Öl - Elliott-Wellen und Trends liefern unterschiedliche Signale
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 16. Februar 2011, 13:00 Uhr
ENL5454
In beiden vorgestellten Szenarien endet die Elliott-Wellen-Analyse mit einer "laufenden Korrektur". Völlig unabhängig davon, wie der Wellenverlauf davor gezählt wurde (und daher habe ich hier auch die Bezeichnungen im folgenden Chart entfernt), müssten im Anschluss daran steigende Kurse folgen. Tatsächlich ist der Öl-Preis der Sorte WTI (US-Öl West Texas Intermediate) jedoch am Montag unter das Ende der Welle C gefallen (roter Kreis).
(Quelle: CFX-Broker) US-Öl, Candlestick-Chart, Tageskerzen
Damit muss ab diesem Zeitpunkt die Zählung erneut überarbeitet werden.
Elliot-Wellen und klassische Charttechnik liefern unterschiedliche Signale
Die Trendlinien nach klassischer Charttechnik lassen derzeit einen Kreuzwiderstand erkennen, an dem sich der Kurs derzeit die Zähne ausbeißt und der so weitere Kursgewinne erfolgreich verhindert hat. Im Chart ist dieser Umstand an den blauen und roten Linien sehr schön zu erkennen.
Die beiden Elliott-Wellen-Szenarien deuteten jedoch auf weiter steigende Kurse hin. Im ersten Fall war erst die Welle 4 abgeschlossen, im zweiten Fall sogar erst die Welle 2.
Nur wenn Elliott-Wellen-Analyse und die klassische Chartanalyse zum gleichen Ergebnis kommen, entsteht für mich ein gutes Signal zum Kauf bzw. Verkauf.
Weiterentwicklung der Elliott-Wellen-Theorie sinnvoll?
Insgesamt muss ich weiterhin feststellen, dass die Interpretation des Kursverlaufs seit Mitte 2009 mithilfe der Elliott-Wellen-Theorie nur sehr schwer möglich ist. Dies habe ich gestern auch in einem Interview mit dem DAF Deutsches Anleger Fernsehen so geäußert.
(Sie können sich dieses Telefon-Interview hier anhören und auch ansehen.)
Einige Elliott-Waver haben die Grundlagen der Theorie stark weiterentwickelt und versuchen so auch derart komplizierte Verläufe, mit unendlich vielen Überschneidungen, zu erklären.
Hiervon halte ich nicht viel. Man muss immer wieder bedenken, wann Elliott seine Theorien aufstellte - um 1930! Hier gab es noch keine Stunden-, Minuten- oder gar Sekundencharts. Geschweige denn Indikatoren wie den MACD oder sonstige charttechnische Hilfsmittel.
Kürzlich schrieb mir gar ein Leser zu meiner Gold-Analyse vom 28. Januar in einem Kommentar, dass er die Elliott-Wellen sogar im "Wellenverlauf am MACD im daily chart verfolge".
Keep it simple !
Mein Motto hingegen: Keep it simple !
Zu viele Analyse-Methoden liefern zu viele Signale - und dies meist sogar gegensätzlich. Während der eine Indikator schreit: KAUFEN!, brüllt der andere Oszillator: VERKAUFEN!
Da müsste einem doch ganz schwindelig werden.
Halten Sie sich vorläufig daher bitte an die eingezeichneten Trendlinien, die schon recht lange Bestand haben und die ich Ihnen rechtzeitig bereits in die Charts eingezeichnet habe. Diese boten in der letzten Zeit eine hervorragende Orientierungshilfe - auch ohne viel Hokus-Pokus.
Dennoch habe ich für Sie noch eine Trading-Idee für Öl, die Ihnen durchaus gefallen könnte.
