Neues Jahreshoch
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 14. September 2009, 07:30 Uhr
ENL5462
In der ersten vollen September-Woche erreichte der deutsche Leitindex ein neues Jahreshoch. Seit dem März-Tief bei 3588 Punkten konnte das Kursbarometer fast 58 Prozent zulegen.
Auch die US-Indizes kamen weiter voran. Sowohl Dow Jones als auch S&P 500 konnten in der vergangenen Woche weiter steigen. Der Dow Jones ist nur noch rund 400 Punkte von der psychologisch wichtigen 10000er-Marke entfernt. Auch der japanische Leitindex präsentierte sich fest und ging am Freitag mit einem Wochenplus von 2,5 Prozent ins Wochenende.
Enormer Renditedruck
Kurzfristig könnten die Aktien-Indizes durchaus noch weiter gen Norden tendieren. Viele Investoren haben die seit März anhaltende fulminante Rallye verpasst und stehen unter massivem Renditedruck. Sicherlich könnten am Ende des Tages in den nächsten Tagen Eindeckungskäufe der Leerverkäufer zumindest stützend auf die Notierungen wirken. Und zusätzlich könnten andere Investoren, die bisher nur an der Seitenlinie warteten, des Performancedrucks wegen zum Einstieg in den Aktienmarkt verleitet werden.
Teure US-Aktien
Fakt ist allerdings, dass die Bewertung der Aktienmärkte nach der starken Rallye mittlerweile alles andere als preiswert ist. Beim marktbreiten S&P 500 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis im historischen Durchschnitt bei 16. Gegenwärtig beträgt das KGV wieder fast 19. Und trotz des historisch niedrigen Zinsniveaus regt eine aktuelle Dividendenrendite von gut zwei Prozent nicht wirklich dazu an, wie wild den breiten US-Aktienmarkt zu kaufen. Sicherlich ist es nicht ausgeschlossen, dass die aktuelle Anstiegsphase noch ein wenig anhält. Die spannende Frage wird sein, wann die Investoren am Aktienmarkt eher beunruhigt auf den schwachen US-Dollar-Index bzw. den Goldpreis blicken werden.
US-Dollar-Index im freien Fall
Indes scheint der wieder schwächer werdende US-Dollar noch nicht wirklich im Focus zu stehen. Tatsache ist aber, dass der Dollar-Index sich seit März wieder auf Talfahrt befindet und gerade in jüngster Vergangenheit im freien Fall ist. Seit dem 4. März ist der Dollar-Index um sage uns schreibe 15,1 Prozent gefallen. Sogar gegenüber eher exotischen Währungen wie dem thailändischen Baht oder dem philippinischen Peso musste der greenback Federn lassen.
Gold über 1000 Dollar
Insofern verwundert es auch nicht wirklich, dass es in der vergangenen Woche nun endlich auch der Goldpreis schaffte, am Freitag über der psychologisch wichtigen Marke von 1000-Dollar aus dem Handel zu gehen. Aktuell kostet eine Feinunze Gold 1005 Dollar bzw. 690 Euro. Es stellt sich die spannende Frage, ob nun noch einmal ein Rücksetzer kommen wird, der durchaus vielleicht sogar prozentual zweistellig sein könnte.
Andererseits besteht aber auch die reelle Chance, dass es nun ohne größere Rücksetzer bis zum Jahresende 2009 bzw. erstes Quartal 2010 in Richtung 1200 bis 1300 Dollar gehen kann.
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