Nichts ist unmöglich – Der Leidensweg von Toyota
Cindy Bach, Insider Daily vom 08.02.2010 14:30
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Cindy Bach
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schlimmer geht's nimmer. Für Autobauer Toyota hätte 2010 nicht unglücklicher beginnen können. Während andere Automobilkonzerne nach der "großen Krise" das Gaspedal wieder durchtreten, klemmt es bei den Japanern, und das im doppelten Sinne. Mehr Negativschlagzeilen kann der weltweit führende Autokonzerns eigentlich kaum noch verkraften.
Im Januar verschärfte sich bei Toyota eine Serie von Pannen, die den Konzern bereits seit Herbst plagt. Der japanische Autohersteller rief weltweit mehrere Millionen Autos in die Werkstätten zurück wegen Problemen mit dem Gaspedal. Angeblich besteht bei den Autos die Gefahr, dass die Pedale teils nur langsam oder überhaupt nicht mehr in die Ausgangsposition zurückkehren. Bereits seit Herbst hat Toyota damit zu kämpfen, dass sich Fußmatten teils mit den Gaspedalen verhaken.
In der vergangenen Woche wurden obendrein Probleme mit Bremspedalen beim beliebten Hybrid-Modell Prius bekannt. Toyota hat nach Berichten japanischer Medien eine Rückrufaktion für sein prestigeträchtiges Hybridmodell Prius in Japan beschlossen. 170.000 Fahrzeuge seien davon betroffen, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Die Zeitung "Yomiuri" schrieb, es handele sich sogar um Toyotas neuestes Prius-Modell, der als der Hoffnungsträger des Konzerns galt. Der Prius war im vergangenen Jahr das bestverkaufte Auto des Toyota-Konzerns und gilt als Pioniermodell auf dem Hybridautomarkt.
Nicht nur die Kosten dieser Rückrufaktion belasten den Konzern, vor allem der Vertrauensverlust der Kunden wiegt schwer. Toyota-Konzernchef Akio Toyoda versuchte sich am Freitag in Schadensbegrenzung und Rettungsversuchen. Er appellierte an das Vertrauen von Autokäufern und -besitzern. "Glauben Sie mir! Die Autos von Toyota sind sicher", sagte er am Freitag während seiner ersten Pressekonferenz zu den technischen Problemen. Das klingt wohl eher nach blindem Aktionismus als nach konsequentem Krisenmanagement. Dementsprechend wenig hat dieser Appell auch geholfen.
Auch in Deutschland laufen Toyota Kunden davon
Wegen des Gaspedal-Debakels bei Toyota machen nämlich auch in Deutschland etliche Autokäufer einen Bogen um den japanischen Weltmarktführer. "Seit die negativen Schlagzeilen vor gut zehn Tagen begannen, ging bei uns in Deutschland der Absatz um rund 20 Prozent zurück", sagte Toyota-Deutschlandchef Alain Uyttenhoven der "Wirtschaftswoche".
Toyota muss allein in Deutschland rund 216.000 Autos wegen klemmender Gaspedale zurückrufen und will damit in der kommenden Woche beginnen. In ganz Europa sind 1,8 Mio. Autos betroffen. Uyttenhoven zufolge kann das Kraftfahrtbundesamt erst Ende Februar die offiziellen Rückrufbriefe verschicken. Toyota wolle aber mit dem Beginn der Rückrufaktion nicht so lange warten.
Mängel waren sogar noch länger bekannt
Selbst die Vorwürfe, Toyota habe von dem Problem bereits seit 2007 gewusst, aber nicht angemessen reagiert, lassen sich nicht entkräften. Laut Deutschland-Chef, 2007 habe das Gaspedal eines Toyota Auris in zwei Fällen Geräusche gemacht oder geruckelt. Zudem habe es 2008 Kundenbeschwerden gegeben. "Das Thema wurde von den Kunden jedoch niemals als ein Sicherheitsproblem geschildert", sagte Uyttenhoven. "Unsere Tests haben ergeben, dass das Pedal nur dann klemmt, wenn das Auto in der Kälte war, dann schnell aufgeheizt wird und zusätzlich Nässe im Spiel ist. Es war nicht leicht, das herauszufinden."
Naja, das klingt auch etwas fadenscheinig. Aber alle Erklärungsversuche werden hier nichts bringen. Ein mögliches Sicherheitsrisiko, egal unter welchen äußeren Bedingungen, bleibt ein Sicherheitsrisiko für die Gesundheit der Toyotafahrer, basta.
Wie groß der Vertrauensverlust auch bei den Akteuren auf dem Börsenparkett wiegt, zeigt sich in der Kursentwicklung der vergangenen drei Wochen. Das Debakel kostete das Unternehmen gut 17 Prozent ihres Börsenwertes. Und damit sollte man in Japan noch ausgesprochen zufrieden sein...
Ich wünsche Ihnen einen guten und vor allem sicheren Start in die neue Börsenwoche.
Ihre
Cindy Bach
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Kommentare
- von Christian Waldhäusl (08.02. 2010 15:59 Uhr):
Sehr geehrte Frau Bach! Ich habe Ihren Kommentar bezüglich des TOYOTA Rückrufes gelesen und möchte anmerken, dass es mittlerweile unerträglich geworden ist, wie derzeit auf TOYOTA eingeprügelt wird. Derzeit sieht man eine beispiellose Kampagne gegen den japanischen Hersteller, die seines gleichen Sucht - Ihr Kommentar ist hier leider keine Ausnahme! Hätte man jedoch nur ein wenig Kenntnis in der Automobilbranche, würde man auf diesen Zug nicht aufspringen. Dass all dies politisch motiviert (USA) seinen Ausgang nimmt liegt auf der Hand – und alle, natürlich auch Medien aus Ländern, wo europäische Marken beheimatet sind steigen hier voll mit ein. Es ist nat. ein Faktum, dass hier seitens TOYOTA Fehler in der Produktion und auch im Umgang mit der ganzen Situation passiert sind. Jedoch muss man wissen, dass TOYOTA in Sachen Qualität und Haltbarkeit immer ganz vorne zu finden ist und war. Zudem zählt TOYOTA zu den ethnisch korrektesten Unternehmen überhaupt (soziale Kompetenzen werden hier hoch gehalten – man möge dazu nur einige Zeilen des TOYOTA WAY lesen). Der Grund warum zuletzt die Qualität etwas gelitten hat. Nämlich wird seit geraumer Zeit die Produktion in den jeweiligen Markt verlegt. Das bedeutet auch, dass Zulieferer mehr aus den jeweiligen Märkten stammen, und seitens TOYOTA enorme Anstrengungen unternommen werden müssen, um das gewohnte Qualitätslevel zu erreichen. Auch in Sachen Umwelt hat TOYOTA schon vor über 20 Jahren begonnen Visionen umzusetzen (Hybrid). Jetzt nach Jahrzehnten springen alle Hersteller auf den grünen Zug auf und positionieren sich als die grüne Marke. Dass der Hybridantrieb im Gegensatz zum besten Diesel Motor nahezu keine Stickoxide erzeugt wird im Vergleich gerne weggelassen und somit der Hybridantrieb verteufelt – warum frage ich nur setzten dann alle Hersteller ebenfalls in Zukunft auf die Hybridtechnik. Anzumerken ist auch, dass der verkündete Rückruf nun freiwillig passiert, und aus sicherheitstechnischer Sicht nicht notwendig ist. Man will vermeiden, dass die Hetzkampagne auf Grund dessen weitergeführt wird. Wenn der Musterschüler mal patzt, dann freuen sich nat. alle. Aber dass die schlechten Schüler weiterhin Nichtgenügend abliefern wird derzeit in der Öffentlichkeit völlig ignoriert. auto-presse.de/auto-rueckrufe.php .Werfen Sie hier mal einen Blick rein und erkennen Sie, dass ein Rückruf beim Mitbewerber völlig unkommentiert bleibt. Sehen Sie alleine die Anzahl der Rückrufe im VW Konzern im letzten Jahr! Wenn Sie sich die Zeit nehmen sind auch hier oft schwerwiegende Mängel zu finden. Bitte sehen sie mich als Fahrer eines deutschen Fahrzeuges nicht als Verteidiger von TOYOTA. Ich möchte hier nur meine Meinung kundtun und Ihrer Kompetenz im Bereich der Börse insofern Recht geben, dass bei Artikeln wie den Ihren, Kurse eines Auto Herstellers nicht wachsen werden. Ich danke falls Sie sich die Zeit genommen haben meine Zeilen zu lesen. An dieser Stelle möchte ich mich jedoch auch für Ihren Newsletter bedanken. Mit freundlichen Grüßen Christian Waldhäusl
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