Nun droht doch ein Streik – Lufthansa-Aktie zeigt sich stabil
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 15. Januar 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Gerade ist der Streik im öffentlichen Dienst in letzter Minute abgewehrt worden, nun droht der Lufthansa (WKN 823212) selbst ein Streik. Die Verhandlungen zwischen Ver.di und der Lufthansa wurden erfolglos abgebrochen. Morgen soll es um 5.30 Uhr zu einem dreistündigen Streik kommen. Ich hoffe Sie habe keine Flüge in diesem Zeitraum geplant.
Ver.di war mit einer Forderung von 9 % für die 52.000 Beschäftigten des Boden- und Kabinenpersonals in die Gespräche gegangen. Lufthansa lehnte diese Forderung als überzogen ab und begründet dies mit der Konjunkturflaute und den Risiken eines drohenden Irak-Krieges. Lufthansa bot nur 2,4 % und am Ende des Jahres noch einmal 1,5 %. Dieses Angebot hat Lufthansa bereits erweitert und um eine Ergebnisbeteiligung im Volumen von durchschnittlich 1,6 % des Jahreseinkommens ergänzt.
Interessant ist, dass die Lufthansa-Aktie kaum durch diese Nachricht beeinträchtig wird. Sie verliert moderate 1,58 % auf 9,37 €, während der Dax selbst über 1 % im Minus ist. Diese "Stärke" lässt vermuten, dass ein Boden erreicht sein könnte. Sollte sich Lufthansa selbst bei einer Ausdehnung des Streiks weiter stabil zeigen, könnte sich hier eine mittelfristige Investition lohnen. Diese ist aber nur für risikobereite, spekulative Anleger geeignet, weil durch einen Irakkrieg Lufthansa jederzeit deutlich unter Druck geraten kann. Spätestens wenn sich Lufthansa selbst bei einem Irakkrieg stabil zeigen sollte, kann man hier vorsichtig langfristige Positionen aufbauen.