nur diffuse Gründe für den Kursrutsch
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 1. Februar 2010, 17:00 Uhr
ENL5462
hoffentlich hatten Sie ein tolles Winter-Wochenende, konnten sich etwas von der meist unangenehmen Überraschung des Kursrutsches der vergangenen Woche erholen und sind gut in die neue Woche gestartet. Ich habe mir leider einen fiesen "Killer-Virus" eingefangen und fasse mich daher heute sehr kurz. Keine Frage, heute, und aus dem Rückspiegel betrachtet, hat wieder jeder gewusst oder mindestens geahnt, dass es eigentlich nur noch abwärts gehen kann. Obwohl die Märkte seit langer Zeit sehr stark überkauft waren, und außerdem kontinuierlich an Marktbreite verloren haben, war ich über doch sehr über die Intensität des Aberverkaufs überrascht. Immerhin hat der DAX im Tief fast neun Prozent abgeben müssen und macht nach wie noch nicht den Eindruck auf mich, als ob er nun sofort die Hausse wieder aufnehmen wollte.
Kurse fallen, Anleger bleiben optimistisch
Ein paar Dinge während des Kursrutsches der letzten Tage haben mich nachdenklich gemacht. Vor allem sehe ich keine wirklichen Auslöser für den Kursrutsch! Die fundamentalen volkswirtschaftlichen Daten und die Unternehmensergebnisse waren in etwa so wie auch in den vergangenen Wochen, als die Welt für die Bullen noch in Ordnung war. Per Saldo haben sogar eher die positiven Überraschungen auf Firmenseite überwogen. Der offizielle" Auslöser des Abverkaufs, die Pläne Obamas die Kreise der Banken zu stören, überzeugt mich auch nicht besonders, da dieser noch einen sehr weiten Weg durch die Bank-Lobbyisten im US-Kongress hat! Es bleibt also die Frage, wer und mit welchen Motiven den Kursrutsch ausgelöst hat. Möglicherweise hat es sich auch einfach nur um einen Sell on good News" gehalten, der durch die steigende Zuversichtlichkeit vieler Entscheidungsträger gestützt wurde. Auch beim berühmten Wirtschaftstreffen in Davos wurde am Samstag in den Abschlusserklärungen der ansteigende Optimismus sehr deutlich.
In Deutschland z.B. bleiben die privaten Anleger übrigens überraschend zuversichtlich gestimmt und interpretieren die aktuelle Kursschwäche als gute Nachkaufgelegenheit. Zumindest zeigen dies die einschlägigen Umfragen. Wenn man also wie üblich davon ausgeht, dass die privaten Anleger und die Masse nur selten Recht bekommt, könnte man durchaus der Meinung sein, dass wir vor mehreren quälenden Wochen stehen, die noch einige weitere negative Überraschungen für uns Anleger parat hielten. Vor allem die Tatsache, wie schnell auch die kleinsten Kurserholungen innerhalb von Stunden wieder verkauft" werden, wirft kein gutes Licht auf die Verfassung des Marktes!
ähnliche Beiträge:
- Änderung der Margin-Anforderung setzt Kursrutsch in Gang
- „Verlieben“ Sie sich nie in eine Aktie oder deren Gewinnpotentia
- Neue Lust am Untergang?
- Berichtssaison
- Börsen vor starken Widerständen
- Fachwissen Trading: Faktor-Zertifikate
- 3 Gründe die unbedingt für Gold sprechen
- Was für ein feiner Unterschied!
- Kaufgründe und Erfolg
Artikel weiterempfehlen