Norwegen: Europäische "Batterie" für Ökostrom?
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 23. August 2011, 12:00 Uhr
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Ein Trader´s Daily-Leser schrieb mir:
"Hallo, ich bedanke mich für Ihre tollen Stellungsnahmen! Könnten Sie mir bitte Informationen zur Draka-Aktie geben, da man hier nichts findet?"
Meine Antwort:
Ach, die Draka-Aktie. Kenne ich, und an die habe ich letztens noch gedacht.
Im Grunde kann ich nahtlos an den Trader´s Daily von letzten Freitag anknüpfen: "Eine Batterie, welche zwei Seen im Schwarzwald benötigt."
Denn dieses Thema betrifft - um die Ecke gedacht, wie es die Märkte und die Trader´s Daily-Gemeinde gerne tun - auch die Draka-Aktie.
Das geplante Pumpspeicherkraftwerk Atorf, von dem ich am Freitag berichtete, soll eine Leistung von bis zu 1.400 Megawatt ermöglichen. Wenn das Wasser aus dem Oberbecken komplett ins Unterbecken herabgelassen wird, würde dies ausreichen, um ca. 10 Stunden lang den Strombedarf von bis zu 10 Mio. Menschen zu sichern. Das ist doch schon einmal etwas.
Andere größere Neubauprojekte für Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland sind mir nicht bekannt. Das wird nicht ausreichen, um die zukünftige gewaltige Menge an überschüssigem „grünem Strom" in Spitzen-Produktionszeiten speichern zu können. Denn gerade bei den Offshore-Windparks wird es voraussichtlich einen geradezu gewaltigen Ausbau geben. Offshore-Windparks sind Windparks, die in der offenen See (vor der Küste) errichtet werden sollen. Wenn es nach der deutschen Bundesregierung geht, dann werden in deutschen Hoheitsgewässern und in der Ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands (außerhalb den Hoheitsgewässern, aber innerhalb von 200 Seemeilen) bis zu 40 Offshore-Windparks errichtet.
Bis zu 25.000 Megawatt könnten in 30 Offshore-Windparks in der Nordsee und 10 Offshore-Windparks in der Ostsee erzeugt werden. Dies sieht der Raumordnungsplan der deutschen Regierung vor.
Ob es tatsächlich so viele werden, hängt natürlich davon ob, ob sich ausreichend Investoren finden. Das Potenzial ist jedenfalls gewaltig. Zum Vergleich: Einer der derzeit weltweit größten Offshore-Windparks befindet sich in britischen Gewässern und kommt auf eine installierte Leistung von 300 Megawatt. 100 Windturbinen mit einer Kapazität von 300 Megawatt können und werden hoffentlich für 200.000 Privathaushalte pro Jahr sauberen Strom erzeugen. Die Fertigstellung erfolgte letztes Jahr. (Hier die Quelle)
Hier besteht erheblicher Bedarf an Speicherkapazitäten für diesen Strom. Und auf europäischer Ebene gibt es ein Land, welches sich geradezu perfekt als „Speicher" für Strom aus Windparks anbietet: Norwegen. Dort gibt es Berge, Fjorde, dünn besiedelte Landstriche. Das Land erzeugt übrigens seinen Strom zu 100% aus Erneuerbaren Energien, hauptsächlich Wasserkraft. Zahlreiche Pumpspeicherkraftwerke bestehen und könnten neu gebaut werden. Das Land könnte Pumpspeicherkraftwerk-Kapazitäten von bis zu 25.000 Megawatt aufbauen.
Und hier kommt Draka ins Spiel - und damit die Frage des Lesers.
Damit bleibt es heute bei einer ausführlichen Einleitung (dem Produktmanager könnte ich sagen, ich arbeite mit "Spannungsbogen", in Wahrheit naht aber einfach der Versendetermin)...voraussichtlich morgen dann konkret zur Draka-Aktie!
Mit herzlichem Gruß!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Walter (23.08. 2011 12:43 Uhr):
Da wirft ja einer mit den Gigawatts nur so um sich. Zwei Fragen habe ich dazu: 1. Wieso ist die Verspargelung der Landschaft, auch offshore ist Landschaft über und unter Wasser, auf einmal nicht mehr so schlimm? Besonders die weitere Verteilung der erzeugten Leistung fordert Hochspannungsleitungen, die aber abgelehnt werden und unter die Erde sollen. Das soll man sich mal konkret vorstellen, wie das gehen soll und was das kosten soll. 2. Da nichts rückwirkungsfrei ist, würde mich mal interessieren, ob es schlüssige Untersuchungen über die Auswirkung der am Rotorblatt umgesetzten Windenergie auf Wetter und Klima gibt. Der wind ist ja weg wenn die Windmühle getroffen hat. Die Republik rennt nun blindlings den Windinvestoren wie einem Fetisch hinterher. Es wird nicht funktionieren, deshalb habe und werde ich nicht in Windparks investieren, schon aus umweltideologischen Gründen.
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