Öl - Elliott-Wellen-Analyse - ist der Aufwärtstrend erst am Anfang?
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 19. Januar 2011, 13:00 Uhr
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Viel wichtiger ist jedoch, was sich kurzfristig bewegt. Die steigenden Rohstoffpreise bleiben auch der Politik nicht verborgen. Und dort ist der Kreativität über neue Markteingriffe ja bekanntlich keine Grenze gesetzt.
Spekulanten treiben die Preise - nicht die Öl-Knappheit
Beobachten konnte diese neben den gestiegenen Preisen insbesondere, dass laut dem Handelsblatt das Volumen offener Termingeschäfte an den US-Rohstoffbörsen in 2010 um die Hälfte auf 848 Milliarden Dollar gestiegen ist - mehr als auf dem Höhepunkt der Rohstoffpreisblase des Jahres 2008. Die Geschäfte von Finanzinvestoren wie Hedge-Fonds wuchsen sogar um 76 Prozent.Und diese wirken nicht nur auf den Ölpreis. Gerade durch die steigenden Preise bei Nahrungsmitteln könnten Unruhen in der Bevölkerung entstehen. In Indien ist etwa die Inflationsrate für Lebensmittel im Jahresvergleich auf 18 Prozent, in China auf zwölf Prozent gestiegen.
Nach Einschätzung von Experten bestimmen derzeit spekulative Anleger das Geschehen an den Ölmärkten. Dieser Meinung schließt sich auch das Ölkartells Opec an. Wie das Handelsblatt ebenfalls berichtet, bestehe eine Knappheit laut der Organisation nicht. Und so sehen mehrere Opec-Länder trotz des anziehenden Ölpreises bislang keinen Anlass für eine Ausweitung der Förderung.
(Daher funktionieren die Marktkräfte derzeit nicht.)
Wenn die Spekulanten satt sind...
Und genau diese kurzfristige Einschätzung lässt auch mich weiterhin hoffen, dass der Ölpreis ausschließlich durch Spekulationen kurzfristig so hoch getrieben wurde und daher nicht mehr lange auf diesem Niveau verbleiben wird. Der Ölpreis befindet sich einfach in Sippenhaft, da derzeit einfach alles steigt (natürlich auch liquiditätsbedingt). Doch solche Anstiege sind immer mit schnellen, heftigen Rücksetzern verbunden.
Untersuchung des Bundeskartellamts werden nichts bewirken
Seit mehreren Jahren laufen Untersuchung des Bundeskartellamts zu Preisabsprachen in der Branche. Deren Ergebnisse sollen nun Ende Januar veröffentlicht werden.
Ich erwarte hier keine Überraschungen und Konsequenzen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Preisabsprachen aufgedeckt werden.
Charttechnisch nicht viel neues
Charttechnisch kann ich Ihnen nicht viel neues verkünden. Gegenüber meiner letzten Analyse vom 8. Dezember hat sich, mal abgesehen von leicht gestiegenen Kursen (damals stand der Kurs bei 87,30 USD), nicht viel geändert. Daher nachfolgend auch der aktuelle Chart, den ich nahezu unverändert übernommen habe. Lediglich einige horizontale Linien habe ich entfernt, um die Übersichtlichkeit zu erhöhen.

(Quelle: CFX-Broker) Öl, Candlestick-Chart, Tageskerzen
Ich bin gespannt, ob der Kreuzwiderstand aus roter und blauer Aufwärtstrendlinie noch gebrochen werden kann. Zuletzt war insbesondere die blaue Trendlinie der Deckel für den Kurs. Nun kommt noch die rote hinzu.
Die Kursziele auf der Ober- (103 USD, dort liegt auch das 61,8%-Fibonacci-Retracement) und Unterseite (80 USD) sind klar.
Elliott-Wellen-Analyse
Was mir auch weiter Hoffnung gibt, dass es doch auch mal runter geht, ist die Tatsache, dass sich eine Impulswelle bzw. Antriebswelle nach der Elliott-Wellen-Theorie aus meiner Sicht nicht zählen lässt. Dafür gibt es zu viele Überschneidungen.
Diagonales Dreieck vom Typ II möglich?
Lediglich ein diagonales Dreieck des Typs II ist derzeit denkbar.

Tritt ein Dreieck, statt am Ende eines Trends in der Welle 5 oder C, am Anfang eines Trends in der Welle 1 oder A auf, so spricht man von einem diagonalen Dreieck des Typs 2. Diese Formation kann identifiziert werden anhand ihres Musters, welches aus fünf Wellen in der Form 5-3-5-3-5 besteht.
Befindet sich der Aufwärtstrend erst am Anfang?
Dies würde bedeuten, dass wir uns nach der Korrektur am Ende der Welle 5 (auch v) nun in einem neuen Aufwärtstrend befinden, der erst am Anfang steht und noch an Dynamik gewinnt.
Allerdings sehe ich im Chart selbst für dieses Kursmuster zu viele Überschneidungen in den Wellen.
Und so muss ich gestehen, dass ich die derzeitige Aufwärtsbewegung mit den Elliott-Wellen nicht begründen kann. Mir bleiben daher "nur" die eingezeichneten Linien nach der klassischen Charttechnik. Und die haben ja in der Vergangenheit ziemlich präzise funktioniert.
Trader-Treffen in Köln
Ich hoffe, den ein oder anderen heute Abend beim Börsentreffen in Köln begrüßen zu dürfen. Hier noch einmal die Adresse:
Gasthaus Jan van Werth
Christophstr. 44
50670 Köln
Los geht es um 19 Uhr.
Ich wünsche Ihnen gute Gewinne
Sven Weisenhaus