Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert und langfristig erfolgreicher als der Gesamtmarkt.
Thomas Kallwaß in Devisen-Monitor zum Thema Devisen
vom
In keiner anderen Volkswirtschaft ist momentan der Zusammenhang zwischen der Landeswährung und dem Aktienbarometer so eindeutig ablesbar wie in Japan. Denn schon seit geraumer Zeit folgt der Nikkei 225 Index häufig dem Trend der Landeswährung Yen. Die Ursache liegt in der starken Exportfixierung der japanischen Wirtschaft. Japan zählt wie Deutschland zu den Exportnationen, die regelmäßig Handelsbilanzüberschüsse erzielen. Im Gegensatz zu Deutschland schrumpften in den letzten Perioden die Überschüsse Japans jedoch. Teilweise fielen die Überschüsse erheblich geringer als gewohnt aus und rutschten quartalsmäßig vereinzelt gar ins Minus. Der extrem starke Yen sorgte für die Verschlechterung der Handelsbilanz.
Unternehmenserfolg wird von Yen-Stärke beeinflusst
Japans Kampf gegen die Aufwertungstendenzen der Landeswährung ist noch nicht entschieden und wird wohl auch trotz massiver Notenbankmaßnahmen in den nächsten Jahren fortgeführt werden müssen. Wie dramatisch Japan unter einem gestärkten Yen leidet, zeigt das Beispiel Toyota. Das Flaggschiff der japanischen Volkswirtschaft verzeichnete im vergangenen Quartal einen Gewinneinbruch von 305 Mrd. Yen. Davon gingen nach Angaben Toyotas zwei Drittel, allein 200 Mrd. Yen (1,8 Mrd. EUR), auf das Konto der Yen-Aufwertung. Die Firmen verdienen beim aktuellen Wechselkurs nicht nur nichts mehr, sondern machen bei exportierten Waren oft sogar noch Verlust.
Yen-Schwäche verleiht Nikkei Auftrieb
Die Situation in Japan hat sich mittlerweile so stark zugespitzt, dass der Wechselkurs des Yen für den Unternehmenserfolg entscheidend ist. Dass Unternehmensgewinne durch Wechselkursschwankungen sowohl positiv als auch negativ beeinflusst werden können, ist keine neue Erkenntnis. Aus der Kenntnis ergeben sich in Bezug auf den Nikkei 225 Vorteile, wenn man den Trend des Yen kennt.
Devisen-Expertise hilft bei Aktienkursprognose
Der Chart zeigt die Entwicklung des Yen gegenüber dem Dollar (rechte Achse) und die Entwicklung des Nikkei 225 (linke Achse). Insbesondere die jüngste Entwicklung zeigt den Einfluss des Yen auf den Nikkei 225. Auf der einen Seite konnte der Nikkei seit Januar 2012 rund 12 Prozent zulegen (Eine Aufwertung des Yens bedeutet im USDJPY fallende Wechselkurse), büßte aber seit seinem Hoch Ende März bereits wieder 8 Prozent ein. Gleichzeitig verlor der Yen seit Jahresanfang rund 8 Prozent, was den Exportwerten Auftrieb verlieh und so den Anstieg des Nikkei forcierte. Auf der anderen Seite gingen die Kursverluste des Nikkei mit einer Aufwertung des Yen einher.
Das Beispiel Japans zeigt, dass Kapitalanleger mit Devisen-Expertise frühzeitig Rückschlüsse auf eine mögliche Trendumkehr von Aktien-Indizes starker Exportnationen ziehen können.