Obama ist scheinbar kein Börsianer
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 31. August 2010, 08:30 Uhr
der amerikanische Präsident konnte den Marktteilnehmern in seiner gestrigen Rede nicht die Angst vor einer Rückkehr in die Rezession nehmen. Ganz im Gegenteil: Mit vagen Äußerungen zu neuen Konjunkturprogrammen wurden die berechtigten Bedenken noch gesteigert. Was das für die Börsen bedeutet, sollte eigentlich auch Barack Obama bekannt sein. Die weiter gestiegene Skepsis bezüglich der US-Konjunktur zieht die Aktienmärkte natürlich in den Keller. Die schönen Aufschläge vom Freitag wurden damit sofort wieder wegradiert.
Ein schlechter Börsenmonat
Mit dem heutigen Tag endet nicht nur der Börsenmonat August, es wird auch der bei Anlegern so gefürchtete September eingeläutet. Statistiken weisen diesen als schlechtesten Börsenmonat aus. Dies muss nicht immer zutreffen, schließlich läuft in diesem Jahr so einiges aus dem Ruder. Auch das „Sell in May an go away" war diesmal kein guter Ratgeber. Trotzdem werden die bullisch eingestellten Marktteilnehmer gehörigen Respekt haben, vor dem, was da noch kommen könnte. Denn zuletzt musste der Dax schon 400 Punkte abgeben. Wenn das nur ein Vorgeschmack war?
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -0,65% |
| Dow Jones: | -1,39% |
| S&P 500: | -1,47% |
| Nasdaq: | -1,09% |
| EUR/USD: | -0,03% |
| Gold: | -0,08% |
| Silber: | -0,01% |
| Öl (Sorte Brent): | -0,78% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): der Trade ging auf
Recht schnell verpufften gestern die starken Vorgaben der Wall Street. Als es schließlich unter die Unterstützungszone bei 5.945/40 Punkten ging, und damit mein Short-Szenario aktiviert wurde, eröffnete ich eine Short-Position mit Kurs-Ziel 5.900 Punkten. Auch wenn ich aufgrund einer Teil-Gewinnmitnahme kurz vor dem Ertönen der Eröffnungsglocke an der Wall Street das Kurs-Ziel knapp verfehlte, so ging die Trading-Idee trotzdem wunderbar auf. - Die Teil-Gewinnmitnahme war eine reine Sicherheitsmaßnahme, um einen Trade, der schon kräftig in die Gewinnzone gelaufen ist, nicht mehr zu gefährden. -
Dank der von Barack Obama ausgelösten Talfahrt der amerikanischen Indizes wird der Dax nunmehr nur noch bei etwa 5.840 Punkten gesehen, also etwa 50 Punkte unter den gestrigen Abendnotierungen. Wenige Zähler weiter südlich verläuft die Doppel-Unterstützung in Form der Unterstützungszone um 5.840 Punkten und der grünen Aufwärtstrendlinie, die seit Anfang des Jahres gezogen wurde und noch etwas tiefer liegt. Außerdem ist der Markt überverkauft, was sich beispielsweise auch am RSI-Index - unterhalb der 30er-Marke - ablesen lässt. Die Chancen, dass sich heute erst einmal die Abwärtslücke schließt, stehen nicht so schlecht. Kommt der Dax also wieder über den Widerstand bei 5.870 Punkten, werde ich long gehen mit Kurs-Ziel 5.900 Punkte. Wird aber die Mehrfach-Unterstützung jedoch deutlich unterschritten, dann gehe ich short. Dieses Verkaufssignal wäre eindeutig und würde von vielen Marktteilnehmern gleich gedeutet werden. Die möglichen Auffangbecken liegen dann bei 5.800 Punkten, oder eine Etage tiefer bei 5.750 Punkten. Dreht hier der deutsche Leitindex nach oben, beende ich den Short-Trade und gehe long. Fällt er aber weiter, so sind 5.600 Punkte in dieser Woche ein realistisches Ziel der Bären.
Gestriges Ergebnis: Gewinn 30 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Der Dax wird heute mit einer großen Eröffnungslücke nach unten starten.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
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