Normalisierung nach dem Absturz im Rusell-Index
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 1. Dezember 2008, 17:00 Uhr
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Abwärtstrend nach wie vor intakt
Da die Charts nur selten lügen, zeige ich Ihnen heute wie angekündigt den Kursverlauf des marktbreiten Russell 2000-Index, der für mich das wichtigste Barometer für Nebenwerte darstellt. Hier können wir einige Antworten auf die oben aufgeworfenen Fragen erwarten und überlegen, in welchem Umfang die negativen Konjunkturnachrichten bereits in den Kursen enthalten sind. Auch der Russell-Index zeichnet wie praktisch alle Indizes den dramatischen Einbruch nach, der sich ab Ende September ereignete. Um etwa 40 Prozent kollabierten die Nebenwerte binnen 10 Wochen, was bestimmt für einen Eintrag ins Guiness-Buch ausreichen würde. Die Seitwärtsrange zwischen 650 und 750 Punkten, die 10 Monate Bestand hatte, wurde förmlich pulverisiert. Das aus dieser Bewegung zu erwartende Kursziel von 550 bot keine stabile Unterstützung und musste nach kurzer Gegenwehr preisgegeben werden. Mitte Oktober versuchte der Index eine Bodenbildung bei 500 Punkten, die aber auf der Oberseite am nun etablierten Widerstand von 550 Punkten scheiterte. Damit war der Weg frei für neue zyklische Tiefs bei 450 und dann sogar unterhalb von 400 Punkten. Erst hier konnte der Crash wirksam gestoppt werden und es bildete sich eine positive schnelle V-Umkehr, die sogar den Widerstand bei 450 überwinden konnte. Es wurde deutlich, dass Indexstände unter 400 Punkten von der Mehrheit der Marktteilnehmer als Übertreibung und Kaufgelegenheit interpretiert wurde. Gerade dem genannten Widerstand bei 450 messe ich erhebliche Bedeutung zu, da hier erstmals an einem ehemaligen doppelten Unterstützungspunkt keine neuen Verkäufe einsetzten. Bisherige Erholungen scheiterten stets an diesen Punkten. Dies ist ein wichtiger Punkt für die Bullen, der Hoffnung auf mehr macht, da ja bekanntlich die letzten Wochen des Jahres zu den erfolgreichsten an den Börsen gehören.
Trotzdem muss aber auch gesagt werden, dass der kurzfristige und sehr dynamische Abwärtstrend noch voll intakt ist, und der Index jetzt erst die obere Seite des gebildeten Keils überwinden muss.
Die Markttechnik
Die Indikatoren der Markttechnik spielen den Optimisten in die Hände. Vor allem die Tatsache, dass das Index-Tief nicht mehr von einem Tief des Macd begleitet wurde, ist ein gutes Zeichen. Solche Divergenzen leiten häufig starke Markt-erholungen ein. Ähnliche Divergenzen zeigt auch der RSI, der während des letzten Index-Tiefs nicht mehr in seine Extremzone unterhalb von 30 Punkten getaucht ist. Dies sind gute Anzeichen dafür, dass sich der Index der Nebenwerte weiter normalisieren wird. Darunter verstehe ich, dass sich der Russell wieder auf seine wichtigen gleitenden Durchschnitte von 50 und 200 Tagen zubewegt. Denn ein Index, der mehr als 30 % unter seiner gleitenden 200-Tage-Linie und 20 % unter seiner 50-Tage-Linie handelt, ist wirklich als extrem zu bezeichnen. Trotz der bereits laufenden Erholungsbewegung ist daher zu erwarten, dass der Index einen ernsthaften Versuch unternimmt den Bereich der 50-er-Linie zu testen. Dort bei 550 Punkten ist auch die obere Begrenzung einer möglichen Seitwärtsbewegung anzusiedeln. Sollte der Index diese Hürde überspringen, wäre der mittelfristige Abwärtstrend gebrochen und sogar ein Test des alten Seitwärtstrends bei 650 möglich. Dies ist aber selbstverständlich noch ferne Zukunftsmusik und die steil fallenden Marktdurchschnitte zeigen umgekehrt auch die Risiken jeglicher Long-Spekulationen.
Ich wünsche Ihnen eine angenehme und erfolgreiche Woche!
Herzliche Grüße und bis Donnerstag,
Ihr Klaus Buhl
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