Nicht nachhaltige Schulden und andere Witze
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 1. Februar 2012, 07:30 Uhr
ENL5454
Wer weiß, vielleicht haben die Mayas das Ende der Welt doch nicht korrekt berechnet, und diese geht nicht 2012 unter? Sie sollten vorbereitet sein...für den Fall, dass die Welt nicht nach diesem Zeitplan endet.
Meine Vorschau für den weiteren Verlauf von 2012:
Die Aktienkurse werden fallen. Der Goldpreis wird fallen. Der Dollar wird steigen.
Die USA können Pleite gehen, aber perverser Weise wollen die Leute Dollar - und US-Staatsanleihen. Das ist das Einzige, auf das sie zählen können. Wenn der US-Regierung das Geld ausgehen sollte, dann wissen sie, dass sie sich auf Ben Bernanke & seine Zentralbanker-Freunde verlassen können, dass er denen mehr gibt.
Hier ist ein Update von Bloomberg:
Die US-Regierung hat im letzten Jahr für ihre emittierten Anleihen eine Rekordnachfrage erlebt, was den länger laufenden Staatsanleihen die beste Performance seit 1995 gebracht hat. Dies ist ein Zeichen dafür, dass Präsident Barack Obama wenig Schwierigkeiten haben könnte, ein Jahr mit Haushaltsdefiziten von einer Billion Dollar zu finanzieren.
Das US-Finanzministerium hat für jeden Dollar, den es an neuen Anleihen gab, rund 3,04 Dollar angezogen, die gerne investiert worden wären. Das ist das beste Verhältnis, seit diesbezüglich im Jahr 1992 unter George Bush Daten veröffentlicht worden sind. Die USA erzielten Ende letzten Jahres - am 20. Dezember 2011 - sogar ein Verhältnis von 9,07 Dollar Nachfrage für jeden Dollar angebotene Staatsanleihe, im Rahmen einer Emission von 4wöchigen Bills im Volumen von 30 Mrd. Dollar, welche am 20. Dezember versteigert wurden, obwohl sie nahezu Null Prozent Zinsen brachten.
Während S&P das "AAA"-Rating der USA am 5. August zurücknahm, haben US-Staatsanleihen mit 10 Jahren Laufzeit im Jahr 2011 Gewinne von 25,6% eingebracht (Zinsen und Kursgewinne). Die um sich greifende Schuldenkrise in Europa und langsameres Wachstum der Weltwirtschaft sind die treibenden Kräfte, welche die Investoren die vermeintliche Sicherheit der US-Staatsanleihen suchen lassen. Dies hilft den USA, die Kosten für ihre Verschuldung zu begrenzen und es günstiger machen, Defizite zu finanzieren. Und zwar günstiger, als es in Zeiten von Haushaltsüberschüssen für die USA war!
Ira Jersey, eine Anleihen-Analystin bei der Credit Suisse Group AG in New York, spricht von einer "fast nicht zu sättigenden Nachfrage". Es gebe ein "signifikant zurückgehendes Angebot an risikolosen Anlagen in der Welt, und US-Staatsanleihen sind einige der wenigen verbliebenen."
Ja, ja...fast nicht zu sättigende Nachfrage.
Zum zweiten Teil von: Das Märchen von der "nicht zu sättigenden Nachfrage"
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Livia (01.02. 2012 08:31 Uhr):
Ein ängstlicher Anleger kommt zum Bankberater. Nachdem der schon fast alles durch hat, empfiehlt er Staatsanleihen. "Und sind die wirklich sicher?" will der Kunde wissen. "Aber ja doch, dafür garantiert der Staat und die Regierung!" "Aber wenn die sich auflösen?" "Dann ist das Geld auch futsch - aber DAS sollte es Ihnen doch wert sein!"
Antworten - Kommentar von Franz Steinbauer (01.02. 2012 16:52 Uhr):
Ja, ja...diese fast nicht zu sättigende Nachfrage! In diesem Zusammenhang gibt es eine historische Parallele zum vorrevolutionären Frankreich. So soll Necker (der Finanzminister Ludwigs XVI.) kurz vor Ausbruch der Revolution darauf hingewiesen haben, dass die Geldgeber dem französischen Staat weit mehr Geld angeboten haben als er benötige. Nachdem Necker in seinem letzten Budget vor Ausbruch der Revolution die "interets da la dette publique" (Zinsen auf die Staatsschuld) mit etwa 20 % der Gesamtausgaben veranschlagt hatte, hätte eigentlich jedem einigermaßen vernunftbegabten Menschen auffallen müssen, dass das Ende der Fahnenstange erreicht ist. So ähnlich verhält es sich jetzt bei den Staaten der westlichen Welt, deren Stunde der Wahrheit bald schlagen wird.
Antworten - Kommentar von Dr Engelfried (01.02. 2012 21:47 Uhr):
"Der Goldpreispreis wird fallen"????? Bisher haben Sie doch immer geschrieben, er würde steigen? Was gilt nun?
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