Notenbanker-Statement
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 15. Februar 2011, 08:30 Uhr
ENL5454
zum Wochenauftakt konnten die Börsen leicht zulegen. Wie üblich kann man fast schon sagen. Wirklich relevante Nachrichten waren dünn gesät. Stützend wirkten die Entspannung in Ägypten und gute Ex- und Importzahlen aus China. Nach wie vor dürften die Börsen aber weiter die Inflationskarte spielen und lange bestehende Trends einfach fortsetzen. Ewig wird das sicher nicht so weitergehen, aber ein Ende ist bisher auch in keinem Chart sichtbar.
Leicht besorgte Stimmen waren gestern von William Dudley, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York, zu vernehmen. Nach seinen Worten befindet sich die US-Wirtschaft in einem gesünderen Zustand, doch gehe es ihr „immer noch nicht gut". Der Notenbanker sagte, dass die Arbeitsmarktdaten vom Dezember und Januar schwierig zu interpretieren seien. Er meinte, dass die Wahrheit wahrscheinlich zwischen dem enttäuschenden Zuwachs an Arbeitsplätzen in den letzten zwei Monaten und dem dramatischen Rückgang der Arbeitslosenquote von 9,8 auf 9,0 Prozent im November liege. Anmerkung von mir: Ich nehme an, dass Herr Dudley über die kreative" Art der Statistikführung in den USA, namentlich um die veränderte Basis bei den Arbeitslosenzahlen zum Jahreswechsel informiert ist, aber aufgrund seines Amtes zu diplomatisch formulierten Aussagen neigt.
Die Bedingungen für ein stärkeres Wachstum in 2011 und 2012 seien Dudley zufolge gegeben, welches die Arbeitslosigkeit reduzieren werde. Trotz des in den kommenden Monaten erwarteten Zuwachses an Arbeitsplätzen werde aber weiterhin eine erhebliche Flaute auf dem Arbeitsmarkt bestehen, deren Abbau Zeit erfordere. Soviel Skepsis über die Entwicklung der eigenen Konjunktur von einem US-Notenbanker ist schon fast verdächtig. Entweder ist der Mann sehr ehrlich, oder es sieht noch schlimmer aus als die nackten Daten derzeit vermuten lassen. Zumindest die Börse scheint aber weiterhin von einer sehr positiven Entwicklung auszugehen. Ansonsten hätten die US-Indizes einen erneuten Konjunktureinbruch ähnlich wie zu Beginn des Jahres 2010 schon längst mit einer Korrektur vorweggenommen.
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