Nickel Preise auf Rekordhoch
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 11. Juli 2006 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
heute fange ich mit einem Zitat an:
„Die Nickelpreise haben heute wieder ein Rekordhoch erreicht. Der Kassapreis für sofortige Lieferung sprang um 1.400 US-Dollar je Tonne auf 23.900 US-Dollar je Tonne. Die Lagerbestände an der LME lagen mit 1.788 Tonnen auf dem niedrigsten Stand seit 1982, als sie bei 1.302 Tonnen lagen. Die Kaufpanik ist das Resultat einer stark gestiegenen Nachfrage nach Edelstahl.“
Ist Ihnen etwas aufgefallen?
Dieser Marktbericht ist nicht von Heute sondern stammt vom 29. März 1988. Hätte ich dies so stehen gelassen, so wäre der Unterschied vermutlich gar nicht aufgefallen.
In den vergangenen Rohstoff-Dailys habe ich immer wieder über die Nickelpreisentwicklung berichtet. Die Lagerbestände an der Londoner Metallbörse LME sind allein gestern um 500 Tonnen auf nur noch 8.904 Tonnen gefallen. 1988 stieg die Edelstahlproduktion erstmals über 10 Millionen Tonnen. Heute sind es bereits über 20 Millionen Tonnen. Allein China wird mit 4.7 Millionen Tonnen, in diesem Jahr 25 % mehr Edelstahl herstellen als im letzten Jahr. Für den Nickelmarkt bedeutet dieser Anstieg einen Mehrverbrauch von 35.000 Tonnen. Dies macht Sinn, denn der Nickelanteil im Edelstahl liegt bei rund 5 %.
Kaum jemand hat diese zusätzliche Nachfrage erwartet.
Die in Peking ansässige Beijing Antaike Information Development Co., welche den Nickelmarkt analysiert, hat erst gestern ihren Nickelpreisausblick massiv angehoben. Erst letzten Freitag ging das Analystenhaus noch von einem Durchschnittspreis von 14.000 US-Dollar pro Tonne (7 US-Dollar pro Pfund) aus. Jetzt rechnet man mit 17.000 US-Dollar (8,50 US-Dollar je Pfund). Das liegt immer noch unter den aktuellen Preisen. Zurzeit muss für Nickel bereits 26.000 US-Dollar je Tonne bezahlt werden.
Fazit
Soll man Nickel kaufen?
Leider kann ich im Rohstoff-Daily keine konkreten Trading-Empfehlungen geben. T
rotzdem sehe ich mich gerne als generellen Begleiter der Rohstoff-Hausse. Im Rohstoff Daily vom 08. Juni titelte ich: „Die Korrektur bei den Metallpreisen wird nicht von Dauer sein“ und berichtete in einem Artikel über den Nickelmarkt.
Damals notierte Nickel noch rund 30 % tiefer als heute. Dennoch es ist immer schwierig in eine solche Fahnenstange hinein zu kaufen. Auch 1988 entwickelten sich trotz der starken fundamentalen Daten eine Preisspitze und ein anschließender Preisverfall um 85 %. Ich denke nicht, dass Nickel vor einem ähnlich dramatischen Rückgang steht. Dafür sind die Rahmenbedingungen für die Rohstoffmärkte einfach zu Gut. Ein wenig Nickel im Depot ist also weiterhin kein Fehler, wenngleich es keinen Sinn macht den Preissprüngen zyklisch zu folgen. Ich empfehle eine antizyklische Haltung und den Kauf von Rohstoffen in Korrekturphasen.
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