Neues aus Simbabwe
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 20. Juni 2007 07:30 Uhr
ENL5454
*** Neues aus Simbabwe
Simbabwe, was für ein spannendes Land.
Die Inflation liegt mittlerweile bei 4.500% im Jahr. Natürlich sollten die Produkte von den Regalen gefegt werden, weil die Leute versuchen, ihr Geld loszuwerden ... wenn es Produkte auf den Regalen gäbe.
Aber verflixt!
Doch das ist das Problem mit der Inflation. Anfangs täuscht sie die Leute und sie denken, dass es mehr Kaufkraft gibt. Die Fabriken bringen mehr Güter auf den Markt. Unternehmen stellen ein. Anleger machen Kapitalinvestitionen. Und die Produktion steigt.
Doch dann kommen die Leute dahinter. Es gibt doch keine zusätzliche Nachfrage, sondern nur zusätzliche Banknoten. Die Unternehmen machen einen Rückzieher, die Produktion stagniert. Die Preise schießen in die Höhe.
Der demokratische gewählte Präsident in diesem Höllenloch, Robert Mugabe, hat das Land geplündert. Anfang des Jahres konnten einfache Bürger den Simbabwe Dollar gegen sein amerikanisches Gegenstück mit dem Wechselkurs 1 US-Dollar gegen 2.900 der Simbabwe Dollar tauschen. Heute liegt der Kurs bei 100.000 Simbabwe Dollar. Aber wer zu den Spießgesellen Mugabes zählt, der hat das Recht, zum offiziellen Wechselkurs zu tauschen. Es ist nicht schwer zu erraten, was passiert. Die Elite kauft den Dollar auf dem Schwarzmarkt und verkauft ihn zum offiziellen Wechselkurs an die Regierung. Sie haben es noch nie so gut gehabt.
Und weil es nicht so viel kaufen gibt, setzten sie ihr Geld am Aktienmarkt. Die Aktien in Simbabwe zählen zu den weltweit am schnellsten im Wert steigenden – selbst wenn man die Inflation mit einkalkuliert. In den vergangenen 22 Wochen sind sie laut der Financial Times um 200% gestiegen.
Das wird natürlich nicht ewig so weiter gehen. Keine Blase dauert ewig – und ganz besonders nicht diejenigen, die so pervertiert sind wie die in Harare. Mein Rat an die Anleger in Simbabwe – nehmt euer Geld und lauft.
*** Was bedeuten steigende Aktienpreise?
Sind steigende Aktienpreise wirklich ein Anzeichen von Wohlstand? Nicht in Simbabwe. In dieser gottverlassenen Nation gibt es den am schnellsten wachsenden Aktienmarkt weltweit. Doch die Wirtschaft ist hoffnungsloser Fall. Es bleibt nur noch die Spekulation in Aktien. Wer wollte in Simbabwe eine Fabrik errichten? Wer würde in die Ölraffinerie investieren? Wer könnte nur Bäume pflanzen wollen? Niemand. Also kaufen alle Aktien.
*** Welchem Modell folgt die amerikanische Wirtschaft?
In Amerika war die Wirtschaft bis in die Siebziger … oder Achtziger … ziemlich gesund. Aktienpreise spiegelten annähernd die Unternehmensgewinne wider ... Kunst, Immobilien, Sammlerstücke und andere Anlagewerte sind im Einklang mit der Wirtschaft mehr oder weniger gestiegen. Für jeden Dollar an Gütern und Dienstleistungen, die die Amerikaner aus dem Ausland kauften, haben sie auch etwas anders im Wert eines Dollars an das Ausland verkauft.
Doch was passiert heute? Der Dow hält sich weiterhin in der Nähe eines absoluten Höchstwerts. Andere Anlagemärkte spielen verrückt. Liegt das daran, dass die Wirtschaft so stark ist? Oder ist der Grund, dass es so viel Geld gibt, dass keinen anderen Ort hat, an den es gehen kann?
Ist die amerikanische Wirtschaft so wie die chinesische Wirtschaft ... oder folgt sie eher dem Modell Simbabwe?
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