Obama`s Haushaltsentwurf
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 3. Februar 2010, 08:30 Uhr
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als Belastungsfaktor für den Aktienmarkt erwies sich in den vergangenen Tagen neben der Unsicherheit über die Wiederwahl Ben Bernankes als US-Notenbankchef und den Plänen zur US-Bankenreform auch der am Montag präsentierte 3,8 Billionen Dollar schweren Haushaltsentwurf der US-Regierung. Aus diesem geht hervor, dass die von Barack Obama geleitete US-Regierung beabsichtigt, über die kommenden 10 Jahre aus geplanten Steuererhöhungen Mehreinnahmen von 970 Milliarden Dollar zu generieren. Vor allem wohlhabende Amerikaner und Unternehmen sollen angezapft werden, während die „Normalverdiener" sogar Steuernachlässe erhalten sollen. Dabei sollen auch Steuervergünstigungen und Subventionen für bestimmte Branchen abgebaut werden. Diese Maßnahmen erfolgen im Rahmen der von der Regierung vorgeschlagenen Pläne für Steuererhöhungen im Volumen von insgesamt 1,9 Billionen Dollar. Obwohl sich Unternehmen mit Steuererhöhungen konfrontiert sehen, erhalten diese ebenso Bruttosteuernachlässe im Volumen von insgesamt 93,5 Milliarden Dollar.
Das ist sicher ein kaum zu vermeidender Schritt, wenn das Land nicht völlig in seinem rieseigen Schuldenberg versinken will. Für die Unternehmen in einer nach wie vor fragilen wirtschaftlichen Situation ist eine höhere Steuerlast jedoch ein zusätzlicher Belastungsfaktor. An den Börsen scheint zwar momentan die Erleichterung zu überwiegen, dass die Pläne nun bekannt sind und ein weiterer Unsicherheitsfaktor damit beseitigt ist. Für die besonders stark betroffenen Unternehmen dürften sich die Vorhaben aufgrund der geschmälerten Gewinnaussichten jedoch später kursbelastend auswirken. Noch sind die Pläne aber nicht Gesetz und es bleibt abzuwarten, wie viel davon von den einflussreichen Lobbyorganisationen zurechtgestutzt werden wird. Im Endeffekt wird sich zeigen, ob in diesem Jahr die wirtschaftliche Erholung auf eigenen Füßen steht und ohne staatliche Finanzierung auskommt. Und da steht der Beweis allen üppigen Vorschusslorbeeren durch die Börsen noch aus.