OECD-Prognose
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 27. Mai 2011, 08:30 Uhr
ENL5454
nachdem sich ifo und IW bereits in den letzten Tagen optimistisch über die weitere Konjunkturentwicklung, reihen sich nun auch OECD und DIHK in diese Riege ein.
Die OECD prognostiziert:
Die deutsche Wirtschaft wächst 2011 um 3,4 Prozent und 2012 um 2,3 Prozent. Die deutsche Arbeitslosenquote fällt 2011 auf 6,0 Prozent und 2012 auf 5,4 Prozent. Die Eurozone wächst 2011 um 2,0 Prozent und 2012 um 2,0 Prozent. Die USA wachsen 2011 um 2,6 Prozent und 2012 um 3,1 Prozent.
Eine jüngst veröffentlichte DIHK-Studie zeigt Folgendes:
Die Zuversicht der Firmen steigt auf den besten Wert der letzten 20 Jahre; der Export brummt weiter. Eine DIHK-Studie unter 24.000 Unternehmen zeigt: Die Unternehmen bewerten die Lage besser als auf dem Höhepunkt des Booms 2007. Die Investitionsabsichten der Firmen verbessern sich noch einmal und erreichen erneut einen Rekordwert. Die Wachstums-Prognose für das deutsche BIP 2011 wird auf 3,5 (bisher 3,0) Prozent erhöht. Aber: Hohe Energie- und Rohstoffpreise sind Konjunkturrisiko Nr. 1 für die Firmen. In fast allen Branchen stehen die Zeichen auf Personalabbau, vor allem in Industrie.
Ich sehe momentan vor allem eines: einen sehr großen Konjunkturoptimismus unter den Instituten. Ich hoffe sehr, dass sie damit Recht behalten. Denn häufig zeigt sich ein ähnlich großer, optimistischer Konsens auch am Höhepunkt eines Booms, bevor es wieder abwärts geht. Und speziell der ifo-Index gibt nun erste Warnsignale in diese Richtung ab. Allerdings ist das kein Grund, die Flinte gleich ins Korn zu werfen. Ernsthafte und nachhaltige Wachstumsdellen sehen wir (noch) nicht. Solange das so bleibt, gibt es auch keinen Grund vorzeitig skeptisch zu werden.