Nur noch schlechte Meldungen!
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 11. März 2011, 08:30 Uhr
plötzlich befinden sich die Aktienmärkte mitten in einer Korrektur. Erst war es die Ölpreisentwicklung, die Dax & Co. bremste, dann kam das Thema Schuldenkrise mit Wucht zurück und dann enttäuschten gestern auch noch die US-Konjunkturdaten - es hatten mehr US-Bürger als erwartet Arbeitslosenhilfe beantragen müssen und das Handelsbilanzdefizit war weitaus größer ausgefallen. Außerdem wird schon bald eine weitere Zinserhöhung in China erwartet. In Libyen wird weiter gekämpft und auch in Saudi Arabien wurde wohl gegen Demonstranten gewaltsam vorgegangen. Gibt es denn nur noch schlechte Meldungen? Wenn die Nacht am dunkelsten ist, dann kommt der Tag, an dem es wieder aufwärts geht.
In diesen Phasen gilt es, sich nicht von der Angst anstecken zu lassen, aber auch nicht von der Gier - denn schnelle Bewegungen sind natürlich auch reizvoll. Oberstes Gebot ist es nun, das Trading-Konto möglichst stabil zu halten, während der deutsche Leitindex und andere Handelsinstrumente stark verlieren - die relative Outperformance zu meiner Benchmark steigt derzeit, obwohl mein Konto in den letzten Tagen nicht mehr vorankommt bzw. leicht abgenommen hat.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -0,96% |
| Dow Jones: | -1,87% |
| EuroStoxx50 | -0,86% |
| EUR/USD: | +0,17% |
| Gold: | -1,20% |
| Silber: | -2,72% |
| Öl (Sorte Brent): | -0,69% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): und wieder eine Kurslücke
In etwa drei Wochen verliert der Dax weit über 400 Punkte. Vorbörslich wird nun die magische 7.000er-Marke angegangen, ein Ende der Abwärtsspirale ist nicht in Sicht. Erneut wird eine Abwärtslücke gerissen - dies ist einer der Gründe, warum ich über Nacht selten Kurzfrist-Positionen halten möchte. Nächstes Ziel der Bären ist nun erst einmal das Jahrestief bei 6.835 Punkten.
Wird die untere Begrenzungslinie des abwärts gerichteten Trendkanals (verläuft aktuell knapp unter der 7.000er-Marke) nach unten durchbrochen, so gehe ich short. Auf Tagessicht könnte es dann zu einem neuerlichen Abriss kommen, der bis an die 6.900er-Marke geht. Trotz dieses schönen Kursziels wird die Verlustbegrenzung höher gewichtet: Ich nehme bei allen Trades möglichst schnell Teilgewinne mit, um dann risikolos die Restposition managen zu können.
Einer Gegenbewegung der Bullen traue ich erst, wenn es über 7.050 Punkte geht - dann eröffne ich eine kleine Long-Position. Bei 7.100 Punkten ist dann spätestens an Gewinnmitnahmen zu denken, es sei denn, die Hürde wird locker übersprungen. Kommt der Dax anschließend wieder unter die 7.100er-Marke zurück, werde ich ins Short-Lager wechseln. Ebenso, wenn nach es nach deutlich höheren Notierungen wieder unter 7.050 Punkte geht.
Wird erst einmal die Abwärtsbewegung fortgesetzt, und kommt es dann zu einer Rückeroberung der 7.000er-Marke, so werde ich den Dax kaufen.
Gestriges Ergebnis: Gewinn 4,5 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
Dax (DAX.I): Schon wieder wird eine Eröffnungslücke nach unten gerissen.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden. Bei Trades mit überschaubarem Kursziel ziehe ich den Stopp aber auch enger an.
