Neuer Negativ-Rekord
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 8. März 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Im Zuge der kurzfristigen Entspannung in Sachen Griechenland" ging es in der vergangenen Handelswoche an den Aktienmärkten nach oben. Der deutsche Leitindex kletterte auf 5877 Punkte.
Alles in allem entsprach dies einem Wochenplus von stolzen fünf Prozent. Auch die US-Indizes legten zu. Der Dow Jones um gut zwei Prozent, der marktbreite S&P500 gar um mehr als drei Prozent. Die High-Tech-Börse Nasdaq schaffte gar den Sprung auf ein neues 18-Monats-Hoch.
US-Arbeitsmarkt im Focus
Speziell am Freitag ging es am Aktienmarkt nach der Veröffentlichung der Februar-Zahlen vom US-Arbeitsmarkt nach oben. Nur 36000 Stellen wurden im Februar dem US-Arbeitsministerium zufolge abgebaut, Experten erwarteten aber einen Abbau von 50000 Arbeitsplätzen. Ebenfalls positiv aufgenommen wurde, dass im Dezember 2009 und im Januar 2010 alles in allem 35000 Stellen weniger als zunächst veröffentlicht verloren gingen.
8,36 Millionen abgebaute Stellen
Fakt bleibt aber, dass seit Beginn der Weltwirtschaftskrise offiziell zugegebene 8,36 Millionen Stellen in den USA wegfielen. Die offizielle Arbeitslosenquote (U-3) betrug 9,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote U-6 (enthält bspw. auch Menschen, die aufgrund der Wirtschaftskrise nur Teilzeitstellen ausüben) lag im Februar bei 16,8 Prozent. Die wahre Arbeitslosenquote dürfte diversen Schätzungen (u. a. von shadowstats) aber deutlich über 20 Prozent liegen. Einzig positiv ist, dass sich das Tempo des Arbeitsplatzabbaus etwas verlangsamt hat.
Neuer trauriger Negativ-Rekord
In jüngster Vergangenheit ging aber etwas unter, dass im Dezember 2009 sage und schreibe 38,97 Millionen Menschen in den USA Lebensmittelmarken bezogen. Allein im Dezember waren es fast 800000 mehr als noch im November 2009. Im Vergleich zum Dezember 2008 war der Anstieg wahrlich extrem. Und zwar um mehr als 7,19 Millionen Menschen oder exakt 22,6 Prozent. Zum Vergleich sei angeführt, dass 1969 nur 2,87 Millionen Menschen Lebensmittelmarken bezogen, was damals nicht einmal 600 Millionen Dollar kostete. Im vergangenen Jahr waren insofern Aufwendungen in Höhe von 55 Milliarden Dollar notwendig.
Risiken für die globale Erholung
Abschließend noch einige interessante Ausführungen, die an diesem Wochenende aus China über die Nachrichtenticker liefen. Die chinesischen Wirtschaftslenker äußerten sich am Samstag sehr skeptisch über die wirtschaftliche Entwicklung in China und dem Rest der Welt. Die Risiken der fragilen Erholung sollten nicht unterschätzt werden.
Das Exportweltmeisterland geht davon aus, bei den Exporten frühestens in zwei bis drei Jahren wieder auf dem Vor-Krisen-Niveau angekommen zu sein. Interessant auch, dass für die Zukunft eine mögliche Abwendung von der festen Wechselkurspolitik angedeutet wurde.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Altmann (08.03. 2010 09:26 Uhr):
Sehr geehrte Herren ,vielen Dank für Ihre Informationen,die ich immer mit "Vergnügen" lese.Ich stimme Ihnen zu , dass man gegenwärtig keine zeitliche Aussagen treffen kann, wann die gesellschaftlichen Entwicklungen welche Qualität und Quantität erreichen wird , aber es zeichnen sich sehr konkret die Umrisse ab , wohin die Entwicklung geht. Zu China zwei Anmerkungen : Chinas Entwicklung ist durch zwei Umstände aus meiner Sicht mittelfristig mit geprägt. Einerseits die vorhandene demografische Entwicklung , die kaum kurzfristig verändert werden kann und andererseits der bereits hohe Grad der Urbanisierung. Beide Faktoren werden wohl die Wachstumsraten , die China benötigt , um einen Teil der arbeitsfähigen Bevölkerung in Lohn und Brot zu bringen , damit der "soziale " Frieden einigermaßen abgesichert wird , nachhaltig beeinflussen. Ich bin überzeugt davon , dass wir uns in einer Zeit nachhaltiger ökonomischer Veränderungen befinden , die nicht ohne garvierende soziale Veränderungen und natürlich auch soziale Auseinandersetzungen führen wird. Die spannende Frage ist dabei und hierzu könnte man viele Detailaussagen treffen , wo unsere globalisierte Welt am Ende dieser Zeit nach Auflösung der vielfältigen sie gegenwärtig prägenden Widersprüche stehen wird.
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