Öl und Schulden
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 24. November 2010, 07:30 Uhr
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Die Chinesen brauchen immer mehr Öl. Aber sie verwenden es in einer Wirtschaft, die zu einem Großteil ein Phantasiegebilde ist - man produziert Dinge für die Amerikaner, die kein Geld haben, diese Dinge zu bezahlen. Es ist nur eine Frage der Zeit (ich werde das so lange sagen, bis genau diese Zeit reif ist ...oder bis ich unter die Erde komme...was auch immer zuerst eintritt) bis die Amerikaner nicht weiter kaufen.
Kein Volk kann auf ewig Schulden machen - selbst dann nicht, wenn man selbst die Reservewährung der Welt hat. Der amerikanische Schuldenhunger steht in enger Zusammenarbeit mit dem Boom in China. Irgendwann wird auch das ein Ende haben. Sobald es so weit ist, wird auch die Nachfrage nach Produkten aus China sinken und damit dann auch der Ölverbrauch in China.
Aber der Rückgang des amerikanischen Konsums wird auch noch andere Konsequenzen haben. In der starken Schuldenkultur der angelsächsischen Welt wird eine Kontraktion bei den Krediten - oder ein Rückgang der Verbraucherausgaben - verheerende Auswirkungen haben. Zu viele Menschen schulden zu viel Geld. Wenn sie nicht mehr zahlen können, ist das gesamte System von einem Zusammenbruch bedroht. Das ist natürlich das Letzte, was die Heuchler bei der Fed, beim Kongress oder der Regierung wollen.
Ben Bernanke kündigte an, dass es weitreichender Mittel bedürfe, das zu verhindern - wir verfügen über eine technische Errungenschaft, die sich Druckerpresse nennt". Sie können sich den Aufschrei vorstellen, der von den Hausbesitzern kommen wird, wenn immer mehr ihre Häuser verlieren. Sie können sich vorstellen, wie eifrig die öffentlichen Vertreter darum bemüht sein werden, die Wunder der Vergangenheit zu wiederholen - die Rettungsaktionen des LTMC-Hedgefonds...die Erholung von dem Crash nach 1987...die Abwendung der Rezession in 2001.
Um alle hat man sich auf die gleiche Weise gekümmert. Mit mehr verfügbarem Geld und Kredit.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Friedrich Mikuska (24.11. 2010 08:53 Uhr):
Wenn ich Zahlen höre, dass es in China eine kaufkräftige Mittelschicht von 230-250 Mio. Leute gibt, dann glaube ich, dass der größere Teil der chin. Produktion im Inland abgesetzt wird. Die Aussehandelsbeziehungen zu den USA sind noch immer wichtig, aber ihre Bedeutung für die chin. Wirtschaft ist rückläufig, wie ich auch glaube (oder mehr hoffe?) dass dies für die gesamte Weltwirtschafzt gilt.
Antworten - Kommentar von KH (24.11. 2010 11:26 Uhr):
Da in den verbrieften Hypothekenpapieren, die Schuldner nicht mehr zu identifizieren sind und deshalb jahrelange Klagen laufen würden, könnte ich mir vorstellen, dass dies der nächste Coup ist der über die Bühne geht, d.h. der US-Staat würde über ihre Staatshypobanken Fanny und Fredi diese Privatschulden übernehmen, der Dollar wird weiterhin dadurch an Wert verlieren, der Export steigt, die Arbeitsplätze nehmen wieder zu und im Volk macht sich wieder Optimismus breit. Die Währung spielt nur noch eine zweitrangige Rolle da am Schluss es dann zu einer Neuverhandlung der Schulden kommt mit China. Dabei wird man sich einigen den restlichen Teil der Schulden die noch nicht weginflationiert sind mit einem Haarcut zu reduzieren und China hat dann weiterhin einen Massenmarkt um seine Produkte loszuwerden um die Arbeitsplätze in China zu erhalten und somit ist allen gedient. Die Währung spielt nur noch das Mittel zum Zweck also eine zweitrangige Rolle. Der Rest der Welt kann dann das Spiel nur noch nachvollziehen.
Antworten - Kommentar von Regelmann (24.11. 2010 11:26 Uhr):
Lieber Bill Bonner, überschätzen Sie da nicht etwas die Größe der USA? Wenn der Binnenmarkt in China RICHTIG am Laufen ist dann brauchen die weder die USA noch Europa um ihre Waren loszuwerden. Dann sinkt auch der Ölverbrauch wohl kaum.... Gruß H.R.
Antworten - Kommentar von Ralf Banna (24.11. 2010 11:28 Uhr):
Hallo Bill, gibt es da nicht Goldmünzen, welche als Zahlungsmittel direkt einsetzbar sind ? So wie Krügerrand denke ich. Oder auch der Kanadische Maple Leaf? Und was ist mit Russland ? Ist der Rubel inzwischen stabil ? Gibt es schon (wieder) Goldrubel ? Gruß aus Starnberg,R.B. P.S. Am Tage eines unlängsten EURO-WE-Propaganda-Seminars in der Evg. Akademie in Tutzing, bei welchem ich ursprünglich teilnehmen wollte, mich aber ob der Teilnehmer- liste nur kurz in den Salon schlich, um mir einmal EURO-(Martin) Schulz(e) von der Soz. Fraktion sowie den Buchhalter in Person Klaus Eichel aus der Nähe anzusehen, da erhaschte ich eine türkische 50 YENi Münze - und erstarrte vor Staunen: Die sieht näm- lich genauso aus wie die 50 EURO- Cent-Münzen. Frage: Ob der derzeitigen Spannungen bzgl. der schon längst überholten Beitrittsfrage bzw. Beitrittsfalle der Türkei zur EURO-Knechtschaft: Wurden insgeheim schon Vorkehrungen getroffen, auch die Türkei währungs-politisch zu versklaven ? Angesichts des trilateralen Aufgebots jeweils bei den Evg. Akademietagungen würde mich das nicht wundern......
Antworten - Kommentar von Hochheimer (24.11. 2010 23:46 Uhr):
Die zentrale Frage lautet : Gelingt es den Chinesen den voraussehbaren Einbruch des US-Exportes durch steigende Inlands-nachfrage zu kompensieren ? Dies halte ich für möglich. Die nötigen Geldmittel sind vorhanden.Und der Bedarf ist riesig .Allerdings sind die Bedürfnisse in beiden Ländern unterschiedlich. Die Produktionsumstellung müßte schnell vonstatten gehen .
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