Neue Zahlen zu China
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Global Anlegen
vom 19. Oktober 2006 12:00 Uhr
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Ja, ich weiß, fast ist es schon langweilig geworden, dass ich immer auf China verweise. Aber das ist nun einmal der zentrale Grund, warum ich Rohstoff-Bulle bin, und deshalb muss ich auch laufend prüfen, ob der wirtschaftliche Aufstieg Chinas weitergeht. Und das tut er, oja. Die neuesten Zahlen (ich berufe mich da überall auf offizielle chinesische Zahlen):
Das chinesische Wirtschaftswachstum lag in den ersten 9 Monaten des Jahres bei 10,7%, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua gerade vermeldet hat. Und dass das Bild von China als der „Fabrikationsstätte der Welt“ passt, zeigt auch die Aufschlüsselung dieses Wachstums:
Denn der Industriesektor ist Wachstumstreiber, mit einem Plus von 13%. Der Bereich Dienstleistungen wuchs um 9,5%, der landwirtschaftliche Sektor immerhin noch um 4,9%.
Noch ein paar Zahlen: Die Investitionen stiegen in den ersten 9 Monaten des Jahres um 27,3%. 27,3% Zuwachs! Außerdem sind die chinesischen Devisenreserven sind weiter gestiegen. Meine Prognose, dass China bis zum Jahresende 1 Billion Dollar auf der hohen Kante hat, wird immer wahrscheinlicher: Denn zum 30.9. hatte China Devisenreserven von 987,9 Mrd. Dollar, ein Zuwachs seit Jahresbeginn von 169 Mrd. Dollar. (Erinnern Sie sich noch, dass ich deshalb hier im Trader´s Daily dagegen protestiert habe, dass Deutschland – ein Land mit über einer Billion SCHULDEN, China Entwicklungshilfe zahlt? Wir erhielten immerhin einen offenen Brief der zuständigen Ministerin als Antwort.)
Dann ist das chinesische Handelsvolumen mit dem Ausland um 24,3% gestiegen.
Es sind aber nicht nur die Exporte, die die chinesische Wirtschaft so vorzüglich gedeihen lassen…denn auch die Einzelhandelsumsätze sind in den ersten drei Quartalen um 13,5% gestiegen. „Die Chinesen“ gönnen sich selbst also zunehmend etwas. Richtig so! Wer hart arbeitet, muss auch mal die Früchte seiner Arbeit genießen können.
Gleichzeitig ist die Inflationsrate in den ersten neun Monaten nur um 1,3% gestiegen. Gut, da habe ich dann doch so meine Zweifel, aber auch wenn es 3% oder 4% Inflation wären: Das wäre ein mehr als angemessener Preis, den die Chinesen für diesen Boom zahlen.
Und was mir gut gefällt: Die Regierung brüstet sich nicht mit diesen Erfolgen, sondern versucht im Gegenteil, etwas gegenzusteuern, um ein „Heißlaufen“ zu verhindern. Sie erhöht z.B. die Zinsen, erschwert Kreditvergaben etc.
Was mir nicht gut gefällt: Teilweise geht dieses rasante Wachstum im industriellen Bereich auf Kosten der Umwelt. Und das lässt sich nicht so einfach messen wie die Höhe der Devisenreserven. Zum Glück mehren sich da auf Ebene der chinesischen Entscheidungsträger die Stimmen, die das Umweltproblem thematisieren. Ja, und es ist durchaus drin, dass China in 5 bis 10 Jahren im Bereich der erneuerbaren Energien die weltweit eindeutig führende Rolle übernommen haben wird. Entsprechende Programme für Solar- und Windenergie laufen an, und vereinzelt starten auch schon Beimischungsprogramme für Ethanol. (Was da für ein zukünftiger Bedarf entsteht…!)
Beste Grüße,
Michael Vaupel
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