Neue Tiefs bei Zinsen und Renditen in Deutschland und USA
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 26. September 2011, 16:00 Uhr
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Die Maßnahme hat ein historisches Vorbild, daher auch der Name: Ein vergleichbare Aktion war schon 1961 während der Präsidentschaft von John F. Kennedy probiert worden - damals übrigens mit bescheidenem Erfolg. Der Name Twist geht auf den Modetanz zurück, der bei der Jugend damals populär war. Angesichts der Reaktionen am Aktienmarkt fühle ich mich eher an den Katastrophen-Film von 1996 erinnert, in dem es um einen desaströsen Wirbelsturm geht: Twister!
Es ist kein Wunder, dass die Börsen so enttäuscht reagierten, und plötzlich die Jahrestiefs wieder in den Blickpunkt rücken. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe:
1) Die Börsianer hatten erhofft, dass bereits zu dieser Sitzung Quantitative Easing III verkündet wird, also ein neuer Netto-Aufkauf von US-Staatsanleihen.
2) Es gebe erhebliche Abwärtsrisiken im Konjunkturausblick, einschließlich der Anspannungen in den weltweiten Finanzmärkten - diese Aussage der Fed erschreckt die Märkte natürlich im besonderen Ausmaße!
Wegen 2) besteht aber zumindest gute Hoffnung, dass 1) bei der nächsten Fed-Sitzung im November verkündet wird. Das würde den großen Knall zwar auch nur weiter in die Zukunft schieben - könnte uns aber wenigstens einige mehr als passable Börsenmonate bescheren.
Zumindest am Rentenmarkt haben die Twist-Aktionen bereits durchgeschlagen: Die deutsche Umlaufrendite fiel auf ein neues Rekordtief, ebenso die zehnjährigen US-Zinsen.Zusätzlich zu „Twist II" will die Fed übrigens auslaufende hypothekenbesicherte Anleihen und weitere Immobilienpapiere in ihren Beständen wieder ersetzen. Auch das soll die Achillesferse der US-Wirtschaft, den darbenden Häusermarkt nachhaltig stabilisieren.
Wie schlecht es um diesen bestellt ist, zeigt der Blick auf den Langfrist-Chart des Bauholz-Futures. Der US-Immobilienmarkt ist der Haupteinfluss-Faktor für den Preis dieses Rohstoffes, der seit dem ersten Aufflackern der Krise im Jahre 2006 um etwa drei Viertel eingebrochen ist.
Die August-Tiefs wurden bisher noch nicht durchbrochen. Halten diese, und wird sogar der seit Juli gültige Abwärtstrend gebrochen, könnte sich sogar eine interessante kurz- bis mittelfristige Kaufgelegenheit ergeben. Ein gutes Vehikel dafür ist dann das Holz-Zertifikat der Royal Bank of Scotland (WKN: AA0M62), wobei sich nur fortgeschrittene Akteure engagieren sollten, denn es gibt die üblichen Rollverluste zu beachten, die mehrmals im Jahr drohen.
Wir haben Ihnen diese Analyse heute noch einmal geschickt, weil es gestern ein technisches Problem gab und der erste Textteil verloren ging. Über den genauen Einstieg im Lumber unterrichten wir Target-Trader Leser per SMS und Eilmitteilung. Eine kostenlose Leseprobe können Sie hier bestellen.
Viel Erfolg am Markt wünscht Ihnen
Jürgen Nowacki
Coach Trading & Sales
Zum ersten Teil von: Fragwürdiger Notenbank-Twister (neuer Text)
