nun noch keine Langeweile zu befürchten
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 17. August 2009, 17:00 Uhr
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so schnell kann es gehen. Habe ich vergangene Woche hier noch über drohende Langeweile geklagt, da sich der DAX nicht von der Region bei 5.400 Punkten lösen könne, könnten heute die Würfel zu Gunsten einer Korrektur bereits gefallen sein. Nachdem die deutschen Märkte, vor allem wegen des schwachen Freitags, bereits 2,5 Prozent abgaben, nähern wir uns heute bereits dem ersten sinnvollen Unterstützungsniveau oberhalb von 5.150 Punkten. Da nun im DAX eindeutig die gleitende 20-Tage-Durchschnittslinie unterschritten wurde, muss auch mit einem Test der Gegend um 5.050 Punkte gerechnet werden. Da es keinen Sinn macht, sich nachträglich Gedanken über den Stimmungswandel zu machen oder sein Ohr zu sehr den Börsenmedien zu schenken, will ich hier nur ganz kurz zwei Gedanken mitteilen.
Neue US-Bankenpleite als Einladung für Gewinnmitnahmen
Märkte tendieren dazu, Gewinn- und Konjunkturzyklen nicht stetig und linear sondern in Etappen einzupreisen. Meist geht es daher an den Börsen zwei Schritte nach vorne und wieder einen nach hinten - oder umgekehrt. Daher tendieren Märkte dazu, zwischen überkauften und überverkauften Zuständen zu pendeln. Daher kann häufig die banalste Meldung Gewinnmitnahmen auslösen. Diesmal gab es sogar eine Steilvorschlage für Gewinnmitnahmen in Form von vier US- Bankenpleiten während des Wochenendes. Die dortige Bankenaufsicht musste binnen weniger Stunden gleich vier Institute schließen. Damit erhöht sich die Zahl der Bankpleiten in den USA im Jahr 2009 auf 77. Einer Meldung auf Bloomberg war zu entnehmen. dass die Zahl der Pleiten noch auf 100 bis 150 steigen könnte.
Bereits am Freitag zeigten sich die Bullen über die rückläufigen Einzelhandelsdaten not amused". Diese warnten deutlich, dass man nicht auf eine zu schnelle Konjunkturerholung wetten sollte und dass die lähmenden Folgen der Arbeitslosigkeit nicht voreilig vom Tisch gewischt werden dürfen.
Es ist die Psychologie des Marktes
Eigentlich wollte ich Sie ja heute nach dem sonnigen Wochenende nicht mit leeren Worthülsen über die Gründe langweilen, warum ausgerechnet JETZT die üblichen Gewinnmitnahmen einsetzen. Aber eine Sache ist mir aufgefallen, die so typisch ist, das sie dem Lehrbuch entnommen worden sein könnte. Nachdem sich die Indizes zwei Wochen kaum bewegt haben, Bullen und Bären eine Art Stellungskrieg veranstalteten, schaffte es die Konjunktur wieder auf die erste Seite der Mainstream-Presse"! Diesmal aber nicht mit dem Versuch, Angst an die Leser zu verkaufen, sondern mit der frohen Botschaft, dass die Krise beendet sei. Wegen des um einige Zehntel gestiegenen Wachstums musste man befürchten, einige Konjunkturinstitute würden vor Freude abheben. Sogar Japan wurde trotz der zwei verlorenen Jahrzehnte wegen seines Comeback" gefeiert. Ich will hier wie gewohnt weder pessimistisch noch kleinlich sein, aber wer die Prozentrechnung beherrscht ist klar im Vorteil. Bis die deutsche Wirtschaft das Niveau des Jahres 2007erreicht, ist es leider noch ein weiter und steiniger Weg! Deshalb ist aber hier und heute nicht zwangsläufig das Ende der Hausse besiegelt. Ganz im Gegenteil. Die Kurse müssen ganz einfach einmal durchatmen können um ihre Überkauftheit abzubauen und neue Investoren anzulocken. Am wahrscheinlichsten ist es, dass sich die Hausse nach einer Ruhepause fortsetzt, wenn auch mit einem reduzierten Tempo. Dafür spricht unter anderem, dass es derzeit Unmassen an frischem Geld gibt, welches noch an der Seitenlinie wartet. Mit der Überflutung der Märkte mit Liquidität haben die Notenbanken selber die Grundlage für die nächste Blase gelegt.