Neuer Unsicherheitsfaktor
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 5. Mai 2009, 07:30 Uhr
ENL5462
Liebe Leserin, lieber Leser!
Hans-Dieter Klenk, Professor für Virologie an der Universität Marburg warnt davor, dass wir im Herbst diesen Jahres mit einer zweiten, stärkeren Viren-Welle" rechnen müssten. Er sieht sogar Ähnlichkeiten mit der Spanischen Grippe vor 90 Jahren.
Schlafwandlerische Sicherheit"
Gegenwärtig scheint die Schweinegrippe" an den Märkten ja wieder zum Rand-Thema mutiert zu sein. Der deutsche Leitindex ist immer noch auf dem Weg nach oben in Richtung fallender 200-Tage-Durchschnittslinie. In einem Marktbericht war bereits von schlafwandlerischer Sicherheit" die Rede, mit der sich das deutsche Leitbarometer gen 5000 bewegt.
Massives Abwärtspotenzial
Fraglich bleibt aber, ob es den Bullen wirklich gelingt, den Markt nachhaltig über die 200-Tage-Linie zu bringen. Noch immer dominiert die Hoffnung auf eine Stabilisierung der Realwirtschaft das Geschehen an den Börsen. Die Stimmung am Markt ist nach wie vor besser als die Lage. Und das Thema Pandemie spielt noch keine wirklich kursrelevante Rolle. Der Chefökonom der Bank Sarasin, Poser, warnt aber, dass als Folge einer Pandemie die Weltwirtschaft um fünf Prozent schrumpfen könnte. Für diesen Fall ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Aktienmärkte um 60 Prozent einbrechen.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, seit sieben Wochen wird am Aktienmarkt wieder das Goldy-Lock-Szenario" gespielt. Alle Unsicherheitsfaktoren werden nicht einmal ignoriert. Dennoch rückt das Ende der Bärenmarktrallye näher.
Inflationswarnung in den Massenmedien
Gegenwärtig fällt zusätzlich auf, dass die Bevölkerung auch in den Massenmedien gezielt auf ein massives Comeback der Inflation mit bis zu zweistelligen Preissteigerungen ab dem Jahr 2010 vorbereitet wird. Immer wieder ist es auch Bundesfinanzminister Steinbrück, der vor einer weltweiten Inflation im Wiederaufschwung warnt. Vielleicht artikuliert er ja damit nur seine Hoffnung, mittels Geldentwertung den maroden Staatshaushalt - die kalte Progression lässt u.a. grüßen - zu sanieren.
Ein Schelm, wer nun denkt, dass Herr Steinbrück mit Blick auf die Inflation die Enteignung ohne Gesetz und Grenzen im Hinterkopf hat. Zumindest bedarf er für diese legale Form der Enteignung nicht einer Rechtsverordnung im Sinne des Rettungsübernahmegesetzes.
Ja, Felix Somary hat völlig recht, dass bei einer Inflation die Opfer jahrzehntelang in der unglaublichsten Weise betrogen werden können, ohne dass sie dessen gewahr werden. Der Staatsbankrott muss aber von jenen Politikern durchgeführt werden, die gegenwärtig im Amt sind, wobei auch der Dümmste der Betroffenen merkt, was Sache ist.
Sicherlich, am Ende des Tages bleibt den Verantwortlichen nur die Hoffnung auf Inflation.
Denn ob sie im Fall einer deflationären Depression noch in Amt und Würden bleiben würden, ist äußerst fraglich...
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