Niedrige Zinsen: Des einen Freud, des anderen Leid

in Insider Daily zum Thema Dax 30
vom


gute Freunde von uns bauen gerade ihr Eigenheim komplett um. Es wurde lange nichts getan an dem "alten Kasten", wie er von uns allen liebevoll genannt wird. Doch nun bekommt er die wohl verdiente Komplettüberholung. Das kostet jede Menge Geld. Aber, was sicherheitsorientierte Anleger derzeit frustriert, macht Häuslebauer froh. Grund: die niedrigen Zinsen.


 

Banksparpläne, Festgeld, Tagesgeldkonten und Bundesanleihen werfen gegenwärtig nicht mal genug Rendite ab, um die Inflation auszugleichen. Baufinanzieren kann man dafür quasi zum Nulltarif. Naja nicht ganz, aber: Baugeld kann man teilweise schon für günstige 3% finanzieren. Unsere Freunde sind mit ihrem Großvorhaben in der aktuellen Lage also klar im Vorteil. Und sie schaffen damit einen Wert für die Zukunft. Bei einem erneuten Beben an den Finanzmärkten müsste ihnen nicht bange werden. Das Haus bleibt stehen. Bestenfalls sorgt die steigende Inflation in Folge der Schuldenberge zahlreicher Staaten sogar dafür, dass ihre Schulden "weginflationiert" werden, ihr Häuschen aber an Wert zunimmt. Denn steigende Inflation begünstigt die Wertentwicklung von Sachwerten, also Edelmetallen, Immobilien und Aktien.

 

Werterhalt: Qualitätsaktien statt Immobilien kaufen

 

Was aber bleibt jenen, die keine Immobilie ihr eigen nennen und darin in ihr Hab und Gut investieren wollen und die den Goldpreis als zu hoch ansehen, um jetzt noch einzusteigen? Die Antwort gibt sich eigentlich von selbst: Aktien kaufen. Genauer gesagt: Qualitätsaktien. Damit sind Papiere namhafter Konzerne gemeint, deren operatives Geschäft seit Jahren, ja sogar Jahrzehnten solide wächst, die mit großer Kontinuität Dividenden ausschütten und deren Geschäftskonzept überzeugt. Ein klares deutsches Basisinvestment ist in meinen Augen nach wie vor die BASF Aktie.

 

Auch die Experten vom Stuttgarter AktienBrief setzen auf den international führenden Chemieriesen. In einer aktuellen Kaufempfehlung ist zu lesen:

 

"In den vergangenen zehn Jahren steigerten die Ludwigshafener ihre Verkäufe in den Schwellenländern um jährlich 13%, in den Industriestaaten gelang jährlich - immerhin - ein Wachstum von gut 6%. Entsprechend hat der Anteil der Emerging Markets am Gesamtumsatz in diesem Zeitraum von 22 auf 34% zugelegt. Allein im asiatisch-pazifischen Raum nimmt BASF mittlerweile fast jeden fünften Euro ein. Nach dem schwachen vierten Quartal 2011 zogen die Geschäfte von Januar bis März wieder an, der Umsatz stieg um 6%. Höhere Rohstoffkosten drückten jedoch auf den Gewinn, vor Zinsen und Steuern verdiente BASF 7% weniger. BASF-Chef Kurt Bock verbreitet aber Optimismus: Bereits im zweiten Halbjahr erwartet das Management wieder bessere Geschäfte. (...) Wir setzen weiter auf BASF", so die Experten im Stuttgarter AktienBrief.

 

Und ich ermutige Sie, ruhig auch mal einen Blick über den großen Teich zu wagen. Denn nicht nur in Deutschland brummt die Wirtschaft, auch die USA findet nach mageren Jahren wieder auf den Wachstumspfad zurück, wie aktuelle Konjunkturdaten und Unternehmensberichte in den vergangenen zwei Quartalen sehr eindrucksvoll zeigten. Auch hier nenne ich Ihnen gerne ein Beispiel: Coca-Cola.

 

Die "Lieblings-Aktie" von Starinvestor Warren Buffett ist im historischen Vergleich nach wie vor günstig bewertet (2013er KGV von 16), obwohl der Aktienkurs derzeit ein Zehnjahreshoch markiert.

 

Die Experten von Der Aktionär schreiben in einer aktuellen Empfehlung: "Von Januar bis März des laufenden Jahres kletterte der Umsatz von Coca-Cola 6% auf 11,1 Mrd. Dollar. Der Überschuss legte sogar um 8% auf 2,05 Mrd. Dollar zu. Einen gehörigen Anteil am Umsatz- und Gewinnwachstum hatten Schwellenländer wie China oder Indien. Dort gönnen sich immer mehr Konsumenten den Genuss von Coca-Cola. Schließlich verkörpert die Brause den von vielen Menschen dort verehrten ‚American Way of Life‘ wie kaum ein anderes Produkt. In den gesättigten Märkten wie Nordamerika oder Europa gelingt es Coca-Cola geschickt, die sich abschwächende Nachfrage nach den klassischen Verkaufsschlagern wie Coca-Cola, Mezzo-Mix, Fanta oder Sprite durch Getränke zu kompensieren, die zum wachsenden Gesundheitsbewusstsein in den Industrieländern passen. So baut der Konzern aus Atlanta seine Palette an Mineralwasser und Fruchtsäften stetig weiter aus. Die Erfolgsstory von Coca-Cola geht also weiter, die Erlöse und Gewinne dürften daher auch in den kommenden Jahren kräftig weiter sprudeln."

 

Und mal ehrlich: Mich beeindrucken einfach Zahlen wie diese: 145 Mrd. Liter Getränke aus dem Hause Coca-Cola werden jährlich in der Welt konsumiert. Bei etwas mehr als 7 Mrd. Menschen, die derzeit auf diesem Planeten leben, bedeutet das: jeder Erdenbürger konsumiert im Jahr knapp 21 Liter Softgetränke, die aus dem Hause Coca-Cola stammen. Der Durst der Welt wird dem US-Konzern also auch in den nächsten Jahrezehnten ordentliches Wachstum bescheren.

 

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende. Genießen Sie den heutigen Sommertag, vielleicht sogar mit einer kühlen "Coke" :o) im Glas. Morgen soll schon wieder alles vorbei sein.

 

Herzliche Grüße

Ihre

Cindy Bach

von
Cindy Bach
Cindy Bach

Cindy Bach nimmt in ihrem Börsennewsletter Insidergeschäfte unter die Lupe. Sie stellt regelmäßig „Directors’ Dealings“ vor - zum Vorteil ihrer Leser.

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