Neue traurige Rekorde
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 17. Juni 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Dem US-Landwirtschaftsministerium zufolge ist erstmals die Zahl der der Bezieher von Lebensmittelmarken (Food Stamps) im März 2010 in den USA auf sage und schreibe 40,157 Millionen gestiegen.
21,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat
17 Monate in Folge ist nun die Zahl der Menschen, die Lebensmittelmarken in den USA beziehen, gestiegen. Gegenüber dem Vormonat schnellte die Zahl um fast eine halbe Million hoch. Im Vergleich zum März 2009 gibt es nun gut sieben Millionen zusätzliche Bezieher im SNAP-Programm (Supplemental Nutrition Assistance Program). Ohne Verwaltungskosten mussten allein im März 5,38 Milliarden Dollar für SNAP aufgebracht werden.
Hohe Hürden für den SNAP-Bezug
Fakt ist zudem, dass SNAP nicht ohne hohe Hürden bezogen werden kann. Arbeitsfähige Personen zwischen 16 und 60 Jahren müssen den Nachweis der Arbeitssuche erbringen und auch bereit sein, gewisse Tätigkeiten anzunehmen. Das führt dazu, dass unter dem Strich all diejenigen nicht Anspruch auf Lebensmittelmarken haben, die entmutigt die Suche nach einer neuen Stelle aufgegeben haben.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, in der jüngsten Vergangenheit wurde massenmedial gezielt der Focus auf die europäische Staatsschuldenkrise gelegt. Insofern ging unter, dass sich die Lage in den USA alles andere als positiv darstellt. Äußerst vorsichtig formuliert.
Focus auf US-Defizit
Es ist daher angebracht, sich noch einmal gezielt auf die US-Situation zu konzentrieren. Das amerikanische Staatshaushaltsdefizit wird sich im Jahr 2010 auf 1,6 Billionen Dollar belaufen. Diese unvorstellbare Größenordnung entspricht 10,6% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Selbst am Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise, die von Regierungsseite mit dem berühmt-berüchtigten New Deal bekämpft wurde, erreichte das Defizit des Staates nur 4,8% des BIP -obwohl die Wirtschaftsleistung damals um rund ein Drittel einbrach.
Gigantische Emissionsvolumina
Insgesamt wird das Finanzministerium der USA in 2010 Staatsanleihen in Höhe von 2,5 Billionen Dollar emittieren. Das ist eine Steigerung von 171% in nur zwei Jahren. In manchen Wochen sieht der Emissionskalender den Absatz von Staatsanleihen in Höhe von mehr als 300.000 Dollar pro Sekunde vor. Die Bilanzsumme der Fed hat sich innerhalb von zwei Jahren von 890 Mrd. Dollar auf 2,35 Billionen fast verdreifacht. Sie hält Hypothekenanleihen in Höhe von 1,1 Billionen Dollar, die sie am Markt nicht mehr wird platzieren können. Selbst bei der Rettungsaktion" Griechenlands ist die Fed indirekt über Swap-Vereinbarung mit anderen Notenbanken beteiligt.
Ja, es ist nur eine Frage der Zeit, ehe die USA wieder ins Visier" geraten werden. Die Befürchtung liegt nahe, dass schon im zweiten Halbjahr 2010 der Vorhang für den nächsten Krisen-Akt aufgehen wird.
Bleiben Sie weiter äußerst vorsichtig!