tonnen im Vorjahr.
Für die US-Weizenlagerbestände revidiert das USDA nun seine zuvor getroffene Prognose um 4 Millionen Tonnen auf 26 Millionen Tonnen nach unten. Die weltweiten Weizenlagerbestände sollen um 12,3 Millionen Tonnen gegenüber der zuvor getroffenen Prognose auf 175 Millionen Tonnen sinken.
Dezember-Weizen erreichte am Donnerstag nach der USDA-Prognose eine Spitze bei 7,63 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Am Freitag mussten die Preise angesichts der USD-Stärke wieder etwas abgeben.
Dezember-Weizen notiert aktuell bei 7,31 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Ausblick
Deutlich weniger zuversichtlich als die IEA zeigt sich die OPEC was die Ölnachfrageentwicklung angeht. Für 2010 erwartet die OPEC einen Anstieg der weltweiten Ölnachfrage um 0,9 Mio. Barrel pro Tag. Dementsprechend ergäbe sich eigentlich ein Angebotsüberschuss in Höhe von 400.000 Barrel pro Tag, im Vergleich mit der OPEC-Produktion. Oli Movements berichtet zudem von einem Rückgang der OPEC-Lieferungen in den 4 Wochen bis zum 28.August in Höhe von 430.000 Barrel pro Tag. Dies deutet auf eine schwächere Nachfrage aus Asien hin. Dennoch werden die Ölpreise nach wie vor vor allem durch die Stimmung getrieben. Sollte die kommende Woche weiter unter dem Eindruck des Pessimismus stehen, dürfte auch die 75 USD-Marke wieder nach unten durchbrochen werden. Grundsätzlich sind die Ölpreise somit zurück in ihrer alten Range zwischen 70 und 80 USD pro Barrel.
Angesichts der vorherrschenden pessimistischen Stimmung dürfte der Goldpreis, trotz der aktuellen USD-Stärke weiterhin gute Unterstützung finden.
Schwache Wachstumsaussichten und Konjunkturpessimismus belasten natürlich auch die Industriemetallpreise. Dennoch darf hier die fundamentale Ausgangslage nicht außer Acht gelassen werden, die nach wie vor unterstützend für Kupfer wirkt. Somit sollten sich weitere Verluste im Kupferpreis im Rahmen halten.
Grundsätzlich dürften die Grains weiterhin gut unterstützt bleiben. Weizen dürfte vorerst eine Unterstützung um die 7 USD-Marke herum gefunden haben, bleibt aber anfällig für Übertreibungen.
So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für diese Woche und wünsche Ihnen noch ein schönes Wochenende..liebe Grüße und bis nächsten Montag, wenn wir uns wiederlesen...
Ihre Miriam Kraus
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