Nur im Chart ist "alles drin"!
Axel Retz in DAX Daily
vom 05. September 2007 08:30 Uhr
ENL5462
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
wie und vor allem dass technische Analyse kurz- wie auch langfristig funktioniert, haben Sie in den vergangenen Wochen/Monaten ja am eigenen Leib erfahren, wenn sie diesen „Dax Daily" gelesen haben.
Technische Analyse hat rein gar nichts mit Kaffeesatz-Lesen zu tun. Natürlich ist es völlig normal, wenn sich in einem Börsen-Neuling alles dagegen sträubt, seine Engagements nur aufgrund eines Kurs-Charts vornehmen zu wollen. Zu groß ist die Frage nach dem „Warum" und den ausschlaggebenden Gründen für ein Engagement.
Das geht ja auch in Ordnung. Nur: Wären es wirklich diese vermeintlich rationalen fundamentalen Gründe, die die Finanzmärkte lenken, dann hätte es eine von nahezu allen Marktteilnehmern heute als „irrsinnig" bezeichnete Hausse der New Economy bis Anfang 2000 niemals gegeben. Eine Hausse, die damals von den Beteiligten mit angeblich soliden Argumenten unterlegt wurde.
Und ganz gewiss nicht gegeben hätte es auch den Boom der Hypotheken-/Immobilienaktien in den USA, vor deren Scherbenhaufen wir heute stehen.
Die Fundamentaldaten sind fraglos wichtig. Wichtiger und letztlich kursentscheidend aber ist immer, was die Anleger daraus machen. Tobt die Hausse, regiert die Gier. In der Baisse die Angst. Und dem entsprechend fallen auch die Interpretationen der Wirklichkeit durch die Anleger aus. Sehen wir uns ein x-beliebiges Beispiel an:
- Es werden schlechte Konjunkturdaten veröffentlicht. Negative fundamentale Daten sollten die Kurse eher fallen lassen.
- Bullish gestimmten Anlegern gefällt das aber ganz und gar. Also interpretieren sie die Daten um: Sie sind zwar schlecht, aber dann doch auch positiv, weil sie möglicherweise zu einer Zinssenkung durch die Notenbank führen.
- Dass eine durch eine schwache Konjunktur oder fallende Aktienkurse erzwungene Zinssenkung keinesfalls per se positiv für die Börsen ist (siehe 2000 – 2003) wird dabei geflissentlich übersehen – und die Kurse steigen!
Dieses Ergebnis eines (noch nicht einmal gerechtfertigten) „Um die Ecke-Denkens der Anleger lässt sich unter ausschließlicher Betrachtung der Fundamentals nicht analysieren – hier hilft nur der Chart! Und den sehen wir uns nun beim Dax an!
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