Noch ist das Wetter schön, aber Sturm und Wolken ziehen auf
Von unserem Korrespondenten Eric Fry aus New York in Investors Daily
vom 19. September 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Gestern genossen die New Yorker einen herrlich warmen Spätsommertag, während ein kühler Wind durch die Börse wehte. Der Dow sank um 22 Punkte auf 9.546, während der Nasdaq um 4 Punkte auf 1.883 fiel.
Bei dem schönen Wetter spazierte ich ein paar Blocks zur "City Bakery" für den Morgen-Croissant und einen Espresso. Unterwegs bemerkte ich, wie die Leute über den Hurrican und seine Auswirkungen auf die Ostküste sprachen.
Es schien ein wenig surreal, an diesem herrlichen Tag so viel über den Hurrican zu hören. Aber wir von Investor's Daily sind an solche Nebeneinanderstellungen gewöhnt. Der Aktienmarkt ist munter gestiegen in den letzten Monaten, und dennoch erwarten wir jederzeit einen plötzlichen Ausverkauf. Die Sturmwolken kommen auf ...
Fangen wir an mit den Überhitzungswolken, die sich drohend aufbauschen. Der S&P verkauft sich für das 25fache der erwarteten Einnahmen 2003. Es gab eine Zeit, da sind die Börsen zusammengebrochen, wenn sie solch einen Punkt erreicht hatten. Aber in den modernen Zeiten sehen Investoren einen Kurs zum 25fachen der Einnahmen als Schnäppchen an ... und die Weisen an der Wallstreet stimmen zu.
Zu den bedrohlichen Überhitzungswolken kommen die wirbelnden Winde der Arbeitslosigkeit. Laut Statistik zeigt die Wirtschaft ein paar Zeichen der Belebung. Das gilt jedoch nicht für das Einstellungswachstum. Der ungünstige Arbeitsmarkttrend scheint jedoch die Preise der Staatsanleihen zu unterstützen. Im Unterschied zu den Aktienkäufern, die atemlos eine wirtschaftliche Erholung herbeisehnen, reiben sich die Anleihenkäufer die Hände angesichts des trägen Einstellungstrends und sehen ein wirtschaftliches Glas, das halb leer ist ... und leerer wird. Der 10-Jahres-Schatzbrief steigerte sich gestern auf 4,18 %.
Währenddessen verlor der Dollar gestern 1 % gegen den Euro, der jetzt bei 1,128 $ steht. Ist der Dollar-Ausverkauf ein Vorgeschmack von dem, was kommt? ... Morgen mehr.