Neuemissionen: In Asien spielte 2009 die Musik
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 18. Dezember 2009, 17:00 Uhr
ENL5454
nahezu täglich habe ich in der vergangenen Woche Nachrichten über erfolgreiche Börsengänge junger Rohstoff-Explorer oder deren Ankündigungen aus Australien, Kanada oder Asien auf den Schreibtisch bekommen. Das verwundert einen deutschen Investor erst einmal, hat Deutschland doch in diesem Jahr gerade einen einzigen Nachwuchs an der Börse verzeichnen dürfen. Doch während wir hierzulande noch über die Krise und deren Folgen lamentieren, tummelt sich das Risikokapital zunehmend in anderen Teilen der Welt.
In Europa herrscht Neuemissions-Flaute
Das Thema erschien mir für den Nebenwerte Daily sehr interessant zu sein, und so machte ich mich für Sie auf die Suche nach aktuellen Zahlen. Die liefert mir eine kürzlich veröffentlichte Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young GmbH zum weltweiten IPO-Markt. Die oben festgestellte Flaute trifft nach deren Aussagen aber nicht nur Deutschland - die ganze EU ist weit abgeschlagen, wenn es um Börsengänge (IPO = initial public offering) geht. Der Markt hierzulande ist relativ gesättigt, die meisten zu veräußernden Staatsunternehmen sind bereits privatisiert und innovative kleine Firmen schaffen es hier zur Zeit fast nicht bis an die Börse, weil ihnen die Risiko-Kapitalgeber fehlen.
In Asien bzw. den BRIC-Staaten spielt die Musik
Die Musik spielt auf anderen Kontinenten: In den für die Studie untersuchten ersten 11 Monaten 2009 liegt Asien ganz klar in Führung. Von weltweit 459 Börsengängen fanden 73 an der chinesischen Börse Shenzhen statt, 47 an der Hongkong Stock Exchange und 46 an der südkoreanischen Börse KOSDAQ. Auch das meiste Kapital floss nach Asien: 18,7% bzw. 17,7 Mrd. USD flossen nach Hongkong. Beim Umsatz der Börsengänge liegen allerdings die USA bereits auf Platz zwei. In Nordamerika wurden 17,9 % bzw. 16,9 Mrd. USD eingesammelt. Diese veränderte Rangfolge liegt an der jeweiligen Größe der Börsengänge. Je mehr kleinere Unternehmen das Licht der Börse erblicken, desto weiter hinten landet die jeweilige Börse gemäß diesem Kriterium.
Interessant ist es ebenso, die Daten speziell für die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) zu betrachten. Sie haben durch die Finanzkrise keineswegs an Bedeutung verloren, wie es folgende Zahlen zeigen: Zusammen konnten hier 53,3 Mrd. USD bzw. 56% der gesamten Gelder für Börsengänge eingesammelt werden. 160 Aktien entsprechen 35% der weltweit insgesamt in den ersten 11 Monaten 2009 an die Börse gebrachten Aktien. Besonders große Unternehmen, häufig ehemalige Staatsbetriebe, wurden hier also "unters Volk" gebracht.
ähnliche Beiträge:
weitere Ausgaben von
Nebenwerte Daily
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Freitag, 25. Mai 2012
Donnerstag, 24. Mai 2012
Dienstag, 22. Mai 2012
alle AusgabenBörsenbrief: Taipan
Der Börsenbrief für internationale Trendwerte – Emerging Markets, Nanotechnologie, Biotech, Wasser, Rohstoffe, Sicherheits- und Verteidigungstechnologie
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Börsenbrief: Taipan