New York Empire State Index überraschend positiv
Ronald Gehrt in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 17. Oktober 2006 07:30 Uhr
ENL5454
Die dicht mit Konjunkturdaten gespickte Woche begann mit guten Nachrichten: Um 14:30 Uhr wurde gestern der New York Empire State Index für Oktober veröffentlicht, vergleichbar mit dem Philly-Fed-Index (dem Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia) misst der in verschiedenen Subindizes die wirtschaftliche Aktivität im Staat New York.
Nachdem auch dieser Index in den vergangenen Monaten deutlicher gefallen war, ging es im September wieder ganz leicht auf 13,8 nach oben ... mehr eine Stabilisierung denn eine Trendwende, so schien es. Dementsprechend trauten die Experten dem Index aktuell auch keinen weiteren Anstieg zu. Die Prognosen bewegten sich in einer Spanne zwischen 12,5 und 13. Es kam anders, zur Freude derer, die nun statt weiteren Zinserhöhungen eine Rezession fürchten (ich schließe mich da nicht aus, wie Sie wissen):
Der Gesamtindex stieg auf 22,9 nach 13,8 im Oktober (Werte über Null indizieren Wachstum, auch bei den Subindizes), Dabei fielen die Unterindizes durchaus nicht aus dem Rahmen, es gab also kein nennenswertes „aber“:
Der Index der Auftragseingänge fiel leicht von 14,0 auf 11,8 zurück. Das ist nicht gerade umwerfend positiv, aber auch keineswegs ein Beinbruch. Der Beschäftigungsindex hingegen stieg auf 19,4 nach 12,5 ... das ist durchaus positiv zu werten. Noch besser ist die Indikation der bezahlten Preise:
Hier ging es von 41,0 auf nur noch 30,8 zurück. Auch hier findet sich, vergleichbar mit den zuletzt veröffentlichten Einkaufsmanager-Indizes, also eine markante Abnahme des Preisdrucks. Der Index der Auslieferungen stieg leicht von 20,6 auf 22,5 Punkte.
Zuletzt zum Subindex der Erwartungen: Für die kommenden sechs Monate fielen die Erwartungen von 35,2 auf 30,2. Gut, das ist ein spürbarer Rückgang, aber natürlich sind die Erwartungen damit nach wie vor deutlich in der Wachstumszone. Und es ist, obwohl die weltweiten Befürchtungen einer zu scharfen Abkühlung immer auf die USA als Auslöser zielen, gegenüber den zuletzt rabenschwarzen Erwartungen eines deutschen ZEW-Index ein außerordentlich optimistischer Wert.
Nun würde ich durchaus argwöhnen, dass derart positive Erwartungshaltungen auch das sprichwörtliche „Pfeifen im Walde“ sein könnten. Aber die Fakten der aktuellen Daten wie Auftragseingänge, Beschäftigung oder Auslieferungen zeigen: Es geht zwar leicht nach unten. Aber was hier fällt, ist nur die Wachstumsrate. Nichtsdestotrotz:
Die Konjunkturdaten der kommenden gut zwei Wochen bis zu den nächsten Arbeitsmarktdaten müssen diese Tendenzen erst einmal bestätigen, bevor man über eine Entwarnung hinsichtlich einer Inflation auch nur nachdenken dürfte. Vor allem die jetzt anstehenden Daten zum Immobilienmarkt werden hochspannend!
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