Nickelpreise bleiben hoch
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 08. Juni 2006 20:45 Uhr
ENL5454
Nickel hält sich wacker
Am besten hält sich in der laufenden Korrektur der Nickelpreis. Mit 9,50 US-Dollar je Pfund liegt Nickel nur etwa 10 % unter seinem Jahreshoch. Woran liegt das? Nun, bei Nickel haben sich die meisten Analysten ziemlich verschätzt. Man erwartete eine deutliche Ausweitung des Angebots, welche bislang aber nicht kommt. Der Grund dafür liegt meines Erachtens daran, dass sich die großen Bergbaukonzerne weltweit eine Übernahmeschlacht liefern, statt die Entwicklung von neuen Förderprojekten voranzutreiben. Denn die Preise sind jetzt hoch und selbst die optimistischsten Manager und Analysten rechnen nicht damit, dass die Preise für Nickel in den nächsten Jahren noch steigen könnten.
China Faktor
Den größten Einfluss auf die Nickelpreise hat aktuell, wie sollte es auch anders sein, Chinas Wirtschaftswachstum. Chinas Wirtschaft wird nach Angaben seines Wirtschaftsministers bis 2010 die 4 Billionen US-Dollar Marke knacken. Chinas Bausektor profitiert davon am meisten, denn insgesamt soll die „offizielle“ Zuwanderung von den ländlichen Regionen Chinas in die Megastädte in den nächsten 5 Jahren bei 750.000 Arbeitern je Monat liegen. Eine Riesenzahl, welche die chinesische Inlandsstahlnachfrage weiter antreiben wird. Deshalb sehen wir zu Recht einen boomenden Nickelmarkt. Insgesamt soll die chinesische Edelstahlproduktion nach Angaben von Goldman Sachs in diesem Jahr um 32 % und im nächsten Jahr um 33 % steigen. 2008 sollen dann 23 % Nachfragewachstum folgen und 2009 nochmals 20 %.
Goldman Sachs Faktor
Die Analysten von Goldman Sachs sehen in dem Anstieg der Metallpreise keine kurzfristigen Preisspitzen, sondern eine „strukturelle“ sprich langfristige Veränderung des Preisniveaus. Goldman Sachs erwartet über die nächsten Jahre hinweg hohe Preise. Ich kann dieser Analyse nur zustimmen. Normalerweise müssten Sie als Anleger vorsichtig werden wenn Analysten zu optimistisch gestimmt sind, aber Sie sollten doch noch unterscheiden. Die meisten Analysten heben zwar ihre Preisprognosen für die Rohstoffe an, allerdings von grotesk niedrigen Niveaus. Die aktuellen Preisprognosen für die nächsten 2 Jahre liegen immer noch 20-50 % unter den aktuell bezahlten Preisen. Also ist die Stimmung generell immer noch sehr zurückhaltend.