Neuerlicher Auftrieb durch Google und AMD?
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 15. Oktober 2010, 08:30 Uhr
während des gestrigen Handelstages mussten schlechte Nachrichten verdaut werden. Der Arbeitsmarkt bleibt das Sorgenkind der Amerikaner. In der vergangenen Woche hat sich die Zahl der US-Bürger, die erstmalig Arbeitslosenunterstützung beantragen mussten, überraschend erhöht. Als ob dies nicht schon traurig genug wäre: Das Handelsbilanzdefizit der (noch) weltgrößten Volkswirtschaft hat sich stärker ausgeweitet als im Vorfeld prognostiziert wurde. Für diese Bad News hielten sich die Aktienmärkte aber vergleichsweise gut.
Nachbörslich präsentierten dann Google und AMD ihrer Quartalszahlen, und siehe da, die US-Unternehmen führen die bisherige Serie weiter fort. Die Berichtssaison liefert bislang nur gute bis sehr gute Zahlen. Die ohnehin schon ambitionierte Gewinnschätzung beim Internetgiganten Google wurde locker übertroffen und auch AMD konnten glänzen - Google erwirtschaftete 7,64 Dollar Gewinn je Aktie statt der erwarteten 6,68 Dollar und der Chiphersteller AMD 15 statt 6 Cent.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | +0,32% |
| Dow Jones: | -0,01% |
| S&P 500: | -0,36% |
| Nasdaq: | -0,13% |
| EUR/USD: | -0,28% |
| Gold: | +0,53% |
| Silber: | +2,13% |
| Öl (Sorte Brent): | -0,71% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): das kann so nicht weitergehen!
Es bleibt dabei: Gute Unternehmenszahlen und schwache Konjunkturdaten wechseln sich ab. Da schwache Konjunkturdaten in der aktuellen Lage aber nicht unbedingt schädlich für die Börsen sein müssen, schließlich ist die nächste Geldschwemme der amerikanischen Notenbank schon in den Kursen eingepreist, halten sich die Aktienmärkte weiter in Gipfelnähe auf. Dabei mutiert speziell der Dax zur Bergziege, denn während seine amerikanischen Brüder etwas nachgeben mussten, konnte der deutsche Leitindex ein paar Punkte zulegen.
Nach einem derart steilen Anstieg - seit Dienstag satte 250 Dax-Punkte - auf Jahreshoch-Niveau, beginnt bei vielen Anlegern die Skepsis Überhand zu gewinnen. Gedanken wie „das kann so nicht weiter gehen" oder „der Anstieg ist zu steil und muss korrigiert werden" hat schon jeder gehabt und ist sicher auch deswegen schon Positionen eingegangen. Fakt ist aber, dass es immer das wahrscheinlichere Szenario ist, dass sich ein Trend fortsetzt, als das dieser gebrochen wird. Also versteife ich mich in keiner Situation, auch nicht in der gegenwärtigen, auf eine mögliche oder überfällige Trendumkehr, sondern betrachte diese immer nur als eine der möglichen Varianten. Bei den Ideen zur Trendfortsetzung wähle ich daher auch meist größere Positionen oder bin bei diesen Trades geduldiger was den Ausstieg anbetrifft.
Vorbörslich profitiert der Dax von den Google-Zahlen und nähert sich dem neuen Jahreshoch. Da ich heute nicht so viel Zeit zum Traden aufbringen kann wie sonst, konzentriere ich mich auf die Extrempunkte. Auf der Oberseite ist dies das Jahreshoch. Geht den Bullen bereits dort die Luft aus, gehe ich short. Wird jedoch ein neues Hoch markiert, kaufe ich den Dax. Obwohl ich hier mit dem Trend gehen würde, muss der Trade sehr genau überwacht werden. Denn einige Hindernisse sind auf den Weg zur 6.600er-Marke aufgebaut. Bei 6.515/20, 6.550 und 6.575/80 führt die kleinste Gegenwehr zumindest zu einem Teil-Ausstieg. Short gehe ich aber erst, wenn nach deutlichen höheren Notierungen die 6.500er-Marke nach unten verlassen wird. Dieser Trade ist an die ganz kurze Leine zu nehmen, zumindest solange, bis das Jahreshoch noch nicht von den Bären überrannt wurde.
Auf der Unterseite ist die 50er-Durchschnittslinie (blaue Linie) meine Trigger-Marke. Ein Drehen des Dax an dieser Linie lässt mich eine Long-Position eröffnen, während der Bruch einen Short-Einstieg nach sich zieht. Bis 6.400 Punkte oder bis zur alten Rekordmarke bei 6.382 Punkten sollten sich dann die Bären austoben können.
Gestriges Ergebnis: Gewinn 19 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
Dax (DAX.I): Vorbörslich erhält der Dax Auftrieb durch die sehr guten Google- und AMD-Quartalszahlen.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
