Noch ein paar Worte zu Obamas 5-Jahres-Plan
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 4. Februar 2010, 12:00 Uhr
ENL5454
Ich möchte noch mal auf die Obama-Rede vor dem US-Kongress zurückkommen. Dieser eingeschworene Feind des Freihandels versprach, die Exportregeln zu reformieren und „neue Märkte für US-Waren zu suchen".
Offensichtlich hat der Mann, der die meiste Zeit seines Lebens Repräsentant des Volkes war, über den Rand seiner Tasse mit fair gehandeltem Kaffee geschaut und bemerkt, dass China - immer noch - boomende Exporte hat.
Ich denke, dass der Gedankenzug entgleiste, weil ein Gewerkschaftsvertreter an der Tür des Oval Office klopfte.
Weil es ein kritisches Element an diesem „Export Ding" gibt, das dem zentralen Glauben des westlichen Liberalismus widerspricht.
Denn um die Exporte zu erhöhen, muss man wettbewerbsfähig sein. Nicht nur „ich auch", die Neid getriebene Wettbewerbsfähigkeit, die der Philosophie der Demokratischen Partei zugrunde liegt. Nein, ich meine internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Und es gibt nur zwei Elemente, die zählen: Gleiche Qualität oder niedrigerer Preis.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Lena (04.02. 2010 12:16 Uhr):
Hr. Vaupel, sie machen es sich zu einfach. Warum ist China so erfolgreich? Weil es eben auch zentral plant und dann die Märkte aufrollt. Denken Sie an Solar + Wind. Denken Sie an die Währung, ans Sparen, an die Kredite usw. usf. Manchmal stimmt es eben doch, dass nationale Industriepolitik und staatliche Exportförderung unglaublich erfolgreich sein kann. Würden die Chinesen nach Ihren Regeln spielen, dann gäbe ich Ihnen recht. Tun sie aber nicht. Z.B. China ist das einzige Land, dass 90% der Erlöse von Avatar und jedem anderen ausländischen Kinofilm im Land behält. Normale Quoten liegen bei 30-60% je nach Laufzeit und Stärke des Kinofilmes. Man kann mit China Geld verdienen, aber nur, wenn die Chinesen mehr verdienen. So läuft der Hase, dank der harten staatlichen Wirtschaftspolitik.
Antworten - Kommentar von Klaus Foehre (04.02. 2010 12:39 Uhr):
um die Export-Hoffnungen der USA zu realisieren, muss man den US-DOLLAR billiger machen. China und Indien werden in der fraglichen Zeit langsam teurer werden Ausserdem wird man in USA auf neue Technologien setzen (Nano z.B.), die die Konkurrenz NOCH nicht hat. Und dieses Spiel wird noch eine Weile so weitergehen. Obwohl Obama ziemlich links gestrickt ist - er ist letztendlich Sachzwaengen unterworfen. Das buegelt einiges wieder glatt.
Antworten - Kommentar von wientzek (04.02. 2010 13:44 Uhr):
ich stimme auch nicht mit Präsident Obama in allem überein. aber wer wünscht sich das, was unter Bush gelaufen ist. wenn Herr Amberger glaubt, dass die Märkte frei floaten ob mit oder ohne staatliche Eingriffe, dann zeigt das, dass er weniger Kenntnisse hat, als er glaubt vorgeben zu müssen. Protektionismus, Subventionspolitik, Absatzgarantien, verdeckte Zölle,aber auch Preisbeeinflussung über Terminmärkte sprechen eine ganz andere Sprache. Und im übrigen haben insbesondere die Neoliberalisten ganz im Gegensatz zu ihrem sonstigen Gelaber als die Finanzkrise zu kochen begann, am lautesten nach staatlichen Hilfen und eingriffen geschrien anstatt mal eine Marktbereinigung zu akzeptieren. und jetzt, wo allen wieder schön Wetternachrichten über den angeblichen Aufschwung aufgetischt werden, krauchen die Schreihälse wieder unter ihren Schreibtischen hervor. Danke.
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