Öl kämpft mit massiven Widerständen
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 1. August 2011, 13:00 Uhr
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am Freitag erhielten die Bären am Aktienmarkt weiteres Wasser auf die Mühlen. Wie das Handelsministeriums an diesem Tag mitteilte, legte die US-Wirtschaft von April bis Juni nur um 1,3 % zu. Die US-Wirtschaft ist damit im ersten Halbjahr 2011 so langsam gewachsen wie seit dem Ende der Rezession vor zwei Jahren nicht mehr.
Gleichzeitig korrigierte das Handelsministerium das Wirtschaftswachstum für das erste Quartal 2011 auf nur noch 0,4 % nach unten. Bisher war die Regierung von einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 1,9 % ausgegangen.
Das sind schon ziemlich schlechte Daten, allerdings beziehen sie sich auf die Vergangenheit und müssen somit einfach abgehakt werden.
Wovon berichten die Medien da bloß?
Entgegen den Medienberichten, die zuletzt über neue inflationäre Tendenzen berichteten, wurde die jährliche Inflationsrate des Euroraums für Juli 2011 auf 2,5% vorausgeschätzt. Dies geht aus einer veröffentlichten Vorausschätzung von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, hervor. Im Juni lag die Rate noch bei 2,7%.
Mit meiner Erwartung, dass sich die Preisentwicklung weiter entspannt, fühle ich mich weiterhin recht wohl. Ich hatte ja in der jüngsten Vergangenheit viel über dieses Thema berichtet und verstehe daher nicht so recht, wovon die Medien da berichten.
Zeit für einen Blick auf die Öl-Charts
Als ich am 29. Juni meine letzte charttechnische Analyse des Ölpreises begann, berichtete ich noch über die gemeinsame Aktion der Internationalen Energieagentur (IEA). Innerhalb von 30 Tagen sollten 60 Millionen Barrel Öl auf den Markt gebracht werden. Dieser Zeitraum ist nun rum. Also genau der richtige Zeitpunkt, um mal wieder einen Blick auf die Charts zu werfen.
Den folgenden Chart der Öl-Sorte WTI kennen Sie bereits, ich hatte ihn zuvor schon mehrfach und auch am 29. Juni verwendet. Damals hatte der Kurs die gesamte Breite des orangen Trendkanals ausgereizt. Seitdem tendiert der Kurs leicht aufwärts, verbleibt aber im schwarzen Trendkanal.
(Quelle: CFX-Broker) US-Öl, Candlestick-Chart, Wochenkerzen
Öl kämpft mit massiven Widerständen
Gerade im kurzfristigen Chart ist sehr gut erkennbar, wie sowohl die runde 100 USD-Marke als auch die schwarze Trendkanallinie einen zu starken Widerstand für den Öl-Preis darstellten.
(Quelle: CFX-Broker) US-Öl, Candlestick-Chart, 1-Stunden-Kerzen
Allerdings hielten auch die Aufwärtstrendkanäle (blau und orange).
Unter Hinzuziehung der Fibonacci-Marken hatte ich als mögliches Kursziel den Bereich im rechten grünen Kreis ausgemacht, da sich dort die untere Begrenzung des schwarzen Trendkanals und das 38,20%-Fibonacci-Retracement kreuzen (siehe folgender Chart).
(Quelle: CFX-Broker) US-Öl, Candlestick-Chart, Wochenkerzen
Hierzu müssten allerdings der blaue und der orange Trendkanal brechen, die aber bislang dem Ölpreis ganz klar den Weg weisen. Daher schrieb ich auch zuletzt: "Allerdings ist auch hier, ebenfalls wie beim Dow Jones, zunächst ein Trendbruch abzuwarten, bevor dieses Kursziel aktiviert ist." Bis heute hat sich hieran nichts geändert, wie man in den Charts sehen kann.