News Corp hat, was Sky noch will
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 11. November 2010, 14:30 Uhr
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während der Bezahlsender Sky Deutschland noch immer nicht den Turnaround geschafft hat, zählt Medientycoon Rupert Murdoch in den Kellern von Mutterkonzern News Corp die Millionen. Beide Unternehmen legten in dieser Woche Zahlen vor, das Q1-Ergebnis von News Corp gab es gestern, und Sky Deutschland legte heute Zahlen vor.
Sky-Mutter News Corp. mit Gewinnsprung im ersten Quartal
Der Mutterkonzern von Sky Deutschland, die News Corporation, welche viele namhafte Zeitungen und Zeitschriften in den USA und Australien kontrolliert, die Filmproduktionsfirma 20 Century Fox Media und das Kabelfernseh- sowie Pay-TV Segment in ihrem Konglomerat vereint, erwirtschaftete im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal einen Umsatz von 7,426 Mrd. US-Dollar - und damit 2,25 Mrd. US-Dollar mehr als im Vorjahresvergleich. Der operative Gewinn kletterte von 1,062 auf 1,148 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn sprang von 571 auf 775 Mio. US-Dollar.
Murdoch zeigte sich sehr zufrieden und hob vor allem das Pay-TV- und Kabelgeschäft hervor. Das Geschäft des Bezahlsenders Sky Deutschland dürfte er damit nicht gemeint haben, denn die Tochter wirtschaftet immer noch defizitär. Aber man höre und staune, es wird besser. Das dürfte Rupert Murdoch in seiner Geldzählerei für einen kurzen Augenblick erfreut inne halten lassen.
Bei Sky keimt Hoffnung
Wie die Nachrichtenagentur Reuters heute Morgen meldete, macht sich auch Sky Deutschland angesichts der Konjunkturbelebung Hoffnung: "Der chronisch defizitäre Pay-TV-Sender hat seinen Verlust im dritten Quartal überraschend deutlich reduziert", ist in der Mitteilung zu lesen.
Auch wenn Gewinne noch in weiter Ferne seien, von Juli bis September habe der Bezahlsender den Nettoverlust weiter deutlich reduzieren können, von 116,7 Mio. Euro im Jahr zuvor auf 89,3 Mio. Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von knapp 98 Mio. Euro gerechnet.
Besonders erfreulich: Der ehemals als Premiere bekannte Sender lockte im dritten Quartal per saldo 45.000 Abonnenten an und zählt damit nun 2,52 Mio. Kunden. Bei nahezu stabilen operativen Kosten stieg der Umsatz um 17% auf 243 Mio. Euro. Die Zwölf-Monats-Kündigungsquote (18,9%) sei auf den niedrigsten Wert seit fünf Jahren gefallen. "In diesen Ergebnissen sehen wir ermutigende Zeichen", soll Vorstandschef Brian Sullivan laut Reuters die Zahlen kommentiert haben. Große Hoffnungen setzt Sky nun auch auf das Weihnachtsgeschäft: Hier will der Sender deutlich mehr Kunden gewinnen als zwischen Juli und September. Doch das erklärte Ziel bleibt: Um die Gewinnschwelle zu erreichen, brauchte das Unternehmen knapp 3 Mio. Kunden.
Das Management bestätigte die bisherige Prognose: Im Gesamtjahr 2010 wird ein operativer Verlust (Ebitda) von 260 bis 280 Mio. Euro anfallen. 2011 soll es eine deutliche Verbesserung geben, für positive Vorzeichen dürfte es aber nicht reichen.
An der Börse sorgte die Bilanz trotzdem für Kauflaune: Sky-Aktien verteuerten sich bis zum frühen Nachmittag um mehr als 9% auf 1,24 Euro und waren damit größter Gewinner im Nebenwerte-Index MDAX. Fakt ist: Sky Deutschland hat es vor allem dank seiner neuen Abo-Pakete, wie beispielsweise dem Paket aus Sky HD und Sky Sport für 39 Euro im Monat, geschafft, neue Kunden zu gewinnen. Und natürlich kommt es dem Bezahlsender zugute, dass sich die Wirtschaftslage insgesamt deutlich verbessert hat. Es ist zwar zunächst nicht mehr als ein Lichtstreifen am Horizont, aber diesen darf man nach den "Monaten der Finsternis" an der Börse getrost auch mal feiern.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.
Ihre
Cindy Bach
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