Nutzenvorstellungen und der Markt II
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 12. August 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
Welche Bedingungen und Voraussetzungen müssten das sein?
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Informationen
Alle Marktteilnehmer (Individuen) müssten die gleichen Informationen besitzen!
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Objektiv rationales Handeln
Alle Individuen müssten gleichermaßen rational handeln. Wobei sich hierbei, meines Erachtens nach, bereits ein Problem ergibt, denn rationales Handeln setzt bereits wieder eine objektive Rationalität voraus, was schwer ist, wenn man davon ausgeht, dass Individuen natürlich insbesondere subjektive Nutzenvorstellungen haben.
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Freie Märkte
Theoretisch müssten natürlich für jegliche Güter Märkte existieren. Und diese müssten wiederum für absolut jeden frei zugänglich sein.
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Zusatzkosten vernachlässigbar
Was hier ebenfalls nicht berücksichtigt wird, sind mögliche Zusatzkosten die sich durch den Handel ergeben, wie zum Beispiel Transaktionskosten. Diese müssten im Grunde vollkommen vernachlässigbar sein.
Erst wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, könnte man ganz objektiv den Nutzen messen und somit auch aus dem Marktverhalten heraus filtern. Doch wenn diese Voraussetzungen nicht für jedes Individuum erfüllt sind, ist es schwer Nutzen objektiv zu messen, bzw. sogar unmöglich.
(Ein weiteres Problem ergibt sich meines Erachtens nach, bei der Nutzenmessung von öffentlichen Gütern. Schließlich kann ein Individuum solche Dinge wie eine saubere Umwelt oder Frieden nicht einfach im Tausch über einen Markt erwerben. Natürlich ist auch hier die Wertzumessung äußerst subjektiv...doch können wir tatsächlich davon ausgehen, dass sich Tausch- und Gebrauchswert hier nicht unterscheiden?!)
Subjektive Wertlehre
Natürlich gehen die Neoklassiker dementsprechend von einer subjektiven Wertlehre aus, im Gegensatz zur klassischen objektiven Wertlehre.
Sie stellen daher ein universelles Individuum in den Mittelpunkt ihrer Analysen. Sämtliche Prozesse werden also ausgehend von einem individuellen Verhalten beschrieben.
Doch genau darin liegt meiner Meinung nach ein Problem: wenn der Marktpreis eines Gutes vom Grenznutzen dieses Gutes bestimmt wird, dann kann dieser Grenznutzen natürlich nur ausgehend von einer individuellen Wertzumessung ermittelt werden. Hierzu müssten sich aber alle oben genannten Bedingungen und Voraussetzungen für das universelle Individuum erfüllen. Wenn dies aber nicht der Fall ist, dann kann auch der Grenznutzen so eigentlich nicht gemessen werden. Zudem stellt sich auch die Frage, wer eigentlich dieses repräsentative universelle Individuum ist?!
Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich möchte die wichtige Arbeit der Grenznutzenschule (also Gossens und der Neoklassiker) nicht angreifen. Im Gegenteil: der Ansatz, ökonomische Verhaltensweisen aufgrund individueller Überlegungen nachzuvollziehen, erscheint mir sehr richtig.
Ich möchte mit dem heutigen Beitrag lediglich aufzeigen, dass es nicht ganz einfach und auch nicht fehlerfrei ist (und sein kann), diesen Denkansatz in der Realität eines Marktes (der sich aus unzähligen verschiedenen subjektiven Wertvorstellungen zusammensetzt), allein aus dem Verhalten eines Gesamtmarktes heraus zu messen. Doch wenn es so einfach wäre, dann gäbe es wohl auch keine Übertreibungen und Überraschungen mehr - dann wäre der Markt wohl zu immerwährender Balance verdammt. ;-)
So long liebe Leser...ich hoffe ich habe Sie mit dem heutigen Beitrag nicht gelangweilt, aber da wir uns nun eine geraume Zeit mit Herrn Gossens Gesetzen beschäftigt haben, wollte ich zum Abschluss der Gossenschen Regeln noch einmal meinen persönlichen Senf dazu geben (;-) ), oder anders gesagt, auf einige weitere Überlegungen aufmerksam machen....doch damit wollen wir die Gossenschen Gesetze nun auch hinter uns lassen und uns in der kommenden Woche den nachfolgenden Neoklassikern zuwenden, von denen wir einen, den Österreicher Carl Menger, bereits kennen gelernt haben...morgen gibt's an dieser Stelle wieder wie gewohnt den Wochenrückblick....somit verabschiede ich mich für heute, wünsche Ihnen noch einen schönen Abend und freue mich, wenn wir uns morgen wiederlesen...liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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