Nur die Adobe-Aktie störte
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne zum Thema Technische Analyse
vom 23. September 2010, 08:30 Uhr
während gestern nur wenige, wirklich wichtige Konjunkturdaten zur Veröffentlichung anstanden, wird es heute wieder etwas hektischer. Hektisch ging es auch am deutschen Aktienmarkt zu: Dax & Co. gaben deutlich nach. Die Wall Street hingegen gab sich cooler, nur der schwache Ausblick der Softwarefirma Adobe - den Adobe-Reader hat fast jeder auf seinem Rechner - stört die amerikanische Gelassenheit. Die Aktie stürzt rund 20% ab. Doch nicht die Unternehmensdaten, die neue Berichtssaison beginnt ja erst, sondern die Konjunkturdaten sind derzeit das Zünglein an der Waage. Davon müssen heute eine Menge von den Marktteilnehmern interpretiert werden - wie immer werden die Veröffentlichungszeitpunkte am Ende der Kolumne in der Rubrik Wirtschaftsdaten aufgeführt.
Hierzulande interessieren am Vormittag insbesondere die Einkaufsmanagerindizes, weltweites Interesse rufen die Zahlen vom US-Arbeitsmarkt und -Immobilienmarkt hervor. Nehmen die Zahlen den Anlegern etwas von den Konjunkturängsten, die durch den Fed-Kommentar am Montag gestiegen sind, dann kann der Dax zumindest einen Teil seiner gestrigen Verluste wieder wettmachen.
Nachdem ich gestern aufgrund eines Arzttermins, kaum zum Traden kam - erst musste ich ewig lang warten, dann hatte ich mich zu sehr über die Warterei aufgeregt -, möchte ich heute wieder angreifen.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -1,08% |
| Dow Jones: | -0,20% |
| S&P 500: | -0,48% |
| Nasdaq: | -0,60% |
| EUR/USD: | -0,06% |
| Gold: | +0,28% |
| Silber: | +1,99% |
| Öl (Sorte Brent): | -0,13% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): etwas gelassener
Ich hatte mich gestern etwas von der hektischen Anfangsphase anstecken lassen. Innerhalb kürzester Zeit konnte ich drei Trades anbringen, die leider zweimal einen Verlust einbrachten. Ich hielt mich zwar an die morgendlichen Vorgaben, das war nicht das Problem, doch einmal hatte ich einfach zu schnell die Seiten gewechselt und auf long gesetzt. Ich hatte ein Szenario heraufbeschworen, für das es zu diesem Zeitpunkt noch kein eindeutiges Indiz gab.
Heute versuche ich also wieder gelassener zu traden. Etwas gelassener sehen auch die anderen Marktteilnehmer das Geschehen. Der Dax wird daher vorbörslich bei 6.250 Punkten gesehen, etwa 25 Zähler höher als noch am Vorabend.
Der Kampf zwischen Bulle und Bär wurde gestern nicht entschieden, auch wenn die Bären einen deutlichen Tagessieg erringen konnten. Der deutsche Leitindex hat seine enge Kursspanne, die bis Freitag letzter Woche Gültigkeit hatte, einfach nach oben und unten ausgeweitet. Nun wird zwischen 6.185 und 6.340 Punkten gerangelt. Wird das gestrige Zwischenhoch bei 6.265 Punkten überwunden, schlage ich mich auf die Seite der Bullen und gehe long - schmettert der Dax dort aber wieder ab, so eröffne ich eine Short-Position.
Bei 6.230 Punkten gehe ich long, wenn sich dort wieder die Bullen zusammenraufen können. Treten aber die Bären dominant auf, gehe ich short mit erstem Kurs-Ziel 6.200 Punkte. Schrecken die Bären auch nicht vor der runden Kurs-Marke zurück, bleibe ich short investiert und prüfe dann bei 6.185 Punkten, ob sich daran etwas geändert hat. Flaut die Abwärtsdynamik an einen der genannten Marken jedoch deutlich ab, steige ich aus Short-Positionen aus und wage einen kleinen Long-Einstieg.
Die relevanten Kurs-Marken für Trade-Aktivitäten auf der Oberseite sind: 6.300, 6.319 und 6.340/45 Punkte. Hier kann jeweils die Korrekturbewegung auf den gestrigen Verlusttag enden. Solange aber die Hürden genommen werden, bleibe ich long investiert (oder gehe long). Scheitert der Dax aber klar an einer der Barrieren, nehme ich Gewinne mit und wechsel ins Bären-Lager.
Gestriges Ergebnis: Verlust 29 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Vorbörslich sieht es für den Dax wieder etwas rosiger aus.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
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